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Zum 50. Geburtstag: Das neue Leben des Matthias Sammer: einfach mal innehalten

Heute wird Matthias Sammer 50 Jahre alt. Nach seinem leichten Schlaganfall befindet er sich in einem „interessanten Prozess“.
Arbeitet derzeit als TV-Experte: Matthias Sammer. Foto: Florian Eckl (dpa) Arbeitet derzeit als TV-Experte: Matthias Sammer.
München. 

Auf den ganzen Trubel hat Matthias Sammer keine Lust. Er flüchtete kurzerhand in den Süden, um dort halbwegs in Ruhe mit seiner Familie und ein paar Freunden heute seinen 50. Geburtstag zu feiern. „Wir sind ein bisschen unterwegs“, sagt Sammer. „Ich weiß aber, dass meine Frau eine Kleinigkeit organisiert, weil sie das sowohl beim Dreißigsten als auch beim Vierzigsten gemacht hat.“

Auch nach seinem Abschied von Bayern München im Sommer 2016 ist Sammer ein gefragter Mann. Als Experte bei TV-Sender Eurosport und als Pate eines Jugendprojekts von Adidas ist der Europameister von 1996 dem Fußball inzwischen wieder eng verbunden – und seine Meinung ist nach wie vor gefragt.

Das wertvollste Geschenk hat Sammer schon lange vor seinem runden Geburtstag erhalten. Er fühlt sich wieder völlig gesund, nachdem im Frühjahr 2016 die Nachricht von einer schweren Erkrankung die Fußball-Öffentlichkeit aufgeschreckt hatte. Der große Einschnitt, den eine „winzige Durchblutungsstörung im Gehirn“ darstellte, hat das Leben des Ex-Spielers, Ex-Trainers, Ex-Sportdirektors und aktuellen TV-Experten verändert. „Ich lebe anders“, bestätigt Sammer.

Der Fußball spielt weiterhin die Hauptrolle im Leben des gebürtigen Dresdners, , der weiter in Grünwald bei München wohnt, auch wenn er seinen Fulltime-Job als Sportvorstand des FC Bayern wegen der Erkrankung vor einem Jahr aufgab. „Ich würde es vermissen, wenn der Fußball als Teil meines Lebens nicht mehr stattfinden könnte“, gesteht Sammer, dessen „Lieblingsthema“ stets Leistung hieß. Der Erfolg trieb ihn rund um die Uhr an.

Sammer war schon als Spieler extrem. Sein Spitzname war „Feuerkopf“. Er wurde DDR-Meister mit seinem Stammverein Dynamo Dresden. Er gewann die Champions League mit Borussia Dortmund. Er war Führungskraft im deutschen Europameisterteam von 1996. Nach der Profi-Laufbahn ging es weiter: Mit 34 Jahren wurde er beim BVB jüngster Meistertrainer der Bundesliga-Geschichte. In seiner Zeit als DFB-Sportdirektor fielen mehrere Titelgewinne im Nachwuchsbereich. Und in München feierte er gleich in seinem ersten Jahr mit dem FC Bayern 2013 das Triple.

Im Moment genieße er die Experten-Rolle im Fernsehen. „Aber mit 50 – körperlich wieder fit und belastbar“ – hält er sich für die Zukunft alle Optionen offen. Nochmal Trainer bei einem Topclub? Oder Sportdirektor? „Ich schließe nichts aus“, lautet die Antwort. Konkrete Pläne schmiedet er nicht, eine Lehre aus 2016. „Ich befinde mich noch in einem ganz interessanten Prozess. Ich verarbeite noch, was in der Vergangenheit auf den Wegen passiert ist. Aber ich blockiere mich nicht für die Zukunft.“

Die Erkrankung sei „ein Auslöser“ gewesen, die eigene Lebensweise selbstkritisch zu hinterfragen. Sie zwang ihn, „schwierige Phasen, schwierige Themen offen anzugehen und nicht im Verdrängungs-Modus“. Der Vater von drei Kindern kam vor einem Jahr zum Entschluss, den hohen Rhythmus im Bundesliga-Business nicht mehr weiterführen zu wollen. „Ich habe mir Zeit genommen zu reflektieren, zurückzuschauen, mich zu erholen und mich vielleicht noch besser kennenzulernen.“

Sammer spricht von einer hochinteressanten Phase seines Lebens. Ein runder Geburtstag führt da natürlich auch zum Innehalten. Sammer tut viel für seine Gesundheit. Radfahren, Walking, Yoga – damit hält er sich körperlich in Form.

Er genieße „all die Gespräche mit meinen Lieben, mit Menschen, die mit mir auf einer Wellenlänge liegen“, führte er weiter aus. Es sind die normalen Dinge, die für Sammer immer weit weg gewesen waren. Wenn er etwa im Supermarkt sei, räumte er ein, „merke ich endlich, was es dort alles zu kaufen gibt, wie man bezahlen muss“.

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