Lade Login-Box.
E-Paper Abo & Service Immo Stellen Trauer
Anzeige Laufsport - Alles rund um den Mainova Frankfurt Marathon ... Frankfurt am Main 8°C

Tour de France: Das große Thema ist der suspendierte Peter Sagan

Auf der ersten Bergetappe schwächelt Top-Favorit Chris Froome etwas, erobert aber die Gesamtführung.
Stellte sich gestern noch der Weltpresse, ehe er die Tour de France in Richtung Monaco verließ: Weltmeister Peter Sagan. Foto: Dirk Waem (BELGA) Stellte sich gestern noch der Weltpresse, ehe er die Tour de France in Richtung Monaco verließ: Weltmeister Peter Sagan.
Vittel. 

Der Fall Peter Sagan beschäftigte kurzfristig sogar den Internationalen Sportgerichtshof CAS, Anwälte waren involviert, bis unmittelbar vor dem gestrigen Start wurde verhandelt – doch die Jury kannte kein Pardon. Für den Rad-Weltmeister gab es kein Zurück ins Peloton der 104. Tour de France. Nicht nach Planche des Belles Filles, dem Zielort der fünften Etappe, sondern in die Wahlheimat Monaco ging für den Slowaken die Reise.

Mit offenem Haar und in Freizeitkleidung hatte Sagan am Morgen restlos enttäuscht das mondäne Teamquartier Club Med Ermitage in Vittel verlassen. „Ich bin gegen die Entscheidung der Jury, aber ich akzeptiere sie“, sagte der Weltmeister in einem knappen Statement und fügte hinzu: „Es tut mir leid, dass Mark Cavendish zu Fall gekommen ist und sich verletzt hat. Ich hoffe, dass er schnell gesund wird. Ich habe aber nichts falsch gemacht. Das war ein Sprint, wie es ihn früher gab und auch weiter geben wird.“

Als Sagan bereits im Auto Richtung Monaco saß, kämpfte sein deutsches Team Bora-hansgrohe weiter um die Starterlaubnis. Der CAS wurde kurzfristig angerufen – ohne Erfolg. „Wir hatten die Hoffnung, dass die Entscheidung noch einmal überdacht wird und Peter unter Vorbehalt starten darf. Eine Anhörung hat aber nicht mehr stattgefunden“, sagte Teamsprecher Ralph Scherzer. Die Jury habe lediglich den Einspruch zur Kenntnis genommen.

Auch Thurau sah „Rot“

Auch Cavendish muss mit einem Bruch des rechten Schulterblatts nach Hause. Er war nicht nachtragend. Mit der Entschuldigung seines Rivalen und Freundes Sagans noch im Teambus am Dienstagabend sei die Sache für ihn erledigt: „Es zeigt, was für ein Mensch er ist, und das zählt für mich mehr als alles andere.“ Seit sieben Jahren hatte es bei der Tour keine Disqualifikation mehr wegen unsportlichen Verhaltens gegeben. Mark Renshaw – damals wie heute Anfahrer von Cavendish – war ebenfalls nach einem Wild-West-Sprint bestraft worden. Auch den Frankfurter Dietrich Thurau hatte es 1985 mal erwischt, nachdem er einem Rennkommissar an den Kragen gegangen war.

Nur unter Schmerzen erreicht John Degenkolb das Ziel.
Tour de France Das sagt Degenkolb zu seinem Sturz nach der Sagan-Attacke

Ein Ellbogenstoß des Weltmeisters Peter Sagan gegen Mark Cavendish im Massensprint verursachte gestern einen schweren Crash bei der Tour de France. Auch John Degenkolb kam zu Fall. Er hatte Glück im Unglück. Wir haben mit ihm gesprochen.

clearing

In der gestrigen Etappe eroberte Top-Favorit Chris Froome das Gelbe Trikot – aber den Platz auf dem Chefsessel der Tour muss er sich mit Richie Porte teilen. Der 32 Jahre alte Brite verdrängte auf der gestrigen fünften Etappe seinen Teamkollegen Geraint Thomas von der Spitze. Aber die Leichtigkeit der vergangenen Jahre scheint weg zu sein beim hageren Briten. Denn auf der ersten Bergetappe der 104. Tour de France, auf der die große Froome-Attacke erwartet wurde, hatte der Sky-Kapitän mehr Mühe als erwartet und rollte zeitgleich mit seinem ehemaligen Teamkollegen Porte über die Ziellinie. Der Australier könnte Froome im Kampf um den Gesamtsieg wirklich gefährlich werden.

Der große Held gestern nach 160,5 Kilometern war Tagessieger Fabio Aru. Der Italiener, der beim Giro noch verletzt fehlte, holte seinen ersten Tour-Etappensieg und hatte sich als Solosieger bei bis zu 35 Grad 16 Sekunden Vorsprung auf den Zweitplatzierten Dan Martin aus Irland gesichert. Emanuel Buchmann fuhr am Ende des 5,9 Kilometer langen Schlussanstiegs auf Rang 21 mit 1:17 Minuten Rückstand auf Aru. Nairo Quintana und Alberto Contador konnten Froome und Porte nicht folgen und verloren Sekunden. Der am Vortag gestürzte John Degenkolb (Oberursel) kämpfte sich mit 15:47 Minuten Rückstand auf Aru ins Ziel. Vor ihm landete noch der ebenfalls von Blessuren gehandicapte Tony Martin (10:38 Minuten zurück).

Sturz mit Folgen bei der Tour de France: Der Deutsche John Degenkolb (l) vom Trek-Segafredo Team und der Brite Mark Cavendish (M) von Dimension Data Team stürzen beim Zielsprint. Cavendish muss nach einen Bruch des Schulterblatts ausscheiden. Foto: Christophe Ena
Kommentar: Punktabzug hätte gereicht

"Sagans Reflex ist in einem harten Zielsprint bei Tempo 70 keine Seltenheit im Radsport. Jeder Profi möchte selbst nicht zu Fall kommen", sagt unser Sportredakteur Harald Joisten.

clearing
Zur Startseite Mehr aus Sport

BITTE BEACHTEN SIE: Unser Angebot dient lediglich Ihrer persönlichen Information. Kopieren und/oder Weitergabe sind nicht gestattet. Hier finden Sie Informationen zur Verwendung von Artikeln. Quellen: Mit Material von dpa, afp, kna, AP, SID und Reuters

Archiv ThemenMediadatenKontaktImpressumDatenschutzRSS

© 2017 Frankfurter Neue Presse