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Team-Europameisterschaften in Lille: Constantin Schmidt aus Obertshausen startet auf internationalem Parkett

Von Der 21-jährige 400-Meter-Läufer steht vor seinem zweiten Auftritt im deutschen Nationalteam. Das Debüt verlief vielversprechend.
Talentiert: Constantin Schmidt von der TG Obertshausen. Foto: 54° / Christian Deutzmann (imago sportfotodienst) Talentiert: Constantin Schmidt von der TG Obertshausen.
Frankfurt. 

Es ist ein technisches Problem, das ihn bremst. Das verhindert, dass Constantin Schmidt die vor zwei Jahren erzielte Bestzeit über 400 Meter toppt. Und das den 21-Jährigen nun einen Einzelstart beim Saisonhöhepunkt gekostet hat. Denn eigentlich lag der Fokus des Leichtathleten von der TG Obertshausen (Landkreis Offenbach) in diesem Jahr auf der Teilnahme an den U23-Europameisterschaften Mitte Juli in Polen. Bei der Qualifikation am vergangenen Wochenende in Leverkusen konnte der Hesse zwar seinen nationalen Titel in der Altersklasse verteidigen. In 46,76 Sekunden blieb er aber über der Norm, die der Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) für einen Soloauftritt in Bydgoszcz gefordert hatte. Seine bisherige Bestzeit von 46,50 Sekunden hätte zu mehr gereicht als nur zu dem jetzt zugesagten Staffelstart.

So ganz genau wissen der Sportler und sein Coach Robert Schieferer nicht, warum die Schwierigkeiten im Wettkampf auftauchen. Denn im Training und beim Aufwärmen gebe es nichts zu bemängeln. Doch wenn es gilt, dann hapert es im Übergang von der Startbeschleunigung in den langen Schritt. „Vielleicht kommt das noch von den Leistenproblemen, die ich Anfang des Jahres hatte“, vermutet Schmidt. Gleich mehrere Wochen war der gebürtige Seligenstädter deshalb im Februar und März ausgefallen und hatte dadurch auch einen möglichen Einsatz bei den Staffel-Weltmeisterschaften auf den Bahamas verpasst. Nun ist er zumindest wieder fit genug, um dem deutschen Quartett bei den Team-Europameisterschaften an diesem Wochenende in Frankreich helfen zu können.

Schon einmal war Schmidt bei den Aktiven ins Nationaltrikot geschlüpft. Bei der EM im vergangenen Jahr in Amsterdam setzte Bundestrainer Marco Kleinsteuber den Debütanten über 4x400 Meter als Schlussläufer ein. Prompt lieferte der Youngster in 45,68 Sekunden die schnellste Runde ab. Das reichte zwar nur zu Rang acht, doch es stärkte den Optimismus Schmidts, die Staffel auch in Lille wieder etwas flinker machen zu können. Bei einem fliegenden Start sollten die Hemmungen nicht auftauchen. Erst vor Ort wird entschieden, wer an welcher Position laufen darf. Bis dahin, so hofft Schmidt, sind auch die leichten Achillessehnenschmerzen verschwunden, die ihn seit dem Wochenende plagen.

Konflikt mit Tokio 2020

Vor etwa fünf Jahren hatte sich der vormalige Allrounder entschieden, auf die Stadionrunde zu setzen. Über 300 Meter sei er damals recht schnell unterwegs gewesen und wurde gleich bei seinem ersten Start in der U 18 Zweiter der deutschen Meisterschaften. Seitdem hat Schmidt in jedem Jahr seine Altersklasse gewonnen und 2016 einen recht guten Übergang zu den Aktiven gefunden. „Damals ging es vor allem darum, konstant 46 zu laufen“, sagt er. Nun jedoch will der ehemalige Schüler der Frankfurter Carl-von-Weinberg-Schule den nächsten Schritt machen. „Bei der EM im nächsten Jahr in Berlin dabei zu sein, wäre eine coole Sache“, sagt der Sechste der deutschen Rangliste von 2016. Die Olympischen Spiele in Tokio stellen ihn derweil vor ein Problem. Denn wenn er für diese sein Management-Studium an der European Business School in Oestrich-Winkel durch zwei Urlaubssemester verlängern würde, müsste der Stipendiat diese selbst bezahlen. Und das könne er sich bei 5000 Euro pro Halbjahr nicht leisten.

Doch noch muss Schmidt diese Entscheidung nicht treffen. Es gilt, andere Fragen zu klären. Etwa, wie er seine Technik auch unter Druck wieder in den Griff bekommt.

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