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Da ist er wieder

Marcel Heller ist ein ganz wichtiger Baustein im Offensivsystem von Trainer Schuster. Das hat der Sieg gegen den MSV Duisburg gezeigt.
Als wollte er die ganze Welt umarmen: Gegen Duisburg war Marcel Heller an allen drei Toren beteiligt. Foto: Jan Huebner/Bremes (imago sportfotodienst) Als wollte er die ganze Welt umarmen: Gegen Duisburg war Marcel Heller an allen drei Toren beteiligt.
Darmstadt. 

Da stand er. Beide Arme zur Seite gestreckt, das Gesicht starr nach vorne gerichtet, in die jubelnde Menge blickend. Die Aussage des Torjubels war eindeutig: Seht her, hier bin ich wieder. Marcel Heller ist zurück. Wie die Christusstatue mit ihren ausgebreiteten Armen über dem Zuckerhut von Rio de Janeiro thront, so thronte der Darmstädter Flügelstürmer am Freitagabend beim klaren 3:0 seiner Lilien gegen den MSV Duisburg über den restlichen Kickern auf dem Rasen des Stadions am Böllenfalltor. Der 32-Jährige war mit weitem Abstand der beste Mann, er war es, der mit seinem enormen Tempo und seiner präzisen Spielweise die über 60 Minuten ziemlich ausgeglichene Partie letztlich auf die Seite der Gastgeber zog.

Heller sei „der Unterschiedsspieler“ gewesen, lobte auch der Darmstädter Trainer Dirk Schuster später. Es sei für Duisburg an diesem Freitagabend eigentlich gar nicht möglich gewesen, den so stark auftrumpfenden Heller zu 100 Prozent auszuschalten. Zu schnell, zu effektiv, schlicht zu gut trat der Mann mit den Stakkato-Schritten auf. Dabei war die Note-eins-Leistung in dieser Form nicht unbedingt zu erwarten gewesen. Ende Juli hatten die Lilien den Rechtsaußen vom Bundesligisten FC Augsburg loseisen können, in den Folgewochen kämpfte Heller noch sichtbar mit seiner Form. Im ersten Heimspiel gegen Paderborn war er noch gesperrt, beim Gastauftritt am Millerntor gegen den FC St. Pauli, das mit 0:2 ziemlich in die Hose ging, fand der Mann mit der Nummer 20 schließlich nie in seinen Rhythmus. Die Dribblings verpufften meist schon am ersten Gegenspieler, Tempoläufe gab es keine.

Und nun? Die Leistungsexplosion. „Es ist normal, dass man sich ein bisschen einfinden muss“, sagte Heller, der zwar von 2013 bis 2017 schon einmal das weiß-blaue Lilien-Trikot übergestreift hatte und nicht unwesentlich am Aufstieg in die Bundesliga beteiligt war, der aber in der vergangenen Saison in Augsburg nur selten zum Stammpersonal zählte. „Das System in Augsburg war ein anderes, da muss man sich halt umstellen. Nun hat aber viel funktioniert. Es ist natürlich schön, wenn man an Toren beteiligt ist“, sagte Heller.

Der in Frechen bei Köln geborene Heller war gar an allen drei Darmstädter Treffern beteiligt. Beim 1:0 sprintete er einem langen Ball hinterher, umkurvte den Duisburger Torhüter und schoss ein. Beim 2:0 flankte er auf Mittelstürmer Serdar Dursun, der die Kugel aus einem Meter mit dem Bauch, vielleicht sogar ein bisschen mit dem Unterleib, über die Linie drückte. Und beim 3:0 bediente Heller zentimetergenau den mit nach vorne geeilten Tobias Kempe, der zum Endstand einköpfte.

Der Saisonstart sei mit zwei Heimsiegen, mit sechs Punkten aus drei Spielen, auf jeden Fall gelungen, stellte Kempe fest. Aber nicht, ohne ganz im Stile einer Führungskraft eine Warnung an seine Kollegen auszusprechen: „Auch in der letzten Saison sind wir gut gestartet.“ Damals waren die Lilien unter Trainer Torsten Frings die ersten vier Spiele ohne Niederlage geblieben, im Saisonverlauf rauschten sie gehörig ab, hielten sich erst am letzten Spieltag in der Liga. Dieses Szenario scheint unter Dauermahner Dirk Schuster, Frings’ Nachfolger, ziemlich unwahrscheinlich. Bei allem Lob für den ordentlichen Auftritt hatte der immer ein bisschen grantige Coach auch Kritik für seine Elf parat: „Im Kombinationsspiel müssen wir uns noch verbessern. Da haben wir viel Arbeit vor uns.“ Gerade Taktgeber Kempe und Sprinter Heller machen Hoffnung, dass die Arbeit sich auszahlen könnte.

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