Nächtelang Magnetbildchen geschoben

Frankfurt. Dreieinhalb Jahre lang hat Martin Engler zusammen mit Städel-Direktor Max Hollein eine neue Sammlung für Gegenwartskunst aufgebaut. Als er den Job als Sammlungsleiter übernahm, habe er schon gedacht, "das ist eine spannende Aufgabe – aber ich habe nicht ansatzweise gewusst, wie spannend", erzählt er.

Zwei Jahre Planungen am grünen Tisch liegen hinter dem 43-Jährigen, der zuvor Kunstkritiker war und Kurator am Kunstverein Hannover. Jeder neue Ankauf, jede neue Schenkung veränderte die Konzeption: "Wir haben nächtelang Magnetbildchen im Architekturmodell hin- und hergeschoben."

"Wir wollten uns nicht an Schulen, Ismen oder Künstlergruppen orientieren", erklärt Engler das Konzept, das hinter Auswahl und Hängung steckt. Stattdessen sollte eine lebendige Erzählung der Kunst entstehen. Anders als in den meisten Sammlungen wird die Gegenwartskunst im Städel nicht ab 1945 erzählt, sondern beginnt in den 1930er Jahren.

"Wir wollen neben der Vielschichtigkeit der Gegenwartskunst vor allem große Bögen deutlich machen", sagt Engler. Das spiegle sich auch in der offenen und großräumigen Architektur des schneider+schumacher-Baus, in die sich die Ausstellungsarchitektur des Berliner Büros Kuehn Malvezzi einschreibt. "Es gibt keine Raumfluchten, die vorleben, man könne Kunstgeschichte von A bis Z durcherzählen." Natürlich gebe es eine Raumfolge, die mehr oder weniger chronologisch geführt sei, aber keinen vorgeschriebenen Rundgang. dpa

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