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Handball: Bundesliga-Aufsteiger Hüttenberg startet mit Heimspiel gegen Rekordmeister THW Kiel

Von Nach dem überraschenden Weggang von Erfolgstrainer Eyjolfsson hat sich der TV Hüttenberg (TVH) wieder gefangen. Noch ist der Underdog weiterhin Tabellenletzter. Aber die Hoffnung auf den Klassenerhalt lebt.
Schwört seine Mannschaft auf den Kampf um den Klassenerhalt ein: Hüttenbergs Trainer Emir Kurtagic (Mitte). Foto: EIBNER/Wolfgang Frank (imago sportfotodienst) Schwört seine Mannschaft auf den Kampf um den Klassenerhalt ein: Hüttenbergs Trainer Emir Kurtagic (Mitte).
Hüttenberg. 

Es war ein schwerer Schlag. Als Ende Oktober bekanntwurde, dass Erfolgstrainer Adalsteinn Eyjolfsson den TV Hüttenberg mit sofortiger Wirkung verlässt, wurde der Bundesliga-Aufsteiger eiskalt erwischt. Aufgrund einer Ausstiegsklausel konnte der Isländer den Verein vorzeitig verlassen und wechselte ausgerechnet zu Mitkonkurrent Erlangen. „Sein Abgang hat die Mannschaft ein bisschen geschockt“, gesteht Manager Lothar Weber. „Wir mussten erst einmal schlucken und mit der Situation klarkommen.“

0:10 Punkte holte das Team danach unter Nachfolger Emir Kurtagic, einem 37 Jahre alten Deutschen mit bosnischen Wurzeln. Auch die Spiele gegen die Mitkonkurrenten Stuttgart (23:28) und Gummersbach (25:28) wurden verloren. Spätestens seit dem 24:22-Sieg über Mitkonkurrent Nettelstedt-Lübbecke glaubt der selbst erklärte „krasseste Außenseiter aller Zeiten“ wieder an sich. „Dieser Sieg war überlebensnotwendig. Wir haben nach dem Trainerwechsel erst einmal ein bisschen Zeit gebraucht“, so Weber.

Nationalspieler zurück im Pflichtspiel-Alltag

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Vor dem Start ins neue Jahr mit dem Heimspiel am Sonntag (12.30 Uhr) gegen den deutschen Rekordmeister THW Kiel schöpft Hüttenberg wieder Hoffnung, den Klassenerhalt zu schaffen. „Der wäre eine noch größere Sensation als der Erstliga-Aufstieg. Ich bin sehr optimistisch“, sagt Weber. Der 64-jährige Rentner setzt dabei auf den Zusammenhalt des Teams, dass seine Heimspiele in der Gießener Osthalle austrägt, weil die Sporthalle Hüttenberg (1600 Zuschauer) die von der Liga vorgeschriebene Mindestkapazität (2250) nicht erfüllt. Dadurch konnte der TVH seinen Zuschauerschnitt von 1100 auf rund 2000 Besucher steigern. „Die Mannschaft ist menschlich überragend“, sagt Kurtagic über sein körperlich klar unterlegenes Team, dem nur vier Profis angehören. Elf Spieler gehörten bereits der Mannschaft an, die noch vor gut eineinhalb Jahren in der Dritten Liga spielte. Danach gelang ein beeindruckender Durchmarsch in die Bundesliga.

Abstiegskandidat Nr. 1

Obwohl die Mittelhessen nach 19 Spielen mit sieben Zählern hinter dem punktgleichen Mitaufsteiger Ludwigshafen auf dem letzten Tabellenplatz stehen, sind sie mit ihrem Abschneiden weitgehend zufrieden. Das liegt zum einen daran, dass sie nur einen Punkt Rückstand auf Nichtabstiegsrang 16 haben, den Mitaufsteiger Nettelstedt-Lübbecke belegt, und auch der Tabellen-14. VfL Gummersbach nur drei Punkte mehr auf dem Konto hat. Zum anderen „wissen wir, wo wir herkommen“, sagt Weber in Anspielung darauf, dass der Traditionsverein in der Sommerpause seinen Zweitliga-Mini-Etat von 750 000 auf 1,3 Millionen Euro erhöhen konnte, „was eine Herkulesaufgabe war“. Und zusammen mit Ludwigshafen, das in etwa über das gleiche Budget verfügt, gilt das Team aus der 11000-Einwohner-Gemeinde zwischen Wetzlar und Gießen immer noch als Abstiegskandidat Nummer eins, weil alle anderen Mannschaften einen um mindestens über 2,2 Millionen Euro höheren Haushalt aufweisen. „Experten wie Stefan Kretzschmar haben uns nur vier Punkte in der Saison zugetraut“, sagt Weber. Und neben dem 25:26 beim Achten Leipzig hatte Hüttenberg auch Pech mit Schiedsrichterleistungen gegen den Sechsten Melsungen (27:28) und den Zweiten Berlin (28:30). „Ich habe das Gefühl, dass man sich bei den Schiedsrichtern als Aufsteiger erst hochdienen muss und dass das Zeitspiel teilweise willkürlich gepfiffen wird“, sagt Weber.

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