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Anti-Doping-Agenturen fordern Olympia-Bann Russlands

Russland muss endlich das bisher zurückgehaltene Beweismaterial herausrücken, das IOC bei der Aufarbeitung der Dopingkrise aktiver werden. Das fordern Anti-Doping-Agenturen. Wegen der Verschleppung seien bisher weniger als zehn Prozent der Fälle abgeschlossen worden.
Die Anti-Doping-Agenturen fordern den Ausschluss Russlands von Winterspielen 2018. Foto: Hannibal Hanschke Die Anti-Doping-Agenturen fordern den Ausschluss Russlands von Winterspielen 2018.
Berlin. 

Die führenden nationalen Anti-Doping-Agenturen haben den Komplett-Ausschluss des russischen olympischen Komitees von den Winterspielen 2018 gefordert.

Zugleich kritisierten die Agenturen das Internationale Olympische Komitee (IOC) wegen dessen inaktiver Haltung in der Russland-Frage scharf. „Die Untätigkeit des IOC gefährdet die sauberen Athleten und die Zukunft der olympischen Bewegung”, heißt es in einem Statement von 17 NADOs, das bun von der deutschen NADA veröffentlicht wurde. Die Stellungnahme war auf dem vierten NADO-Treffen am 12./13. September in Denver verabschiedet worden.

Bisher seien „weniger als 100 der potenziellen 1000 russischen Dopingfälle” abgeschlossen worden. Athleten auf der ganzen Welt würden sich aufgrund der „falschen Behandlung der russischen Dopingkrise schon fragen, ob die globalen Anti-Doping-Regularien noch wirksam sind und ihr fundamentales Recht auf sauberen Sport überhaupt noch eine Rolle spielt”.

Der geforderte Ausschluss des russischen Nationalen Olympischen Komitees (NOK) wird von den Agenturen mit der „erwiesenen Korruption bei den Olympischen Winterspiele in Sotschi und anhaltender Missachtung seiner Verpflichtungen für einen sauberen Sport” begründet. „Sportfunktionäre und Organisationen eines Landes sollten keine Zulassung für Olympia bekommen, wenn sie vorsätzlich die Regeln verletzen und saubere Athleten berauben”, wird von den NADO-Repräsentanten betont.

„Das IOC muss seine Verzögerungstaktik aufgeben und unverzüglich wirksame Konsequenzen ziehen”, heißt es in dem NADO-Papier. Fünf Monate vor Beginn der Winterspiele in Pyeongchang/Südkorea äußerten die Anti-Doping-Agenturen „ernsthafte Zweifel daran, dass die Spiele 2018 sauber sein werden, bedingt durch die unvollständige Untersuchung des massiven Beweismaterials für individuelles Doping russischer Athleten bei den Winterspielen 2014 in Sotschi”.

Das IOC und die Welt-Anti-Doping-Agentur WADA müssten darauf drängen, dass Russland ihnen das entscheidende zusätzliche Beweismaterial übergibt. „Einen vollständigen Bericht und Gerechtigkeit für die sauberen Athleten kann es ohne diese Informationen nicht geben”, heißt es in dem Statement.

(dpa)
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