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Tour de France: Christopher Froome gewinnt zum vierten Mal – auch ohne Etappensieg

Von Glanzlos und unspektakulär: Der vierte Tour-de-France-Sieg von Christopher Froome war auch sein knappster. Trotzdem blickt der Brite schon voraus und peilt den fünften Triumph an.
Die Tour 2017 ist Geschichte – auch für Sieger Christopher Froome Foto: LIONEL BONAVENTURE (AFP) Die Tour 2017 ist Geschichte – auch für Sieger Christopher Froome
Paris. 

Von seinem vierten Triumph ist Christopher Froome überwältigt. „What an amazing feeling.“ Was für ein wunderbares Gefühl. Noch ein Sieg fehlt, um zu den Ikonen der Tour-Geschichte aufzuschließen, zu Eddy Merckx, Jacques Anquetil, Bernard Hinault und Miguel Indurain (die sieben Siege Lance Armstrongs wurden wegen Dopings gestrichen). „Es ist eine riesige Ehre, in einem Satz mit den Größten in der Geschichte der Tour de France genannt zu werden“, sagte der 32-jährige Brite voller Ehrfurcht.

Es gehört zur Tradition der Tour de France, dass am Samstagabend nach dem Zeitfahren, wenn vor der Sonntag-Parade auf den Champs-Élysées schon alles als entschieden gilt, der Sieger seine Abschluss-Pressekonferenz gibt. Also setzte sich Froome im Gelben Trikot im Pressesaal des Vélodromes, des Fußball-Stadions von Marseille, vor die Hundertschaften der Medien. Froome schwärmte geradezu von seiner „privilegierten Position“ für das erstrebte Ziel: Nach 2013 und dem Triple 2015, 2016, 2017 (2014 Aufgabe nach Sturz) im nächsten Jahr zu den vier Giganten der Tour-Historie aufsteigen. Den Vertrag mit dem Team Sky hat er verlängert.

Der vierte seiner Tour-Siege ist der unspektakulärste und knappste: Kein Etappensieg. Nicht einmal in seiner Domäne Zeitfahren: Nur Dritter auf der vorletzten Etappe, sechs Sekunden hinter dem Polen Maciej Bodnar (Bora-hansgrohe). Im Endklassement nur 54 Sekunden Vorsprung zum Zweiten, dem Kolumbianer Rigoberto Uran. Die Abstände waren schon deutlicher: 2013 (drei Etappensiege) 4:20, 2015 (1) 1:12, 2016 (2) 4:05 Minuten.

Was sagt uns das? Auch der in Nairobi geborene Brite ist nur ein älter werdender Mensch und kein Roboter. Der anfängliche Dopingverdacht (Schlagzeile von „Le Monde“ 2013: „Froomstrong“), der die Explosivität seines unorthodoxen Fahrstils mit den ruckartigen Körperbewegungen und dem komischen Kopfwackeln begleitete, scheint hinfällig. „Ich werde zwar älter, aber gleichzeitig lerne ich noch und hoffe“, so Froome, „mich noch zu einem kompletten Fahrer zu entwickeln und mich für meinen fünften Sieg zu verbessern“.

Der Herausforderer stürzt

Gut möglich, dass Christopher Froome die 104. Tour de France nicht gewonnen hätte, wäre sein ehemaliger „Leutnant“ und als stärkster Herausforderer eingeschätzte Australier Richie Porte (32) nicht auf der desaströsen neunten Etappe nach Chambery durch einen fürchterlichen Sturz (Schulter- und Beckenbruch) ausgeschieden. Froome sah stets wie der mögliche Sieger aus, ohne sich besonders hervorzutun. Bei seinen früheren Siegen im Hochgebirge hatte Froome seine Rivalen förmlich stehen gelassen. Diesmal verlor er sogar Zeit beim Gipfelsturm.

Das Streckenprofil 2017 war nicht gerade nach seinem Geschmack angelegt. „Wir wussten: Nur zwei Bergankünfte und kurze Zeitfahren würden die Tour offener und die Abstände geringer machen. Es wurde für mich also nicht leichter. Dieses Jahr war deshalb das engste meiner Tour-de-France-Karriere“, sagte der Sieger und entgegnete die Merckx-Kritik, mit dem fehlenden Etappensieg fehle auch Prestige: „Bei diesem Profil war unsere Taktik allein auf ein Drei-Wochen-Rennen ausgerichtet. Es ging darum, diese drei Wochen auf die konservativste und effizienteste Art und Weise durchzustehen. Es ging nicht um einen Etappensieg.“

Es ist ein ungeschriebenes Gesetz: Das Gelbe Trikot und die fürs Podium Platzierten werden auf den Champs-Élysées nicht mehr angegriffen – selbst wenn den Vierten, in diesem Fall Froomes Team-Kameraden Mikel Land (Spanien), nur eine Sekunde vom Dritten trennt, vom französischen Liebling Romain Bardet nach dessen Einbruch im Zeitfahren. Noch eine Fußnotiz zu einem Helfer Froomes: Luke Rowe (27), Brite, wurde 167. und Letzter, mehr als viereinhalb Stunden hinter seinem Chef.

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