Daran kommt kein Fan vorbei

Historisches Kassenhaus ist ein echter Hingucker

Von 1920 bis 1943 spielte die Eintracht im alten Stadion am Riederwald. Dann wurde es in einer Bombennacht völlig zerstört. Nun haben einfallsreiche Museumsbauer zumindest das hölzerne Kassenhaus der historischen Spielstätte nachgebaut.

Sachsenhausen. Museumsdirektor Matthias Thoma freut sich über sein neuestes Exponat, welches dem Eintracht-Museum fortan als Einlass- und Kartenverkaufsstation dient. Foto: Chris Christes Das Innere des hölzernen, fünf Meter breiten und drei Meter langen Kassenhäuschens ist ihm noch etwas zu spartanisch eingerichtet. Ansonsten ist Matthias Thoma, Chef des Eintracht-Museums, aber hochzufrieden mit seinem neuen und extrem sperrigen Exponat. "Bei der Montage der Einzelteile war das ganze Kassenhäuschen noch weiß. Dann haben die Jungs Fußbälle ausgepackt und dagegen gebolzt", erklärt Thoma, wie es kommt, dass der Nachbau des 1920 errichteten und während des Zweiten Weltkriegs wohl als Feuerholz verwendeten Kassenhauses aus dem Riederwald schon wenige Tage nach seinem "Wiederaufbau" deutlich sichtbare Gebrauchsspuren trägt.

Rekonstruiert wurde das Kassenhaus von der Birsteiner Museums- und Modellbaufirma Arc-Tech. Deren Mitarbeiter erhielten im vergangenen Jahr den Auftrag vom Eintracht-Museum, das Kassenhaus anhand historischer Fotos nachzubauen. Mehrere tausend Euro hat sich das Museum seinen neuesten Blickfang kosten lassen. Dieser steht nun gleich hinterm Eingang des mit über 500 Exponaten und Devotionalien bestückten Fußball-Museums. "Wir wollen mit dem Kassenhaus an den alten Riederwald und das verlorene Meisterschaftsendspiel von 1932 erinnern", sagt der Museumsdirektor. Zwar verlor die Eintracht damals in Nürnberg mit 0:1 gegen die Münchner Bayern. Doch der Grundstein zum sensationellen Final-Einzug war zuvor im Riederwald gelegt worden.

Fußballgeschichte zum Anfassen

Seinen ersten Publikumstest bestand das kleine Holzhäuschen am vergangenen Wochenende zum Derby gegen den FSV Frankfurt. Die Leute hätten sich vorm Museum gedrängt und das Stück Geschichte zum Anfassen neugierig bestaunt. Für Matthias Thoma, der stets nach Ausstellungs-Stücken aus der Gründerzeit der Eintracht fahndet, ist die Reminiszenz an die erste feste sportliche Heimstätte der Adler-Träger nicht nur fußballhistorisch bedeutend. Auch manch Ur-Frankfurter Geschichte habe sich an besagtem Kassenhaus abgespielt. Denn in der Frühzeit des professionellen Fußballs kamen die Spieler noch mit der Straßenbahn zum Stadion gefahren. Diese hielt direkt vor dem Eingang der Arena am Ratsweg. Hier warteten bereits die jungen Fans darauf, ihren Helden die Koffer in die Umkleidekabine tragen zu dürfen und somit umsonst ins Stadion zu gelangen.

Auch als Schwarzes Brett für Bekanntmachungen der den einst tiefroten Riederwald dominierenden SPD wurde das Original-Kassenhaus gerne zweckentfremdet. "Wir werden das Kassenhaus künftig als Eingangsschleuse und Kartenverkaufsstelle nutzen", weist Matthias Thoma auf die praktische Nebenfunktion seines neuen Exponats hin.

Im Innern fehlt es noch an Patina

Damit der Museumsleiter mit seinem neuen Exponat vollends zufrieden ist, soll dessen Inneres noch mit einer alten Schreibmaschine, einer betagten Kaufmannskasse und einigen historischen Bildern dekoriert werden.mov

Am 1. März lädt das Eintracht-Museum um 19.30 Uhr zur Veranstaltung "Helfer im Hintergrund". Der Eintritt kostet fünf, ermäßigt 3,50 Euro.

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