Klicken Sie aufs Bild, um über eine Karte zu Meldungen Ihrer Region zu gelangen.
Fahrt in eine verlorene Schlacht
Elf Demonstranten radelten zu den Baustellen der neuen Startbahn Nordwest
Mit Bannern in englischer und deutscher Sprache wollten die Ausbaugegner die internationalen Gäste am Flughafen auf sich aufmerksam machen. Foto: lp
Von Leo Postl
Die Ausbaugegner des Flughafens lassen sich nicht entmutigen. Elf von ihnen starteten nun mit dem Fahrrad zu einer Demonstrationstour rund um den Airport.
Kelsterbach. «Es ist ja nicht so entscheidend, wie viele wir sind, sondern wie viele wir mit unserer Aktion auf die Problematik aufmerksam machen können», betont Jörg Lüsing, Initiator, Organisator und Frontmann der Fahrraddemo. Die als «kleine Veranstaltung» angekündigte Protestaktion von unabhängigen Aktivisten gegen den Flughafenausbau blieb dann auch im kleinen Kreis.
An der Mahnwache im frisch ergrünten Kelsterbacher Restwald hatten sich gerade mal elf Demo-Teilnehmer eingefunden, die sich auf dem Fahrrad zu verschiedenen Punkten der «Skandalbaustelle» machen wollten. Lüsing war keineswegs enttäuscht. «Das ist doch ein gutes Zeichen, dass wir noch leben, und dass sich trotz des fortgeschrittenen Ausbaues immer noch Leute finden, die offen ihre Meinung zum Ausdruck bringen wollen», sagte er.
Keine Kurzstrecken
«We are campaning against short distance and weekend trips» – auf Deutsch: Wir protestieren gegen Flüge über kurze Distanzen und Wochenendtrips – steht auf dem Banner, das Lüsing den Anhänger seines Fahrrads gespannt hat. Die englische Version zielt vor allem darauf ab, dass die Protestaktion auch von den internationalen Gästen auf dem Rhein-Main-Airport verstanden werden soll. «Unsere Demonstrationsroute führt uns zunächst quer über die im Bau befindliche Landebahn Nordwest, dann zur Enteisungsanlage, die von der Okrifteler Straße aus gut einzusehen ist, bis zur neuen Wartungshalle der A 380», erklärt der Demo-Organisator. Im Slogan der Ausbaugegner lautet die Tour «entlang der Skandalbauten».
Die Demo wollte vor allem die umweltschädlichen Kurzstreckenflüge und Kurzzeit-Flugreisen, die es manchmal billiger gibt als eine Bahnfahrt nach Köln oder München, anprangern. «Das sind doch meist Berufspendler oder erlebnisschwache Touristen, die vom Ort, den sie besuchen, nichts mitbekommen und nur Party machen», kritisiert ein Demo-Teilnehmer.
Mit Passagieren reden
Deshalb führte die Tour auf der Rückfahrt auch über das Terminal 1. Dort wollten die Aktivisten mit Reisenden ins Gespräch kommen. Ein weiter Punkt der Protestaktion ist das «aufgeweichte» Nachtflugverbot. Hier fordert die Allianz der Ausbaugegner einen Zeitraum von 22 bis 6 Uhr ohne Fluglärm.
Am Abend folgte dann im Kulturzentrum «Raumstation» in Frankfurt-Rödelheim eine Info-Veranstaltung zum Thema Nachtflugverbot.


Umfassend über den Lieblingsverein informieren lassen. Immer gratis. Und bequem per E-Mail.
Kennen Sie unsere Webseiten fürs Handy? Alle Inhalte für iPhone und Co. Passend, gut lesbar und kostenlos.



Kommentare