Sie baut das Umweltamt auf

Die neue Chefin Katharina Diergarten hat schon viele Ideen

Katharina Diergarten will die verschiedenen Aufgaben unter ein Dach bringen. Und sie sucht die Zusammenarbeit mit anderen Abteilungen.

Mörfelden-Walldorf. Katharina Diergarten besucht ihre Mitarbeiter in der Abfallberatung. Foto: khn Katharina Diergarten hat schon mit den ersten Dingen ihrem Büro eine persönlichere Note gegeben. Auf dem Fensterbrett stehen ein paar Blumen, ein Schälchen mit Gummibärchen dient als Nervennahrung. Sie ist die neue Chefin des bei der Opposition im Stadtparlament durchaus umstrittenen Umweltamtes in Mörfelden-Walldorf. Seit 1. Februar arbeitet sie nun im Walldorfer Rathaus.

"Meine Eltern haben eine Landwirtschaft", erzählt die 27-Jährige. 200 Hektar, 40 Milchkühe, früher seien es auch mal mehr gewesen. "Als meine Mutter sich einmal den Arm gebrochen hatte, musste ich vor der Schule noch die Kühe melken", erinnert sich Diergarten. Vor allem aber hat sie dadurch ihre Liebe zur Natur gefunden. Nach dem Abitur verließ sie das heimische Kaiserslautern und ging nach Trier.

Raum und Zeit

An der Universität studierte sie dort Biogeographie. "Dabei geht es um die Verteilung von Tieren und Pflanzen in Raum und Zeit", erklärt sie. Es wird untersucht, warum bestimmte Arten auftreten, vielleicht wieder verschwinden, und auch Prognosen, wie es sich in Zukunft entwickeln könnte, werden aufgestellt. 2009 schloss sie das Studium ab und darf sich seither Diplom-Biogeographin nennen.

Mit dem Stipendium der Deutschen Forschungsgesellschaft, das sie danach erhielt, begann sie ihre Doktorarbeit. "Ich hoffe, dass ich bis zum Herbst damit fertig bin", sagt die neue Leiterin des Umweltamtes. Ob es klappt, wird sich zeigen, denn die neue Aufgabe kostet durchaus Zeit und Kraft, wie die sympathische Chefin des Umweltamtes zugibt. "Ich sehe, was ich anschiebe", sagt Diergarten.

Derzeit ist sie dabei, das Amt erst einmal aufzubauen, die verschiedenen Aufgaben unter ein Dach zu bringen, die Zusammenarbeit mit anderen Abteilungen wie dem Klimaschutz voranzubringen. "Schwerpunkte werden der Flughafen, das Urteil in Leipzig und die Konsequenzen daraus sowie der Lärmschutz allgemein sein", erklärt sie.

Fünf Mitarbeiter

Aber auch Naturschutz allgemein, die Waldentwicklung und vor allem eine stärkere Sensibilisierung der Bevölkerung für diese Themen sind ihr wichtig. Fünf Mitarbeiter hat sie schon – die beiden Damen der Abfallberatung und drei Mann im Wertstoffhof. "Zwei Stellen werden noch besetzt", sagt Katharina Diergarten. Diese Mitarbeiter werden sie direkt bei den neuen Aufgaben unterstützen.

Ideen für die nächste Zeit hat sie schon. So soll es eine Vortragsreihe zum Flughafen geben, den Tag des Lärms am 25. April und auch die schon vorher organisierten Müllsammelaktionen. Noch lebt Katharina Diergarten in einer Pension. Doch im März will sie mit ihrem Mann, der in Mainz arbeitet, nach Mörfelden-Walldorf ziehen.khn

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