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Ironman: Bittere Pointe für Weltmeister Patrick Lange

Der Darmstädter Patrick Lange übernimmt sich auf der Radstrecke und vergibt dabei seinen möglichen ersten Ironman-Heimsieg.
Sieger Frodeno (rechts) empfing Patrick Lange im Ziel. Foto: Arne Dedert (dpa) Sieger Frodeno (rechts) empfing Patrick Lange im Ziel.
Frankfurt. 

Es lief perfekt. Genau nach Plan. Fast schon zu gut. Mehrere Stunden lang sah Patrick Lange gestern während der Ironman-EM in Frankfurt wie der kommende Sieger aus. Der 31-Jährige gab nicht nur beim Auftaktschwimmen eine glänzende Figur ab. Auch auf der Radstrecke hielt er sich in der Spitzengruppe und zog sogar mehrfach an dem zweitplatzierten Jan Frodeno vorbei. Alles sprach in diesem Ausdauer-Dreikampf für Lange, da die größte Stärke des Darmstädters noch bevorstand: der abschließende Marathon. Dort wollte der amtierende Weltmeister nicht nur den Streckenrekord in Frankfurt von 2:42:08 Stunden unterbieten, sondern sich bei seinem zweiten Start beim heimischen Rennen erstmals den EM-Titel holen.

Doch ein Ironman schreibt oftmals bittere Pointen. Und Lange musste gestern bei seinem fünften Karriere-Start über die Langdistanz die Erfahrung machen, sich etwas übernommen zu haben. Der Hawaii-Sieger von 2017 fuhr auf der 185 Kilometer langen Radstrecke etwas über seine Verhältnisse. Er wollte Frodeno beeindrucken, ihn vielleicht vorzeitig demoralisieren. Doch Frodeno blieb cool, fuhr kontrolliert – und hatte auf der Laufstrecke die größeren Reserven parat. Während er den Marathon-Streckenrekord auf 2:39:06 Stunden drückte, lief Lange die 42,195 Kilometer in 2:47:15 Stunden und wurde wenige Kilometer vor dem Ziel sogar noch von dem Schweden Patrik Nilsson auf Platz drei verdrängt. „Die ersten zehn Kilometer beim Marathon lief ich in 37:30 Minuten, genauso hatte ich es mir ausgemalt. Am Ende konnte ich es aber nicht halten“, gestand Lange. Nach der dritten Laufrunde, ab Kilometer 30, habe er „gemerkt, dass es heute nichts wird“. Sein Schritt wurde schwerer, Lange schleppte sich mit letzter Kraft ins Ziel.

Großartige Fairness

Empfangen wurde er dort auf dem Römerberg von Frodeno, der direkt hinter der Ziellinie stand, ihm applaudierte und direkt Eis in den Nacken legte – eine großartige Fairness unter Konkurrenten. Denn bei der WM am 13. Oktober auf Hawaii werden Lange und Frodeno wieder als Favoriten gegeneinander antreten. „Frodo war heute der stärkere Athlet. Auch Patrik hatte es verdient, vor mir zu sein“, sagte Lange, der mit seinem Podiumsplatz „absolut zufrieden“ war.

(joi)

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