Die Titelseite der Neu-Isenburger Neue Presse vom 27.05.2012 als PDF zum Downloaden.
Kommentar: Zwei Fußball-Welten
Von der Kultfigur zum Buhmann in wenigen Monaten: Holger Stanislawski musste nach seinem Wechsel vom FC St.Pauli zu 1899 Hoffenheim schnell erkennen, dass es mindestens zwei Fußball-Welten gibt.
Hier der kultige Kiez-Club an der Elbe, dort das Retorten-Baby aus dem Kraichgau. Wo der noch immer allmächtige Mäzen Dietmar Hopp durch öffentliche Kritik am Trainer den Daumen senkt und die Entlassung einleitet.
Der "Stani" hatte sich zu viel von seinem neuen Umfeld erhofft, hatte im vergangenen Oktober gar versucht, die Fans aufzurütteln, hatte sie aufgefordert, aus dem "Kraichgau" einen "Kreischgau" zu machen. So wie er es vom Millerntor her kannte, wo seine Spieler manche anscheinend übermächtige Gegner dank der besonderen Atmosphäre in die Knie zwangen.
Es war ihm nicht leicht gefallen im vergangenen Sommer, Hamburg zu verlassen. Doch er wollte eine neue Herausforderung. Nun ist der 42-Jährige gescheitert, obwohl die Hoffenheimer Fans trotz einer durchwachsenen Saison auch am Ende wie ein Mann hinter ihm standen.
Hopp, der erfolgreiche Unternehmer, ist halt mit Mittelmaß nicht zufrieden. Ob es der neue Trainer richten wird? Zweifel sind angebracht. Was auch an Hopp liegt. Schließlich will der Milliardär – durchaus verständlich – nicht ewig seinen Geldbeutel für den Club öffnen. Dann muss er jedoch auch einsehen, dass der derzeitige achte Tabellenplatz in der Ersten Fußball-Bundesliga nicht schlecht ist für einen besseren Dorfverein.
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