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Fußball-WM 2018: Das sind die Fußball-Weltmeister früherer Turniere

Die Fußballnationalmannschaft von Uruguay nimmt im heimischen Centenario-Stadion in Montevideo vor dem Weltmeisterschafts-Finale gegen Argentinien (4:2) Aufstellung für ein Mannschaftsfoto (Archivbild vom 30.07.1930). Uruguay geht als erster Fußballweltmeister in die Geschichte ein: Stehend (v.l.): Masseur Figoli, Alvaro Gestido, Jose Nazazzi, Enrique Ballesteros, Ernesto Mascheroni, Andrade, Lorenzo Fernandez, Masseur Greco; Hockend (v.l.): Pablo Dorado, Hector Scarone, Hector Castro, Jose Pedro Cea, Santos Iriarte. Foto: Staff/dpa Foto: DB Staff (OFF) Die Fußballnationalmannschaft von Uruguay nimmt im heimischen Centenario-Stadion in Montevideo vor dem Weltmeisterschafts-Finale gegen Argentinien (4:2) Aufstellung für ein Mannschaftsfoto (Archivbild vom 30.07.1930). Uruguay geht als erster Fußballweltmeister in die Geschichte ein: Stehend (v.l.): Masseur Figoli, Alvaro Gestido, Jose Nazazzi, Enrique Ballesteros, Ernesto Mascheroni, Andrade, Lorenzo Fernandez, Masseur Greco; Hockend (v.l.): Pablo Dorado, Hector Scarone, Hector Castro, Jose Pedro Cea, Santos Iriarte. Foto: Staff/dpa

1930: Uruguay

Der erste Fußball-Weltmeister heißt Uruguay. Der Gastgeber setzte sich im Endspiel gegen ein anderes südamerikanisches Team, Argentinien, mit 4:2 durch. Nur 13 Teams haben an dem Turnier teilgenommen: vier aus Europa (Jugoslawien, Frankreich, Rumänien, Belgien), acht aus Südamerika, zudem noch die USA, die sogar bis ins Halbfinale kam. Deutschland nahm an der WM in Uruguay nicht teil. Alle 18 Spiele wurden in der Hauptstadt Montevideo ausgetragen.

1934: Italien

Mit Italien hat erneut das Team des Gastgebers den Titel geholt. Die Südeuropäer setzten sich im Finale in Rom nach Verlängerung gegen die Tschechoslowakei mit 2:1 durch. Deutschland schied im Halbfinale gegen die Tschechoslowakei (1:3) aus und wurde dank des 3:2-Erfolges gegen Österreich Dritter. Die 16 teilnehmenden Teams spielten von Beginn an im K.o.-Modus. Die deutschen setzten sich im Achtelfinale gegen Belgien (5:2) und im Viertelfinale gegen Schweden (2:1) durch. Gespielt wurde diesmal in acht Stadien.

1938: Italien

Die Italiener haben bei dem Turnier in Frankreich ihren WM-Titel verteidigt. Nach dem "Anschluss" des für die WM qualifizierten Österreichs an das Deutsche Reich im März 1934 verringerte sich die Zahl der Teilnehmer auf 15. Die Deutschen und die Österreicher nahmen als Großdeutschland teil, schieden aber bereits im Achtelfinale nach einem Wiederholungsspiel - immer dann ausgetragen, wenn es auch nach der Verlängerung keinen Sieger gab - gegen die Schweiz aus (2:4). Die Italiener setzten sich im Finale gegen Ungarn mit 4:2 durch, Dritter wurde nach dem 4:2-Sieg gegen Schweden Brasilien. Mit sieben Toren wurde der Brasilianer Leonidas. Ein anderer Stürmer stellte jedoch einen Rekord auf, der 56 Jahre hielt: Ernest (Ernst) Wilimowski, der beim 5:6 n.V. seines polnischen Teams im Achtelfinale gegen Brasilien vier Tore in einem WM-Spiel erzielte. Der in Oberschlesien geborene Torjäger spielte übrigens während des Zweiten Weltkriegs für das deutsche Team. Erst 1994 knackte der Russe Oleg Salenko beim 6:1 gegen Kamerun mit fünf Treffern Wilimowskis Rekord.

1950: Uruguay

Aufgrund des Zweiten Weltkriegs konnte ein weiteres Turnier erst 1950 ausgetragen werden. Deutschland war nicht unter den 13 teilnehmenden Ländern des Turniers in Brasilien - Schottland, Indien und die Türkei haben auf den Start verzichtet - dabei, da der Deutsche Fußballbund (DFB) bis dahin nicht wieder in den Weltverband FIFA aufgenommen wurde. Gespielt wurde auf Wunsch der Gastgeber in einem einzigartigen Modus ohne K.o.-Runde: Die Sieger der vier Gruppen spielten im Modus "Jeder gegen Jeden" den Weltmeister aus. Vor dem letzten Spieltag sahen die Brasilianer nach Erfolgen gegen Spanien und Schweden wie der sichere WM-Sieger aus, doch Uruguay gewann vor 200.000 Fans im Maracana überraschend mit 2:1 und holte nach 1930 zum zweiten Mal den WM-Titel. Dritter wurde Schweden. Der Brasilianer Ademir wurde mit acht Treffern Torschützenkönig.

1954: Deutschland

Bei dem Turnier in der Schweiz holte das deutsche Team seinen ersten WM-Titel. Überraschend setzte sich die Mannschaft von Trainer Sepp Herberger im Finale gegen das favorisierte ungarische Team trotz frühen 0:2-Rückstands mit 3:2 durch, das Spiel ging als das "Wunder von Bern" in die deutsche Sportgeschichte ein, dem zweifachen Torschützen Helmut Rahn gelang der in der 84. Spielminute der entscheidende Treffer. Die Ungarn um Superstar Ferenc Puskas galten zu jener Zeit als beste Auswahl der Welt, waren seit Mai 1950 ungeschlagen. In der Gruppenphase hatten die Magyaren noch mit 8:3 gegen die Deutschen gewonnen. Dritter wurde nach dem 3:1-Sieg gegen Uruguay Österreich. Torschützenkönig wurde mit elf Toren der Ungar Sandor Kocsis.

1958: Brasilien

Bei dem Turnier in Schweden ging der Stern des großen Pelé auf, der mit Brasilien den Titel gewann. Im Finale gegen den Gastgeber traf der damals 17-Jährige beim 5:2 zwei Mal ins gegnerische Netz. Deutschland war im Halbfinale gegen Schweden (1:3) ausgeschieden und verpasste nach dem 3:6 gegen Frankreich Platz drei. Der Franzose Just Fontaine wurde mit 13 Treffern Torschützenkönig - das ist bis heute Rekord.

1962: Brasilien

In Chile haben die Brasilianer ihren Titel verteidigt. Auch ohne den verletzten Pelé waren die Südamerikaner im Endspiel für die Auswahl der Tschechoslowakei zu stark (3:1). Platz drei sicherte sich Chile mit einem 1:0-Sieg über Jugoslawien, gegen das Deutschland im Viertelfinale gescheitert war (0:1). Einen überragenden Torjäger gab es bei dieser WM nicht: der Ungar Florian Albert, der Chilene Leonel Sanchez, die Brasilianer Vava und Garrincha sowie Valentin Ivanov (Sowjetunion) und Drazen Jerkovic (Jugoslawien) mit je vier Treffern teilten sich die Torjägerkrone.

1966: England

Zum ersten Mal seit 1934 gewann wieder der Gastgeber das WM-Turnier. Die Engländer gewannen das Finale im Wembley-Stadion gegen Deutschland nach Verlängerung mit 4:2, Geoff Hurst gelang als erstem Spieler in der WM-Geschichte ein Hattrick in einem Endspiel. Sein Treffer zum 3:2 war jedoch der vermutlich umstrittenste in der Geschichte des Fußballs - das legendäre "Wembley-Tor". Dritter wurde das Team aus Portugal (2:1 gegen die Sowjetunion) mit seinem Star Eusebio, der Torschützenkönig des Turniers wurde (9 Tore).

1970: Brasilien

Nachdem Brasilien durch den 4:1-Sieg über Italien zum dritten Mal den WM-Titel holte, ging der WM-Pokal (Jules-Rimet-Pokal) in Besitz der "Selecao" über. Deutschland revanchierte sich im Viertelfinale gegen England für die Finalniederlage vier Jahre zuvor (3:2 nach Verlängerung), scheiterte jedoch in einem dramatischen Halbfinale gegen Italien ebenfalls nach Verlängerung mit 3:4. Im Spiel um Platz drei gegen Uruguay erzielte Wolfgang Overath das entscheidende 1:0, Gerd Müller wurde mit zehn Treffern Torschützenkönig.

1974: Deutschland

Das Team der Bundesrepublik Deutschland entschied das Turnier im eigenen Land für sich. Das Team von Trainer Helmut Schön setzte sich im Finale mit 2:1 gegen die Niederlande durch. Platz drei holte Polen, das mit 1:0 gegen Brasilien gewann. Der Siegtorschütze Grzegorz Lato wurde mit sieben Treffern Torschützenkönig. Halbfinals gab es bei diesem Turnier keine, in der Finalrunde spielten acht Teams zu je vier Mannschaften die Endspielteilnehmer aus. Für die Deutschen war das 1:0 gegen Polen entscheidend, es ging aufgrund der Platzverhältnisse im Waldstadion als die "Wasserschlacht von Frankfurt" in die Geschichte ein. Das Turnier 1974 war das einzige, an dem auch die DDR-Auswahl teilnahm: Das ostdeutsche Team sorgte mit dem 1:0-Sieg (Tor: Jürgen Sparwasser) gegen die BRD in der Gruppenphase für eine große Überraschung.

1978: Argentinien

Erneut setzte sich der Gastgeber gegen die Konkurrenz aus aller Welt durch. Dank ihres Stars und Torschützenkönigs des Turniers, Mario Kempes (6 Tore), gewann Argentinien durch einen 3:1-Sieg in der Verlängerung gegen die Niederlande den WM-Titel. Titelverteidiger Deutschland verpasste nach zwei Unentschieden (0:0 gegen Italien und 2:2 gegen die Niederlande) sowie der als "Schmach von Cordoba" genannten Niederlage gegen die Österreicher (2:3) im abschließenden Spiel der Zwischenrunde sowohl das Finale als auch das Spiel um Platz drei und belegte zusammen mit den ebenfalls mit großen Hoffnungen in das Turnier gestarteten Polen nur Rang fünf.

1982: Italien

Es war der dritte WM-Titel für Italien, das sich im Finale gegen das deutsche Team durchsetzte (3:1). Die Mannschaft von Trainer Jupp Derwall war nach einem dramatischen Halbfinalspiel gegen Frankreich ins Endspiel eingezogen, die Entscheidung fiel erst im Elfmeterschießen (5:4). Im Spiel um Platz drei gewann Polen gegen Frankreich mit 3:2. Die WM in Spanien wurde erstmals mit 24 Mannschaften ausgespielt. Bester Torschütze des Turniers war Paolo Rossi (6 Tore).

1986: Argentinien

Acht Jahre nach dem Triumph im eigenen Land gewann Argentinien in Mexiko zum zweiten Mal den WM-Pokal. Zum zweiten Mal in Folge ging Deutschland im Finale leer aus (2:3). Das Turnier war die Sternstunde von Diego Maradona, seine berühmtesten Taten vollbrachte der kleine Argentinier im Viertelfinale gegen England (2:1), wo er beide Treffer für sein Team erzielte - das erste war allerdings geschummelt, der Spieler selbst bezeichnete seine eigentlich regelwidrige Aktion als "Hand Gottes" und so ging es auch in die Fußball-Geschichte ein. Das zweite hingegen war ein genialer Sololauf - vermutlich das schönste WM-Tor aller Zeiten. Platz drei ging nach Frankreich (4:2 nach Verlängerung gegen Belgien). Torschützenkönig wurde allerdings der Engländer Gary Lineker (6 Tore)

1990: Deutschland

Zum dritten Mal durfte sich Deutschland über den WM-Titel holen. Die Mannschaft von Teamchef Franz Beckenbauer nahm Revanche für die Endspielniederlage von 1986 und behielt diesmal gegen Argentinien die Oberhand. Andreas Brehme überwand in der Schlussphase von der Strafstoßmarke den Elfmeterkiller Sergio Goycochea, der nur aufgrund der Verletzung des 1986-Weltmeisters Nery Pumpido im Gruppenspiel gegen die Sowjetunion zum Zuge kam. Platz drei ging an Italien (2:1 gegen England). Italiens Stürmer Salvatore Schillaci wurde mit sechs Treffern Torschützenkönig.

1994: Brasilien

Zum ersten Mal wurde das WM-Finale im Elfmeterschießen entschieden. Brasilien hatte die besseren Nerven: Während bei Italien Franco Baresi, Daniele Massaro und Roberto Baggio vom Punkt scheiterten, konnte auf Seiten der Südamerikaner lediglich Marcio Santos Torwart Gianluca Pagliuca nicht bezwingen. Dritter wurde nach dem 4:0-Sieg gegen Bulgarien, das im Viertelfinale Deutschland aus dem Turnier gekegelt hatte (1:2), das schwedische Team. Der Russe Oleg Salenko und der Bulgare Christo Stoitschkow teilten sich mit je sechs Treffern die Torjägerkrone.

1998: Frankreich

Der Turniergastgeber mit Kapitän Zinedine Zidane als Anführer setzte sich im Finale überraschend glatt mit 3:0 gegen Brasilien durch. Bronze holte Kroatien, das im Spiel um Platz drei die Niederlande besiegte (2:1). Der WM-Debütant hatte im Viertelfinale Deutschland besiegt (3:0). Davor Suker wurde mit sechs Treffern Torschützenkönig. In Frankreich nahmen erstmals 32 Mannschaften an einer WM-Endrunde teil.

2002: Brasilien

Zum fünften Mal in der Geschichte holte Brasilien den WM-Titel. Im Finale bezwang das Team um Stürmerstar Ronaldo das deutsche Team mit 2:0. Ronaldo erzielte in dem Endspiel die beiden Tore für sein Team und wurde mit acht Treffern auch Torschützenkönig. Die Deutschen spielten kein überragendes Turnier, sicherten sich mit knappen 1:0-Siegen gegen Paraguay im Achtelfinale, gegen die USA im Viertelfinale und Co-Gastgeber Südkorea im Halbfinale das Endspieltcket. Vierter wurde die Türkei.

2006: Italien

Das "Sommermärchen" in Deutschland endete nicht wie 1974 mit einem Happyend. Italien beendete im Halbfinale den Traum der Deutschen vom WM-Titel und setzte sich im Finale gegen Frankreich im Elfmeterschießen (5:3) durch. In der Verlängerung sah Zinedine Zidane nach einem Kopfstoß gegen Marco Materazzi Rot. Das Team von Jürgen Klinsmann kletterte allerdings noch aufs Podest: Gegen Portugal gab es im Spiel um Platz drei einen souveränen 3:1-Sieg.

2010: Spanien

In Südafrika feierte Spanien den ersten WM-Erfolg in der Turniergeschichte. Andrés Iniesta erzielte in der Verlängerung des Endspiels gegen die Niederlande den entscheidenden Treffer zum 1:0. Deutschland war im Halbfinale (0:1) an den Südeuropäern gescheitert, gewann allerdings im Spiel um Platz drei gegen Uruguay (3:2).

2014: Deutschland

Das Turnier endete mit einer Demütigung des Gastgebers: Mit 7:1 gewann Deutschland im Halbfinale gegen Brasilien. Im Endspiel war erneut Argentinien der Gegner der Deutschen, die Entscheidung zugunsten der Mannschaft von Trainer Joachim Löw fiel erst in der Verlängerung durch ein Tor von Mario Götze. Im Spiel um Platz drei setzte sich die Niederlande gegen die geknickten Brasilianer klar mit 3:0 durch.

 

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