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Fußball: Als der OFC die Bayern das Fürchten lehrte . . .

Von Waren das noch Zeiten, als Kickers Offenbach in der Fußball-Bundesliga spielte. Eine ganz und gar denkwürdige Partie gab es 1974 gegen den FC Bayern München. So mancher Fan dürfte sich vor dem heutigen Spiel des OFC gegen die Bayern daran erinnern.
Alles Kopfsache: Duell in der Luft zwischen dem Offenbacher Erwin Kostedde (links) und Georg Schwarzenbeck (Bayern München). Foto: imago sportfotodienst (imago sportfotodienst) Alles Kopfsache: Duell in der Luft zwischen dem Offenbacher Erwin Kostedde (links) und Georg Schwarzenbeck (Bayern München).
Offenbach. 

„Der Berg bebt“, heißt es heute in Offenbach, wenn bei den Kickers um 18 Uhr der Deutsche Fußball-Meister Bayern München gastiert. Gemeint ist der Bieberer Berg, in den 70er- und 80er-Jahren im Volksmund als „höchster Berg Deutschlands“ bezeichnet. Auf- und Abstieg dauern jeweils ein Jahr, wurde damals gescherzt in Anlehnung an die schnelle Reihenfolge, mit der Kickers Offenbach damals die Ligen wechselte.

Das beste Spiel des OFC gegen Bayern München fand jedoch nicht im Stadion am Bieberer Berg statt, sondern im „Feindeslager“. Da, wo sonst der südlich des Mains als „die Unaussprechlichen“ titulierte große Rivale mit dem Adler auf der Brust seine Spiele austrägt. Ältere Fußballfans aus der Rhein-Main-Region dürften sich noch gut an das Match erinnern: 1974, Deutschland war gerade Fußball-Weltmeister geworden. Für den 24. August war der erste Bundesligaspieltag terminiert. Die Auslosung ergab die Partie zwischen Kickers Offenbach und Bayern München. Weil auf dem Bieberer Berg ein neuer Rasen verlegt wurde, fand das Spiel im Frankfurter Waldstadion statt.

35 000 Besucher befanden sich an diesem bewölkten Tag im Stadion. Der FC Bayern trat mit Sepp Maier, Franz Beckenbauer, Georg Schwarzenbeck, Jupp Kapellmann, Uli Hoeneß und Gerd Müller an, also sechs Spielern, die 48 Tage zuvor in München den Weltmeister geworden waren. Doch nicht sie, sondern die vom jungen Trainer Otto Rehhagel in der Aufstellung Fred Bockholt, Manfred Ritschel, Hans Schmidradner, Wolfgang Rausch, Volker Faß, Winfried Schäfer, Peter Enders, Dieter Schwemmle, Norbert Janzon, Erwin Kostedde und Siggi Held aufs Spielfeld geschickten Kickers machten von der ersten Minute an das Spiel. Es ging Schlag auf Schlag – Schäfer 1:0, Schwemmle 2:0, Halbzeit. Wer dachte, die Bayern würden nach der Pause aufdrehen, täuschte sich. Zweimal Kostedde, der überragende Held und Egon Bihn machten die Demütigung der WM-Helden, zu denen auch Karl-Heinz Rummenigge zählte, perfekt. 6:0 stand es beim Abpfiff. Bis heute die höchste Niederlage der Bayern in der Bundesliga.

Im Gegensatz zu damals, als der FC Bayern mit allen Stars kam, hat Trainer Carlo Ancelotti heute nicht seinen kompletten Kader zur Verfügung. 15 Akteure des FCB sind auf Länderspiel-Reisen. Was nicht heißen soll, dass der Rekordmeister ohne Stars zu dem „Rettungs-Spiel“ anreist, das die Bayern zugesagt hatten, um den vor kurzer Zeit noch insolventen Offenbachern finanziell unter die Arme zu greifen. Manuel Neuer, Franck Ribéry, Javi Martinez, Rafinha, eventuell Jerome Boateng, falls er schon fit ist, gehören freilich in die Kategorie Weltstars. Offenbachs Trainer Oliver Reck gibt allen seinen Spielern Einsatzzeit. „Das ist für sie ein so tolles Event, da dürfen sich alle zeigen. Und was heißt, die Bayern müssen auf ihre Nationalspieler verzichten? Für uns ist Maik Vetter wie ein Nationalspieler. Und er fällt verletzt aus.“ Nicht nur der Offenbacher Coach geht die Sache mit großer Vorfreude, aber locker an. „Ribéry? Der ist doch schwächer als Robben. Und Robben würde gegen mich keinen Stich machen“, meint Alexandros Theodosiadis augenzwinkernd, und Torwart Daniel Endres scherzt: „Endlich kann ich zu Null den Kasten verlassen. Die sind doch so harmlos, treffen bis morgen nicht ins Tor.“ Die Stimmung im OFC-Lager ist also prächtig. Die Bayern können kommen.

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