Lade Login-Box.
E-Paper
Abo & Service Immo Stellen Trauer

«Cooler Tag»: Rosberg feiert beim Red-Bull-Heimspiel

Nico Rosberg hat mit seinem dritten Formel-1-Saisonsieg den Vorsprung in der WM-Gesamtwertung ausgebaut. Lewis Hamilton macht den nächsten Mercedes-Doppelerfolg perfekt. Sebastian Vettel und Red Bull erleben beim Heimspiel in Österreich ein Desaster.
Nico Rosberg feierte seinen dritten Saisonsieg. Foto: Hans Klaus Techt Nico Rosberg feierte seinen dritten Saisonsieg. Foto: Hans Klaus Techt
Spielberg. 

Nico Rosbergs Champagner-Party mit dem übergroßen Siegerpokal mochte Sebastian Vettel nicht mehr sehen.

Ausgerechnet beim Red-Bull-Heimspiel in Österreich feierten die Mercedes-Stars Rosberg und Lewis Hamilton ihren sechsten Doppel-Erfolg im achten Saison-Rennen, während Formel-1-Weltmeister Vettel erneut von einer Technik-Panne gestoppt wurde.

«Ein cooler Tag. Es passt einfach alles zusammen», schwärmte Rosberg nach seinem dritten Saisonsieg. Er baute damit den Vorsprung in der Gesamtwertung auf den Briten Hamilton auf 29 Zähler aus. Als Dritter von Spielberg sicherte sich der finnische Williams-Fahrer Valtteri Bottas den ersten Podiumsplatz seiner Grand-Prix-Karriere.

Gastgeber Red Bull erlebte beim Comeback des Grand Prix von Österreich nach elf Jahren ein Debakel. Zwei Wochen nach seinem Sieg in Kanada kam der Australier Daniel Ricciardo nicht über Rang acht hinaus. Titelverteidiger Vettel fiel sogar schon zum dritten Mal in diesem Jahr aus, weil er kurz nach dem Start Motorenprobleme hatte und später als Letzter aufgab. «Frustrierend», beschrieb Vettel seinen Arbeitstag. Die leisen Hoffnungen auf eine Wende im Titelrennen mit Mercedes scheinen dahin.

Gute Laune bei Red Bull hatte nur Dietrich Mateschitz nach dem Rennen vor fast 100 000 Zuschauern auf seinem Kurs. «In 14 Tagen haben wir wieder ein Formel-1-Wochenende, da können wir alles wieder gutmachen», meinte der Milliardär. Eine gelungene Veranstaltung sei deutlich wichtiger. Der Erfolg dieses Wochenendes sei «viel wichtiger als ein weiteres Podium».

Davon waren seine Fahrer aber ohnehin weit entfernt. Zu überlegen präsentierten sich erneut die Silberpfeile. Selbst eine verpatzte Qualifikation mit den Rängen drei und neun für Rosberg und Hamilton bremsten das Überflieger-Duo nicht. «Es ist so aufgegangen, wie wir das strategisch geplant hatten», erklärte Rosberg stolz.

Mit 165 Punkten liegt der gebürtige Wiesbadener jetzt 29 Zähler vor seinem Stallrivalen. Ricciardo ist Dritter mit 83 Punkten. Vettel hat als Fünfter bereits 105 Zähler Rückstand. «Es ist ein schöner Vorsprung, aber die Saison ist noch lang», meinte Rosberg vor den verbleibenden elf Rennen.

Kühl und geduldig hatte der 28-Jährige zuvor auf seine Chance gelauert - und sie dann beherzt ergriffen. Bottas und sein von Pole Position gestarteter Williams-Teamkollege Felipe Massa konnten nur in der ersten Rennhälfte wirklich mithalten. Dann zogen Rosberg und Hamilton davon und lieferten sich erneut einen engen Kampf um den Sieg. «Er hat einen großartigen Job gemacht», lobte Hamilton seinen Kollegen, der immer mehr wie der kommende Weltmeister aussieht.

Zweitbester Deutscher in Spielberg war Nico Hülkenberg, der seinen Force India auf Rang neun steuerte. «Ich war im ganzen Rennen nicht zufrieden und einfach zu langsam», klagte der Rheinländer. Adrian Sutil verpasste als 13. im Sauber erneut die Punkteränge.

Am Start hatte der Brasilianer Massa zunächst Platz eins verteidigt. Bottas musste zunächst Rosberg vorbeiziehen lassen, doch nach wenigen Kilometern holte sich der Finne Rang zwei zurück. Den besten Start erwischte indes Hamilton. Genervt von seinem Pech in der Qualifikation, als er sich wegen eines Fahrfehlers mit Rang neun begnügen musste, rauschte er umgehend an vier Konkurrenten vorbei. Auch Ferrari-Star Fernando Alonso musste sich dem Briten geschlagen geben, Hamilton war damit hinter Rosberg schon Vierter.

Einen erneuten Alptraum erlebte Titelverteidiger Vettel. Schon in Runde eins meldete er frustriert am Boxenfunk: «Ich habe Motorleistung verloren, bitte sagt mir, was ich tun soll.» Hilflos rollte der Hesse dahin und wurde von allen Rivalen überholt. Erst nach einer Runde spielte sein störrischer Dienstwagen wieder mit. «Keine Ahnung, warum», rief Vettel seinen Ingenieuren zu.

Als Letzter startete der Vierfach-Champion eine fast aussichtslose Aufholjagd. Diese endete in Runde 35, nachdem er beim Überholversuch seinen Frontflügel am Sauber von Esteban Gutierrez beschädigt hatte. «Komm an die Box, stell das Auto ab», befahl der Kommandostand.

An der Spitze hatten Rosberg und Hamilton zu diesem Zeitpunkt den Kampf mit den Williams-Piloten bereits für sich entschieden. Zunächst fiel Massa zurück, nach dem zweiten Boxenstopp musste auch Bottas abreißen lassen. «Auf wen muss ich noch aufpassen?», fragte Rosberg die Teamführung. «Du fährst nur noch gegen Lewis», lautete die Antwort.

Allerdings bereiteten beiden Piloten leichte Bremsprobleme Sorgen. So mussten Rosberg und Hamilton ihren Eifer beim direkten Duell zügeln. Bis zum Schluss mühte sich der Brite, noch einmal an seinen deutschen Rivalen heranzukommen. Aber Rosberg konterte souverän, fuhr konstant ähnliche Zeiten und rettete seinen hauchdünnen Vorsprung bis ins Ziel. «Mehr kann man nicht verlangen», befand Niki Lauda, der als Team-Aufsichtsratschef von Mercedes in seiner österreichischen Heimat erneut einen perfekten Tag verbuchen konnte.

(Von Claas Hennig, dpa)
Zur Startseite Mehr aus Sport

BITTE BEACHTEN SIE: Unser Angebot dient lediglich Ihrer persönlichen Information. Kopieren und/oder Weitergabe sind nicht gestattet. Hier finden Sie Informationen zur Verwendung von Artikeln. Quellen: Mit Material von dpa, afp, kna, AP, SID und Reuters

Archiv ThemenMediadatenKontaktImpressumDatenschutzRSS

© 2016 Frankfurter Neue Presse