Vettel mit Elektronikproblemen gestoppt

So schnell kann es gehen. Nur ein paar Stunden nachdem Sebastian Vettel noch begeistert über seinen neuen Rennwagen geplaudert hatte, ließ ihn der RB8 im Stich. Zwangspause statt Kilometer sammeln für den Doppelweltmeister.

Sebastian Vettel schlägt sich mit technischen Problemen herum. Foto: David Ebener Jerez de la Frontera. Da war der gute Eindruck dahin. Elektronik- und Motorenprobleme haben den neuen Red Bull stundenlang außer Betrieb gesetzt und Sebastian Vettel am letzten Testtag in Jerez de la Frontera zu frustrierender Kurzarbeit verurteilt. Nach zwei Einführungsrunden mit dem neuen Formel-1-Rennwagen musste der RB8 in die Red-Bull-Box. Und dort blieb er auch lange. «Sowas gehört einfach zu einem Test dazu, das ist der Grund, warum wir hier sind», kommentierte Vettel die Probleme relativ cool.

Hinter verschlossenen Toren suchten Mechaniker und Ingenieure mit Hochdruck nach der Ursache. Wie sich herausstellte, war es ein Defekt in der Elektronik. Ein erneuter Fahrversuch wurde nach ein paar Metern in der Boxengasse abgebrochen, Mechaniker eilten zum Red Bull, um ihn zurückzuschieben. Diesmal muckte der Motor. «Natürlich würden wir gerne mehr fahren, aber das lässt sich jetzt nicht ändern», sagte Vettel in der Zwangspause. Erst nach rund fünf Stunden kehrte er auf den Kurs zurück.

Dabei zählt jeder Kilometer mit dem neuen Auto. Wichtig sei, «dass wir viel fahren», hatte Vettel nach seinem ersten Auftritt mit dem RB8 betont. Während sich andere Teams eine kleine Mittagspause gönnten, wechselten die Red-Bull-Mechaniker vorsichtshalber den Renault-Motor, der im vergangenen Jahr so gut wie keine Probleme bereitet hatte.

Schwacher Trost für Vettel: Auch Rivale Fernando Alonso konnte am letzten der vier Testtage in Andalusien nicht, wie er wollte. Am neuen Ferrari mussten zwischenzeitlich ein paar Reparaturen und Veränderungen vorgenommen werden. Immerhin hatte der zweimalige Weltmeister zuvor für eine Bestzeit gesorgt. Wie passend, nachdem bereits reichlich Kritik auf den bislang wenig überzeugenden F2012 niedergeprasselt war.

Im Gegensatz zur Scuderia herrschte bei Red Bull - bis zu den unwillkommenen Problemen - eine sichtbar entspannte Stimmung. Vettels Eindruck vom neuen Gefährt war gut, «das erste Gefühl passt», hatte er gesagt. Und wie wichtig genau das ist, erklärte Vettel anschließend: «Es prägt einen für das ganze Jahr, würde ich sagen.» Man dürfe es allerdings auch nicht überbewerten.

Bei den Auftakttests heißt allerdings auch die Devise: Vorsicht! «Gerade am Anfang, mit einem neuen Auto, wenn es noch keine Ersatzteile gibt, gibt es keinen Grund, loszulegen wie ein Stier», hatte Vettel gemeint. «Das heben wir uns für später auf.»

Red Bulls Vorteil ist, dass in Lotus, Williams und Caterham gleich drei weitere Teams mit Motoren des französischen Autobauers unterwegs sind, und somit eine Vielzahl von Daten vorliegt. Bis zum nächsten Test vom 21. bis 24. Februar auf dem Circuit de Catalunya bei Barcelona sollten die Probleme gelöst sein.

Vom 1. bis 4. März stehen für Vettel & Co dann die letzten Testrunden auf dem Programm, bevor sich der 24 Jahre alte Heppenheimer am 18. März beim Großen Preis von Australien den entscheidenden Eindruck vom neuen RB8 verschaffen kann. Nicht in der Garage, sondern auf der Strecke.

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