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Pfingstturnier Reiten: Bad Homburger Sönke Rothenberger gewinnt den Grand Prix Spécial

Von Die Rheinbergerin Isabell Werth siegt in Wiesbaden in der Kür, für die der Hesse ursprünglich auch gemeldet war.
Gelungener Auftritt mit dem Lehrmeister: Sönke Rothenberger präsentiert sich mit Favourit vor dem Biebricher Schloss. Foto: pressehaus/heinen (www.bild-pressehaus.de) Gelungener Auftritt mit dem Lehrmeister: Sönke Rothenberger präsentiert sich mit Favourit vor dem Biebricher Schloss.
Wiesbaden. 

Altersteilzeit gibt es auch in einem Pferdeleben. Favourit ist so ein Fall. Der 18-Jährige wird von seinem Reiter Sönke Rothenberger zwar noch immer im Dressurviereck vorgestellt. Doch nicht mehr so oft wie früher und nur bei „schönen Turnieren“, wie der Bad Homburger erzählt. Dazwischen darf der „Lehrmeister“, wie Rothenberger seinen Routinier nennt, „runterfahren“ und seine Freizeit genießen.

Der Team-Olympiasieger selbst führt derweil gleich zwei zeitraubende Jobs aus: einerseits den als Pferdesportler, der nicht nur einen talentierten Vierbeiner im Stall hat. Zudem studiert der angehende Master Management an der Frankfurt School of Finance.

Nicht immer lassen sich diese beiden Beschäftigungen miteinander vereinbaren. Beim Wiesbadener Pfingstturnier am Wochenende etwa wollte der hoch aufgeschossene Hesse, bei dessen Autogrammstunde sich lange Schlangen voller weiblicher Fans bildeten, eigentlich seiner Nationalteamkollegin Isabell Werth Konkurrenz in der Flutlicht-Kür machen. Doch da sich für diese Prüfung neben den beiden Rio-Siegern nur noch fünf weitere Paare interessiert hatten, war auch die Qualifikation schnell zu Ende. Zu schnell, als dass Rothenberger rechtzeitig den Weg vom Main an den Rhein gefunden hätte. Denn am Samstagvormittag war in der Uni eine Gruppenpräsentation zu Prüfungszwecken angesetzt, und diese galt für den jungen Mann als Pflichttermin.

„Ich hatte gehofft, beides zu schaffen“, erklärte er. So jedoch meldete er auf die Spécial-Tour um, und während Werth mit Don Johnson am Sonntagabend mit 82,025 Prozent triumphierte, gewann Rothenberger einen Tag später auf Favourit mit 73,84.

Schuld an den geringen Teilnehmerzahlen in der Dressur war unter anderem die deutsche Meisterschaft in dieser Woche in Balve, bei der die Spezialisten für Piaffen und Passagen mit Blick auf die Europameisterschaften im August in Göteborg ihre besten Pferde aus dem Stall holen. Auch Rothenberger wird dann wieder sein Ausnahmetalent Cosmo präsentieren, für den nach dem Erfolg von Brasilien vor allem aus Dänemark verlockende Angebote auf dem Gestüt Erlenhof eintrafen. Die Reiterfamilie hätte kaum widerstehen können; doch ein befreundetes Ehepaar erwarb zu einem ebenfalls guten Preis die Hälfte des Zehnjährigen, sodass dieser im eigenen Stall verbleibt.

Dort hat Cosmo seit Januar einen neuen Nachbarn. Santiano, ein neunjähriger Riese, ist eingezogen, der erst einmal eine ordentliche Frisur und gute Schuhe verpasst bekam. Doch in dem zuvor urwüchsigen Vierbeiner, für den extra renoviert und die Box vergrößert wurde, steckt laut Rothenberger ein Tänzer mit dem Potenzial für „ein dickes Wow“ in gleich mehreren Lektionen.

Da auch noch ein drittes Talent auf Entfaltung wartet, ein „kleines Pferd mit großem Herz“, muss Rothenberger seine Ambitionen im Springparcours weiterhin zurückstellen. Doch es läuft ja bestens im Viereck. So erwischte er mit Cosmo in diesem Jahr einen starken Start, gewann im März in Valencia sowohl den Grand Prix als auch den Spécial und verwies Anfang Mai in Hagen sogar Isabell Werth zweimal auf Rang zwei. „Wenn man sieht, wie weit weg sie eigentlich ist, war das schon ein besonderes Erlebnis.“ Auch wenn die Rheinbergerin „nur“ mit Emilio und nicht mit ihrem eigenen Olympiapferd Weihegold angetreten war.

Cosmo ist trotz der im Teutoburger Wald erzielten Höchstnoten nicht stehen geblieben. In den Tagen von Wiesbaden feilte Rothenberger gemeinsam mit Disziplin-Bundestrainer Jonny Hilberath weiter an den Vorträgen seines Paradepferdes.

Sein Masterstudium hofft der Reiter im nächsten Jahr abzuschließen und dann ein Unternehmen zu finden, bei dem sich der Job mit dem Sport vereinbaren lässt. Denn die Teilzeitarbeit im Viereck überlässt er lieber seinem Pferd.

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