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Der frühere Frankfurter Trainer prophezeit der Eintracht eine Saison ohne Abstiegsnöte: Armin Veh : Ohne Verein, aber nicht ohne Fußball

Von Die Eintracht-Partie gegen Augsburg ist für Ex-Coach Armin Veh ein Spiel wie alle anderen. Er ist ja jetzt auch TV-Experte.
Seit März letzten Jahres nicht mehr auf der Trainerbank der Frankfurter Eintracht: Armin Veh Foto: Christian Klein (Foto Klein) Seit März letzten Jahres nicht mehr auf der Trainerbank der Frankfurter Eintracht: Armin Veh
Frankfurt. 

Am 6. März letzten Jahres haben sich die Frankfurter Eintracht und Trainer Armin Veh getrennt. Seitdem ist der 56 Jahre alte Fußball-Lehrer ohne Job. Genauer gesagt: Ohne Verein. Denn im Fußball arbeitet er ja weiter. Als Experte beim TV-Sender „Sport 1“. Und Veh nimmt diese Aufgabe durchaus ernst. „Ich schaue mir so viele Spiele an wie möglich, damit ich wirklich mitreden kann und nicht nur dumm rumbabbele“, sagt er. Das mit dem „babbeln“ hat er aus Hessen, aus seiner Zeit bei der Eintracht (2011-2014 und 2015-2016) übernommen.

Veh kennt sich also weiter aus in der Liga und auch bei der Eintracht. Aber sein bislang letzter Club in seiner 26-jährigen Trainerkarriere steht nicht mehr im besonderen Fokus. Wenn die Eintracht am Samstag gegen den FC Augsburg spielt, ist das für Veh ein Spiel wie die anderen acht auch. Obwohl er in der Nähe von Augsburg lebt und auch deshalb weiß, was beim FCA so läuft. Und natürlich hat er noch viele freundschaftliche Kontakte nach Frankfurt.

Prognosen für das Spiel sind aus seiner Sicht genauso schwierig wie Prognosen über den Saisonverlauf. Überzeugt ist Veh freilich davon, „dass weder die Eintracht noch der FCA etwas mit dem Abstiegskampf zu tun haben werden“. Da würden viele andere Experten, die diese beiden Clubs mit dem Abstieg in Verbindung gebracht haben, irren.

Veh sieht ganz andere Clubs in Gefahr, „zum Beispiel jene, die Europa-League-Belastungen haben“. Und er sieht grundsätzliche Probleme für den deutschen Fußball. Dessen Klasse würde „immer mehr abnehmen“, das hätten schon die ersten Spieltage gezeigt. Die Bundesliga sei interessant, „weil jeder jeden schlagen kann“, aber das spielerische Leistungsvermögen ließe noch zu wünschen übrig. Viele Clubs würden mit viel Geld relativ wenig machen. „Ich sehe die Gefahr, dass andere Ligen uns deutlich überholen“, glaubt er.

Es gibt aber auch Entwicklungen, die der ehemalige Meistertrainer des VfB Stuttgart positiv beurteilt. Dazu gehört vor allem der Videobeweis. „Wenn es klappt, macht der Videobeweis den Fußball gerechter“, sagt Veh. Ein gutes Beispiel dafür sei der Platzverweis am letzten Wochenende in Freiburg gewesen. „Das war eine ganz klare Rote Karte“, sagt Veh, „es ist gut, dass sie auch gezogen wurde.“ Grundsätzlich sei es aber noch „zu früh“, um ein abschließendes Urteil über die technische Hilfe zu fällen. Veh empfiehlt, es „über eine längere Zeit zu probieren und nicht zu schnell kaputt zu reden“.

Lob für Boateng-Transfer

Den Abschied von Frankfurt, der ihm so schwer gefallen war, hat er inzwischen überwunden. Viel reden über die Eintracht will er nicht mehr. Doch auf die eine oder andere Nachfrage gibt es dann doch kompetente Antworten.

So hat sich der Ex-Coach über den Transfer von Kevin-Prince Boateng gefreut. „Das ist ein Typ, der sich von den anderen unterscheidet, der ganz eigene Merkmale hat“, sagt Veh, „das ist ein richtig guter Transfer, der der Eintracht sicher gut tun wird.“

Viele Spieler aus seiner Amtszeit sind nur eineinhalb Jahre nach seinem Abgang nicht mehr auf dem Platz. Aber an einem „seiner Jungs“ hat er aus der Entfernung große Freude. „Mijat Gacinovic ist ein sehr guter Junge“, sagt er, „der ist sehr fleißig, sehr talentiert und entwickelt sich gut.“ Gemeinsam mit Manager Bruno Hübner habe er im Sommer 2015 die Entscheidung getroffen, den schmächtigen Serben zu holen. „Das war sicher ganz gut für die Eintracht“, sagt ihr ehemaliger Trainer.

Ob er noch einmal zurückkehrt auf die große Fußball-Bühne? Veh schließt es nicht aus. Doch die Angebote sind rar, nachdem die Liga immer mehr auf junge Trainer setzt. Einen Posten als Nationaltrainer könnte er sich vorstellen, aber natürlich auch in der Bundesliga. Bis es so weit ist, geht er mit seinem Hund spazieren. Nachdem der geliebte „Jerry“ vor ein paar Wochen gestorben ist, ist inzwischen ein neuer Flat Coated Retriever eingezogen. „Balou“ heißt der 16 Wochen alte Welpe. „Wir sind schon beste Freunde“, sagt Veh.

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