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BVB will gegen Neapel ramponiertes Image aufbessern

Acht Spiele, kein Sieg - die jüngste Bilanz der Dortmunder auf internationaler Bühne ist ernüchternd. Nach dem Abstieg in die Europa League soll eine Trendwende eingeleitet werden. Das könnte nicht nur für die Profis von Vorteil sein.
Hat großen Respekt vor Atalanta Bergamo: BVB-Coach Peter Stöger. Foto: Bernd Thissen Foto: dpa Hat großen Respekt vor Atalanta Bergamo: BVB-Coach Peter Stöger. Foto: Bernd Thissen
Dortmund. 

Lange bewundert, zuletzt jedoch belächelt - der gute Ruf von Borussia Dortmund in Europa hat arg gelitten. Das auf internationaler Bühne seit acht Spielen sieglose Team will nach dem blamablen Aus in der Königsklasse nun die Europa League zur Aufbesserung des Renommees nutzen.

Beim Start in die K.o.-Runde am Donnerstag daheim gegen Atalanta Bergamo soll der erste Schritt erfolgen. Nationalspieler Marco Reus hofft auf ein Ende der Tristesse: „Es ist eine große Chance, wenn wir uns ans Herz fassen und die Sache angehen, als wäre es die Champions League. Der BVB hat die Europa League noch nie gewonnen, das ist zusätzliche Motivation.”

Der Appell des von einem Kreuzbandriss genesenen Leitwolfs, der am vergangenen Samstag beim 2:0 über den Hamburger SV nach gut achtmonatiger Zwangspause sein Debüt gefeiert hatte, ist ganz im Sinne von Hans-Joachim Watzke. Aus Verärgerung über die bisher dürftigen internationalen Auftritte, bei denen selbst ein Team wie Nikosia nicht bezwungen werden konnte, hatte der Geschäftsführer wiederholt harsche Kritik an den Profis geäußert und für die kommende Saison eine Kaderjustierung angekündigt. „Die Spieler, die jetzt im Kader stehen, können uns zeigen, dass man in Zukunft unbedingt auf sie setzen muss. Jeder hat jetzt noch drei Monate Zeit, sich anzubieten”, sagte Watzke der „Sport Bild”.

Nicht nur für das Team, sondern auch für Trainer Peter Stöger ist das Spiel eine gute Gelegenheit, bei Watzke weitere Pluspunkte zu sammeln. Die Wertschätzung für den erst im Dezember verpflichteten und mit einem nur kurzen Vertrag bis Ende Juni 2018 ausgestatteten Fußball-Lehrer ist gestiegen. Nach sieben Bundesligaspielen ohne Niederlage erwägt der Geschäftsführer offenbar eine Fortsetzung der Zusammenarbeit über den Sommer hinaus. „Peter Stöger ist ein außergewöhnlicher guter Trainer. Wir haben jetzt im Club wieder eine Vertrauensbasis, wie wir das früher unter Jürgen Klopp hatten”, kommentierte der Vereinschef unlängst bei Sky vielsagend.

Bei allem Stolz über das positive Urteil des Vereinschefs mag der Coach jedoch derzeit nach eigener Aussage nicht allzu viel Gedanken an seine Zukunft verschwenden. „Ich freue mich über das Lob. Aber ich brauche nicht darüber nachdenken, was in zwei, drei Monaten passiert. Erstmal müssen wir unsere Sache am Donnerstag gegen Bergamo und am Sonntag in Mönchengladbach gut machen.”

Knüpft die Borussia zumindest in Ansätzen an jene Zeiten an, in denen sie europaweit als Zukunftsmodell gehandelt wurde, würde das die Verhandlungsposition des Trainers deutlich verbessern. An der Bereitschaft seiner Profis scheint es nicht zu mangeln. „Wir sind gut genug, in der Europa League für ein gutes Ergebnis zu sorgen. Als Borussia Dortmund muss man den Anspruch haben, so weit wie möglich zu kommen. Am Besten ins Endspiel und es am Ende gewinnen”, tönte Außenverteidiger Lukasz Piszczek. Ähnlich sieht es Ömer Toprak: „Wir wollen zeigen, dass wir der BVB sind und hoffen, dass wir in Lyon dabei sind.”

Wie weit Wunsch und Wirklichkeit jedoch derzeit auseinanderliegen, könnten die kniffligen Spiele gegen Bergamo zeigen. Schließlich qualifizierten sich die Norditaliener ungeschlagen als Gruppen-Erster souverän für das Sechzehntelfinale noch vor namhaften Clubs wie Olympique Lyon oder dem FC Everton. Zudem besiegten sie im vergangenen Sommer den BVB in einem Testspiel mit 1:0. Nicht zuletzt deshalb geht Sportdirektor Michael Zorc die Aufgabe mit gehörigem Respekt an: „Bergamo ist ein unangenehmes, körperlich sehr robustes Team und erzielt mit einfachen Mitteln gute Ergebnisse.”

Wie Zorc warnte auch Stöger, der auf Spielmacher Shinji Kagawa verzichten muss, vor den vor allem in der Defensive starken Italienern: „Das wird eine unangenehme Aufgabe. Auch wenn der Gegner nicht so renommiert klingen mag, sind wir gewarnt. Das ist eine Kategorie wie der AC Mailand.”

Sein Gegenüber Gian Piero Gasperini geht die Aufgabe ohne Furcht an. „Wir haben schon bei Juventus Turin und in Neapel gezeigt, dass wir auswärts gegen große Mannschaften bestehen können”, sagte der Atalanta-Coach. „Für uns ist es eine großartige Erfahrung gegen eines der besten Bundesliga-Teams mit einem Schrank voller Trophäen spielen zu dürfen.”

(dpa)
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