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Tour de France: Das sagt Degenkolb zu seinem Sturz nach der Sagan-Attacke

Von Ein Ellbogenstoß des Weltmeisters Peter Sagan gegen Mark Cavendish im Massensprint verursachte gestern einen schweren Crash bei der Tour de France. Auch John Degenkolb kam zu Fall. Er hatte Glück im Unglück. Wir haben mit ihm gesprochen.
Nur unter Schmerzen erreicht John Degenkolb das Ziel. Foto: Vincent Kalut (imago sportfotodienst) Nur unter Schmerzen erreicht John Degenkolb das Ziel.
Vittel. 

Die Tour de France 2017 hat ihren Skandal. Nein, kein Doping, sondern grob unsportliches Verhalten führten zum Ausschluss des Doppelweltmeisters Peter Sagan. Diesen hatte  Medien-Direktor Philippe Marien gestern gemäß der Regularien des Radsport-Weltverbandes verkündet. Heute wurde der Einspruch des Slowaken und seines Teams abgelehnt.

Sagan hatte mit einem Ellenbogen-Check Mark Cavendish gegen die Bande gerammt und schwer zu Fall gebracht. Nicht nur Cavendish hatte sich nicht mehr auf seinem Rad halten können, auch mehrere andere Fahrer stürzten.

Opfer der Sagan-Attacke wurde auch John Degenkolb. Frisch geduscht, aber mit gequältem Lächeln stieg er aus dem schwarzen Bus seines Teams Trek-Segafredo. „Ich muss zum Röntgen“, teilte er nach seinem Horror-Crash dem wartenden deutschen Medien-Pulk mit.

Aber der Oberurseler ist Profi genug, dennoch kurz zu schildern, was etwa 150 Meter vor dem Ziel passiert war. Ein Chaos-Sprint. Wie es ihm gehe? „Ja, den Umständen entsprechend“, sagte Degenkolb. „Ich bin ziemlich schwer gefallen. Ich habe nur noch gesehen, wie Cav (Cavendish) vor mir lag und ich versuchte, noch irgendwie über ihn zu kommen. Ich bin auch gesprungen, was mir eigentlich auch gelungen ist. Die Landung war dann nicht so glimpflich. Ich bin auf dem Vorderrad gelandet und dann über den Lenker gestürzt. Das war das Problem. Jetzt muss ich zum Check-up.“

Es sah schon schlimm aus, wie Degenkolb vor Schmerzen gekrümmt an der Bande lag. Aber der harte Hund – man denke nur an seinen schrecklichen Trainingsunfall zu Beginn der letzten Saison – stand allein wieder auf, rollte mit schmerzverzerrtem Gesicht und aufgescheuerter rechter Körperhälfte übers Ziel und zum Mannschaftsbus.

Während Cavendish mit Verdacht auf Schulterbruch ins Krankenhaus gebracht wurde, ergab die Röntgenuntersuchung bei Degenkolb kein negatives Bild. „Es ist zum Glück nichts gebrochen“, berichtete Degenkolb, „ich probiere es morgen, dann schauen wir weiter. Aber es kommen jetzt harte Tage.“ Auf seine Hilfe wird der Kapitän Alberto Contador heute bei der ersten Bergankunft in den Vogesen verzichten müssen.

Sagan entschuldigte sich zwar später: „Ich habe nicht bemerkt, dass Mark hinter mir war. Er raste sehr schnell heran. Ich hatte keine Zeit, nach links zu ziehen und auszuweichen. Es tut mir leid.“ Ein anderer Deutscher Fahrer, André Greipel, nahm die Entschuldigung allerdings nicht an, sondern empörte sich über Sagans rüde Fahrweise. „Er hätte mich zum zweiten Mal fast umgebracht. Da fährt ein Typ im Weltmeister-Trikot, der meint, er könne sich alles erlauben.“

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