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Steuerhinterziehung Uli Hoeneß: Beckenbauer stellt sich vor Hoeneß

FCB-Präsident Uli Hoeneß muss sich wegen Steuerhinterziehung vor Gericht verantworten. Franz Beckenbauer warnt vor einer gesellschaftlicher Ächtung des Angeklagten.
Franz Beckenbauer (r) stärkt Uli Hoeneß den Rücken. Foto: Andreas Gebert/Archiv Franz Beckenbauer (r) stärkt Uli Hoeneß den Rücken. Foto: Andreas Gebert/Archiv

Bayern-Ehrenpräsident Franz Beckenbauer warnte vor einer gesellschaftlichen Ächtung von Steuersünder Uli Hoeneß. «Ich denke, wir sollten niemanden verurteilen, der mal einen Fehler gemacht hat. Selbst die katholische Kirche gewährt eine zweite Chance», sagte Beckenbauer mit Blick auf den im kommenden Frühjahr anstehenden Prozess gegen den Präsidenten des deutschen Fußball-Rekordmeisters FC Bayern München.

Die Wirtschaftsstrafkammer des Landgerichts München II hatte zuvor die Anklage gegen den 61 Jahre alten Hoeneß «unverändert» zugelassen. Beckenbauer stellte klar, dass auch mit der Zulassung der Anklage noch keine strafrechtliche Schuld von Hoeneß festgestellt worden sei. «Nur deswegen ist man ja jetzt noch nicht verurteilt.» Der Prozess im kommenden März sei für Hoeneß auch die Chance, «alles offenzulegen und zu beweisen, es war wirklich ein Fehler», sagte Beckenbauer.
 

Uli Hoeneß hofft auf ein gutes Ende. Foto: Peter Kneffel Bild-Zoom
Uli Hoeneß hofft auf ein gutes Ende. Foto: Peter Kneffel



Der mutmaßliche Steuersünder zeigte sich überrascht. «Wir werden bis zum Prozess im März alles tun, um das Gericht von unseren Argumenten zu überzeugen», sagte er nach der Ankunft in Pilsen, wo der FCB sein nächstes Champions-League-Spiel bestreiten wird.


Nach Planung des Gerichts wird Hoeneß vom 10. März an auf der Anklagebank Platz nehmen. Insgesamt sind vier Verhandlungstermine angesetzt, zudem ist die Vernehmung von vier Zeugen geplant. Die Staatsanwaltschaft München II hatte Ende Juli Anklage gegen den Vereinsboss und Würstchenfabrikanten erhoben. Er soll über ein heimliches Konto
in der Schweiz Steuern in Höhe von 3,2 Millionen  Euro hinterzogen haben.

Trotz der Anklage soll Hoeneß im Amt des Aufsichtsratsvorsitzenden des FCB bleiben. Das teilte der deutsche Fußball-Rekordmeister mit. Der Aufsichtsrat des Vereins sei «einvernehmlich der Meinung, dass Uli Hoeneß das Amt des Aufsichtsratsvorsitzenden der FC Bayern München AG trotz der nun erfolgten Eröffnung des Hauptverfahrens weiter ausüben soll», hieß es in einer Mitteilung.

Hoeneß hatte sich im vergangenen Januar selbst beim Finanzamt angezeigt. Trotz der Affäre behielt Hoeneß seine Posten beim Münchner Triple-Sieger. Einzelheiten zum Anklagevorwurf könnten «aufgrund der besonderen Geheimhaltungspflichten in Steuerstrafverfahren» bis zur Verlesung des Anklagesatzes in öffentlicher Sitzung nicht mitgeteilt werden, erklärte das Gericht weiter.

Die Staatsanwaltschaft München hat gegen Uli Hoeneß Anklage wegen Steuerhinterziehung erhoben. Foto: Roland Weihrauch/Archiv
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Uli Hoeneß hüllt sich in Schweigen. Foto: Peter Kneffel
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Nach dem Jubel über die Bayern-Gala steht für Präsident Uli Hoeneß wieder die Debatte um seine Steuersünden im Fokus. Zwei Drittel der Deutschen fordern einen Rücktritt. Die Politik erwartet Aufklärung. Die Club-Größen demonstrieren Loyalität.

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