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Leichtathletik-WM: Bühler muss sehr viele Hürden nehmen

Von An diesem Freitag beginnen die Leichtathletik-Weltmeisterschaften in London. Alle Athleten, die dort an den Start gehen, haben besondere Ziele oder große Träume. Auch Matthias Bühler, Hürdensprinter von der LG Eintracht Frankfurt.
Ein Meister über die  110 Meter Hürden: Matthias Bühler. Foto: BEAUTIFUL SPORTS/Markus Herkert (imago sportfotodienst) Ein Meister über die 110 Meter Hürden: Matthias Bühler.
Frankfurt. 

Matthias Bühler ist ein Titelsammler. Bei den Deutschen Meisterschaften der Leichtathleten im vergangenen Monat in Erfurt sicherte sich der seit diesem Jahr für die LG Eintracht Frankfurt startende Haslacher zum siebten Mal die Goldmedaille über 110 Meter Hürden. Ein Erfolg, der dem 31-Jährigen noch immer etwas bedeutet, dem jedoch, wie er immer wieder feststellen muss, wenig Anerkennung gezollt wird.

Bei Großereignissen hat es Bühler bislang noch nie in den Endlauf geschafft. Bei den Weltmeisterschaften 2015 in Peking fehlten dem am Ende Elftplatzierten dazu acht Hundertstelsekunden, bei den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro im vergangenen Jahr bremsten ihn Entzündungen an Schulter und Rücken sowie ein verschobenes Becken. Bei der heute beginnenden WM in London könnte sich der große Traum vom Finale vielleicht erfüllen, doch Matthias Bühler bleibt bescheiden. Erst einmal sei er auf den Einzug ins Halbfinale fokussiert, sagt er, „das ist realistisch“. Dann werde man weitersehen.

Durch die Saisonvorbereitung war er „richtig gut“ gekommen. Doch die Wettkämpfe liefen nicht wie gewünscht. Deshalb gönnte Bühler vor der für die WM-Qualifikation entscheidenden Phase seinem Körper erst einmal eine Pause – mit positiven Folgen. Bei einem Einladungswettkampf der Junioren-Gala in Mannheim knackte er die WM-Norm.

Allerdings nicht gleich im ersten Versuch, denn bei diesem hatte der Wind zu sehr mitgeholfen. So musste der Hürdensprinter gleich noch einmal ran. „Das war sehr anstrengend“, erzählt er, „auch mental.“ Doch der ungewohnte Doppeleinsatz wurde belohnt: 13,46 Sekunden bedeuteten das Ticket nach London. Entsprechend entspannter konnte der IT-Systemkaufmann danach auch die nationalen Titelkämpfe in Erfurt angehen.

Allein in seiner Disziplin

Nach der verletzungsbedingten Absage von Georg Traber ist er auf der Insel nun der einzige Deutsche in seiner Disziplin. Eine ungewohnte Situation, „wir haben uns sonst das Zimmer geteilt“, sagt Bühler. Doch ansonsten ist er innerhalb des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV) sowieso als Solist unterwegs. Denn um mit den Besten der Welt, die alle Profis seien, mitzuhalten, hat er sich für das gleiche Dasein entschieden, obwohl er sich das eigentlich nicht leisten kann.

Als B-Kader-Athlet erhält Bühler monatlich 300 Euro Sporthilfe. Dennoch verbringt er seit vier Jahren den Winter in den USA, in einem Trainingszentrum in Phoenix/Arizona. Dort übt er unter perfekten Bedingungen und bei sommerlichen Temperaturen unter dem gebürtigen Frankfurter Andreas Behm und mit Top-Athleten wie London-Olympiasieger Aries Merritt (USA) oder dem dreifachen Medaillengewinner der vergangenen Olympischen Spiele, Flachsprinter Andre De Grasse (Kanada). Jährlich 15000 Euro muss der Deutsche sich das kosten lassen, als Sponsoren dienen ihm neben dem Verein nur seine Eltern. Eine Wohnung musste er sich selbst suchen und zusätzlich finanzieren. Immerhin fand er sie bei einer Ernährungsberaterin, die ihm nun in diesem Bereich hilft und unterstützt. Ein weiterer Baustein im Trainingsprogramm, zu dem auch intensive Physiotherapie und die vom eigenen Coach geforderten 70 Stunden Schlaf pro Woche zählen.

Am Ende jedes Jahres kommen auf diese Weise 10 000 Euro Verlust zusammen. Dennoch sieht Bühler keine andere Möglichkeit für sich, als diesen kostspieligen Weg zu gehen.

Im eigenen Verband stößt das auf wenig Verständnis. Auch wenn die Konflikte, die 2011 dazu führten, dass Bühler die Sportförderkompanie der Bundeswehr verlassen musste, keine Rolle mehr spielen. Im WM-Vorbereitungslehrgang der deutschen Athleten in Kienbaum bei Berlin ließ man ihn zumindest in Ruhe die Trainingspläne absolvieren, die er von seinem Trainer aus den USA erhalten hatte. Und vor seinem ersten Start am Sonntag kann er noch einmal unter den Augen von Behm über die Hürden gehen. Ansonsten nimmt Bühler sich die eine oder andere Auszeit. Damit er nicht nur frisch und spritzig die Weltmeisterschaft angehen kann, sondern auch so elegant, wie man es vom Meister seines Landes erwarten darf.

Mayer: „Schmerzfrei und voll belastbar“

Eigentlich war Lisa Mayer in diesem Jahr sehr gut aus den Startlöchern gekommen und hatte auch schon bei der Kurpfalz-Gala Ende Mai in Weinheim die Norm für einen Start bei den Leichtathletik-Weltmeisterschaften

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