E-Paper Abo & Service Immo Stellen Trauer
Anzeige Frankfurt am Main 19°C

Regionalliga: Das 0:7 gegen Kickers Offenbach verschärft die Krise des FSV Frankfurt

Von Die mitgereisten Fans beschimpfen nach dem Schlusspfiff die eigene Mannschaft, der Präsident ist bestürzt und besorgt. Der Fußball-Regionalligist FSV Frankfurt befindet sich nach dem 0:7-Debakel gegen Kickers Offenbach endgültig in der Krise.
So sehen Verlierer aus: die Spieler des FSV Frankfurt nach dem 0:7 in Offenbach. Foto: Hartenfelser (Hartenfelser) So sehen Verlierer aus: die Spieler des FSV Frankfurt nach dem 0:7 in Offenbach.
Offenbach/Frankfurt. 

Die Anhänger des langjährigen Fußball-Zweitligisten FSV Frankfurt haben in den vergangenen drei Jahren vieles ertragen müssen. Dem Abstieg aus dem Bundesliga-Unterhaus schloss sich bekanntlich der Absturz in die Viertklassigkeit an; zu allem Überfluss mündete eine folgenschwere Misswirtschaft der alten Geschäftsführung auch noch in eine Insolvenz, die den Frankfurter Stadtteilclub schwer in seinen Grundfesten erschütterte.

Ohne Worte: Alban Sabah (FSV Frankfurt, links) ist bedient, die Offenbacher Serkan Firat und Maik Vetter (rechts) jubeln.
Die Lektion FSV Frankfurt wird beim Derby in Offenbach gedemütigt

Die sportlichen Nachbarschaftstreffen mit Kickers Offenbach sind für den FSV Frankfurt ganz offensichtlich unlösbare Aufgaben. Im dritten Pflichtspiel hintereinander in der Fußball-Regionalliga Südwest kassierten die Bornheimer ihre dritte Niederlage, die mit 0:7 auch noch richtig bitter ausfiel.

clearing

All dies haben die Fans des FSV Frankfurt stets mit bewundernswerter Fassung ertragen. Im Gegensatz zu der Schmach, die sie am Sonntag im benachbarten Offenbach ertragen mussten. Nach dem 0:7-Debakel ihrer in allen Belangen hoffnungslos unterlegenen Mannschaft gegen ein eiskalt auftretendes und spielfreudiges Ensemble der Offenbacher Kickers beschimpfte ein Großteil der rund 500 mitgereisten Fans nach dem Schlusspfiff die eigenen Spieler, die immerhin noch den Mut aufgebracht hatten, sich trotz des desaströsen Auftritts am Zaun den eigenen Zuschauern zu stellen. Dort bekamen sie keine netten Dinge zu hören, zu demütigend waren aus Sicht der Bornheimer die 90 Minuten zuvor auf dem Rasen verlaufen.

„Beschämend“

„Das war peinlich und beschämend“, bezeichnete Michael Görner, der Präsident des FSV Frankfurt, die indiskutable Vorstellung seiner Mannschaft, die nur knapp einer zweistelligen Niederlage entgangen war. Zwar hatten die Frankfurter auch in der abgelaufenen Spielzeit gegen die Offenbacher Kickers zwei Niederlagen einstecken müssen, sie hatten in beiden Derbys aber lange Zeit gut mitgehalten und dem Favoriten von der anderen Mainseite Schwerstarbeit abverlangt. Am Sonntag hingegen hatte der selbst ernannte Aufstiegskandidat aus Offenbach, der nach seinem holprigen Saisonstart so langsam auf Touren kommt, leichtes Spiel mit einem Kontrahenten, der in dieser Verfassung im Kampf um den Klassenerhalt schweren Zeiten entgegen gehen dürfte. „Das ist ein Klassenunterschied“, analysierte Peter Rübenach, der frühere Zweitligaprofi des FSV Frankfurt und langjähriger Oberligatrainer, schon zur Pause das Ungleichgewicht in diesem Nachbarschaftstreffen, an dem sich auch in der zweiten Halbzeit nichts änderte.

Ändern dürfte sich jetzt allerdings die Tonlage am Bornheimer Hang. Görner erteilte zwar unmittelbar nach dem Schlusspfiff seinem Cheftrainer Alexander Conrad eine Jobgarantie (wir berichteten), und in der Tat gilt der 51 Jahre alte Fußball-Lehrer als unumstritten. Zumal Conrad immer wieder – selbst nach dem überraschenden 3:0-Auftakterfolg beim großen Titelfavoriten 1. FC Saarbrücken – warnend den Finger gehoben und darauf hingewiesen hat, wie schwierig sich auch diese Saison für seine junge Mannschaft noch gestalten wird.

Dennoch wird Conrad nach dem zweiten Debakel in dieser Spielzeit – vor drei Wochen mussten die Bornheimer zu Hause eine 1:5-Niederlage gegen Waldhof Mannheim verkraften – seine Konsequenzen ziehen müssen. Vor allem das Defensivverhalten seiner Mannschaft im Mittelfeld war besorgniserregend. „Wir hatten große Probleme, die Zwischenräume zu schließen“, benannte Conrad die wohl größte Schwachstelle seines Teams.

„Wir hatten gehofft, auf Augenhöhe mit den Kickers zu sein, aber wir waren überhaupt nicht präsent“, ärgerte sich der FSV-Coach maßlos über die fehlerhafte Vorstellung der Gäste, die auch im Spiel nach vorne keinerlei Durchschlagskraft an den Tag legten.

Lichtblick Nothnagel

Einziger Lichtblick an diesem aus Bornheimer Sicht so rabenschwarzen Tag war die Leistung des erst Ende August vom Drittligisten SV Wehen Wiesbaden verpflichteten Dominik Nothnagel, der am Sonntag der einzige Frankfurter Profi war, der im Angesicht des sich anbahnenden Debakels ernsthafte Gegenwehr leistete.

Zur Startseite Mehr aus Sport

BITTE BEACHTEN SIE: Unser Angebot dient lediglich Ihrer persönlichen Information. Kopieren und/oder Weitergabe sind nicht gestattet. Hier finden Sie Informationen zur Verwendung von Artikeln. Quellen: Mit Material von dpa, afp, kna, AP, SID und Reuters

Archiv ThemenMediadatenKontaktImpressumDatenschutz Über unsere WerbungRSS

© 2018 Frankfurter Neue Presse

Ok

Um Ihnen ein besseres Nutzererlebnis zu bieten, verwenden wir Cookies. Durch Nutzung unserer Dienste stimmen Sie unserer Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen