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Fußball: David Wagner: Aus Geinsheim in die Premier League

David Wagner ist in Frankfurt geboren, im Rhein-Main-Gebiet hat seine Profikarriere begonnen. Nun schreibt der Trainer in England an einem Fußballmärchen.
Ein Aufstieg, der wie eine Meisterschaft gefeiert wird: David Wagner hat Huddersfield Town in die Premier League geführt. Foto: Richard Sellers (imago sportfotodienst) Ein Aufstieg, der wie eine Meisterschaft gefeiert wird: David Wagner hat Huddersfield Town in die Premier League geführt.
Huddersfield. 

David Wagner will einen bleibenden Eindruck hinterlassen. „Wir wollen nicht nur einmal kurz winken, hallo sagen und dann sagen: Es war schön und wir sehen uns nicht mehr wieder“, sagt der Trainer von Huddersfield Town vor seiner ersten Saison in der Premiere League. „Wir wollen auf unsere Art und Weise eine Marke hinterlassen. Und die Marke soll dann auch in der darauffolgenden Saison noch zählen“, betont er. Soll heißen: Die sogenannten „Terriers“ wollen natürlich nicht nur ein Jahr der Spitzenklasse des englischen Fußballs angehören.

Erklärtes Saisonziel in der Grafschaft Yorkshire ist der Klassenerhalt, allein das wäre schon eine Sensation – das nächste Kapitel in einem Fußballmärchen, an dem Wagner entscheidend mitgeschrieben hat. Er selbst erlebt den bisherigen Höhepunkt eines langen Weges, der im Rhein-Main-Gebiet begann und ihn nun als vorläufigen Höhepunkt in die vielleicht beste, mit Sicherheit aber teuerste Liga der Welt geführt hat. In Frankfurt geboren, in Geinsheim am Rhein, einem Ortsteil von Trebur, aufgewachsen, wurde er nach einer kurzen Episode in Eintracht-Diensten Anfang der neunziger Jahre beim damaligen Zweitligisten Mainz 05 zum Profi – wo er auf einen Kollegen traf, der auch den Weg aus Frankfurt nach Mainz gewählt hatte: Jürgen Klopp.

Bei Borussia Dortmund arbeiteten beide später wieder zusammen: Klopp trainierte die Profis, Wagner die U 23. Bald nach Klopps Abschied von der Borussia zog es auch Wagner auf die Insel: Im November 2015 heuerte er in Huddersfield an, einen Monat, nachdem Klopp beim FC Liverpool übernahm.

Keine Grenzen

„Das wäre das Nonplusultra, eine nächste gefühlte Meisterschaft oder ein nächster gefühlter Aufstieg für uns“, sagt Wagner nun für den Fall, dass sein Club erstklassig bleiben sollte. Nach 45 Jahren in niederen Gefilden des englischen Fußballs hat er Huddersfield in der vergangenen Saison überraschend zurück in die erste Liga gebracht. Im Playoff-Finale um den Aufstieg setzte sich sein Team nach 0:0 im Elfmeterschießen gegen den FC Reading durch, ein Drama vor 76 000 Zuschauern im Wembley-Stadion. Die langersehnte Premiere in der seit 1992 bestehenden Premier League gibt Huddersfield Town am Samstag bei Crystal Palace. „Die Vorfreude ist riesig“, betont der Coach. Bei den Fans sowieso. Die Partie ist längst ausverkauft.

Aus Huddersfield sind fast 3000 Fans im Londoner Selhurst Park dabei sein. Der Auswärtsblock ist damit ausverkauft. Viele englische Fußball-Experten haben die Terriers als Absteiger getippt. „Dass Experten auch mal daneben liegen können, ist nicht erst seit letzter Saison bekannt“, scherzt Wagner, der mit der Situation vertraut ist. „Wir waren letzte Saison der Underdog, wir hatten finanziell herausragende Nachteile, wir wurden auf einen Abstiegsplatz getippt. Das alles ist diese Saison auch wieder so.“

David Wagner: Die Geschichte beginnt mit Yeboah

Der Start seiner eigenen Profikarriere ist mit einem großen Namen verbunden: Am 16. März 1991 wurde David Wagner, ein damals 19 Jahre junger Mittelstürmer in Diensten von Eintracht

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Druck von außen verspüre er kaum, sagt Wagner. Den größten Druck würden er und seine Mannschaft sich ohnehin selbst machen. „Wenn wir am Ende der Saison sagen können, dass wir das Maximale aus uns rausgeholt haben, dann bin ich überzeugt, dass wir auf einem Tabellenplatz stehen, mit dem wir glücklich und zufrieden sein können“, meint er. Wie in der Vorsaison laute das Motto „no limits“ – es gibt keine Grenzen. „Wir haben eine Chance in dieser Saison und auch in jedem einzelnen Spiel. Das ist das, was für uns zählt.“

Ein historisches Treffen

Für die Premier League wurde die Mannschaft auf mehreren Positionen verstärkt. Auf einen Aufstiegsheld, Torwart Danny Ward, muss Huddersfield aber verzichten. Klopp holte den Keeper zum FC Liverpool zurück, um den Konkurrenzkampf im Tor zu erhöhen. „Da gibt’s nichts zu diskutieren, weil Jürgen lange genug in dem Geschäft ist und intelligent genug, die Vor- und Nachteile abzuwägen“, berichtet Wagner von einem kurzen Telefonat unter Freunden. Als Nachfolger wurde Jonas Lössl verpflichtet – von Mainz 05.

Kumpel Klopp, dem alten Kollegen in Mainz und Dortmund, wünsche er „von Herzen, dass Liverpool die Meisterschaft gewinnt“, betont Wagner. „Auf die sechs Punkte gegen Huddersfield können sie aber gern verzichten.“ Ende Oktober treffen sie aufeinander. Das Hinspiel in Liverpool wird eine historische Begegnung: Es ist das erste Mal, dass zwei deutsche Trainer in der Premier League aufeinander treffen. Darüber macht sich David Wagner bisher aber kaum Gedanken. „Das ist so weit weg“, erklärt er. „Der einzige Fokus ist für mich Samstag Crystal Palace.“

(sid,mka)
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