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Hessenliga: „99,9 Prozent Fakt“: Basler wird Trainer von Rot-Weiss Frankfurt

Von Nicht nur die Eintracht ist für Schlagzeilen gut – auch Frankfurts Nummer eins im Amateurfußball. Hessenligist Rot-Weiss Frankfurt will Mario Basler als Trainer verpflichten.
Zuschauer war einmal. Jetzt darf Mario Basler wieder auf dem Platz stehen, als Trainer bei Rot-Weiss Frankfurt. Foto: nordphoto / Schreyer (imago sportfotodienst) Zuschauer war einmal. Jetzt darf Mario Basler wieder auf dem Platz stehen, als Trainer bei Rot-Weiss Frankfurt.
Frankfurt. 

Der ehemalige Nationalspieler Mario Basler – WM-Teilnehmer 1994 – soll den angeschlagenen Fußball-Hessenligisten Rot-Weiss Frankfurt im Abstiegskampf in die rechte Spur bringen.

  Was wir wissen: Zu „99,9 Prozent ist es Fakt“, sagt Johny Baez, frisch gewähltes Verwaltungsratsmitglied und nach eigenem Bekunden schon 17 Jahre mit dem früheren Bundesliga-Profi Basler (u.a. Werder Bremen, FC Bayern München, 1. FC Kaiserslautern) bekannt. Freundschaft verbindet, und so konnte Spielerberater Baez das Interesse beim 48-Jährigen wecken. Am Dienstag war Basler Augenzeuge der 1:3-Niederlage der „Roten“ gegen Tabellenführer TSV Lehnerz. Vor und nach dem Spiel wurde über ein Engagement gesprochen. Eingebunden war auch Vereinsmäzen Karl-Heinz Eisenbach, der als langjähriger Hauptgeldgeber auch ohne offizielle Aufgabe entscheidenden Einfluss hat. Yüksel Ekiz, der das Team vorgestern als Interimscoach letztmalig auf ein Spiel vorbereitete, sagt zwar: „Es ist noch nicht alles durch“, weiß aber auch, dass er sich nun wieder seiner eigentlichen Aufgabe als Sportlicher Leiter widmen kann. Bei der Trainersuche hat er zuletzt aber wohl nicht mehr die Fäden in der Hand gehabt.

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Kommentar: Basler - ein Mann für die Schlagzeilen

Es gibt nichts im Geschäft rund um den Fußball, was Mario Basler nicht schon gemacht hätte. Doch ist er der richtige Mann für Rot-Weiss Frankfurt?

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  Warum herrscht Handlungsbedarf? Nach dem zweimaligen Scheitern in der Aufstiegsrunde zur Regionalliga gab es im Sommer einen Umbruch am Brentanobad. Leistungsträger wie Torjäger Varol Akgöz (zu Kickers Offenbach), aber auch Patrick Barnes und Cem Kara – Ekiz: „Da haben wir 80 Tore verloren“ – suchten neue Herausforderungen, wie es offiziell hieß. Natürlich spielte das Geld auch eine Rolle. Die Spieler mussten mittlerweile Kürzungen akzeptieren, wie Baez gestern bestätigte. Der Weggang von Trainer Daniyel Cimen (32), der ungeachtet des verpassten Aufstiegs zwei Jahre lang gute Arbeit abgeliefert hatte und natürlich auch dafür entsprechend entlohnt wurde, war fast zwangsläufig. Mitte September wurde sein Vertrag aufgelöst, einige Tage später wurde Cimen, der als Profi auch für Eintracht Frankfurt spielte, als neuer Trainer beim ambitionierten Ligakonkurrenten Watzenborn-Steinberg vorgestellt. Danach übernahm Ekiz – bis vergangenen Dienstag.

Fluktuation gab es zuletzt aber auch im Vorstand. Präsident Ottmar Klauß trat Ende August aus gesundheitlichen Gründen zurück, dazu legte etwas später auch Schatzmeister Alois Schäfer sein Amt nieder. Öffentlich wurde keine schmutzige Wäsche gewaschen, ein Richtungsstreit ist aber nahe liegend, wie nun die Basler-Verpflichtung offenbart. Eigentlich, so ist aus dem Umfeld zuhören, sollte ein „preisgünstiger“ Trainer Cimens Nachfolge antreten. Der Verein brauchte nun schnell eine neue Führung. Zumindest ein neuer Vorsitzender wurde mit Vereinsmitglied Ersan Dincer (sein Sohn spielt in der Rot-Weiss-Jugend) im Rahmen einer Außerordentlichen Mitgliederversammlung vor sechs Tagen gefunden. Bei dem Treffen im Vereinsheim wurde auch ein neuer Verwaltungsrat installiert, dessen Außendarstellung Johny Baez übernommen hat.

  Das sagt der Verein zur Basler-Verpflichtung: „Es wird morgen festgemacht“, betonte Dincer gestern, „mehr will ich dazu nicht sagen. Wir wollen sauber den Weg gehen.“

  Wie geht es weiter? Rot-Weiss hat für heute (17 Uhr) zu einer Pressekonferenz ans Brentanobad geladen. „Wir werden erklären, warum, weshalb, wie das möglich ist“, versichert Baez, „wir müssen das ja auch den Mitgliedern erklären“. Auf jeden Fall werde Basler nicht wegen des großen Medieninteresses verpflichtet, so Baez weiter, „ich kenne ihn als Trainer in Trier und Oberhausen und als Sportdirektor bei Lok Leipzig und habe seine Methoden beobachtet. Ich bin überzeugt, dass er der Mannschaft weiterhelfen kann“.

 

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