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Radsport: Degenkolb wird im EM-Straßenrennen abgehängt

Mit der erhofften Medaille für den deutschen Kapitän John Degenkolb wird es nichts. Auch Topfavorit Peter Sagan muss passen, der Weltmeister klagt noch über Schmerzen infolge seines Tour-Sturzes. Den Sieg holt sich der Italiener Matteo Trentin.
Matteo Trentin (Mitte) sprintet zum EM-Sieg im Straßenrennen der Radprofis. Foto: John Walton (PA Wire) Matteo Trentin (Mitte) sprintet zum EM-Sieg im Straßenrennen der Radprofis.
Glasgow. 

Weltmeister Peter Sagan stieg im Regen von Glasgow mit Schmerzen vom Rad, für John Degenkolb reichte es trotzdem nicht zu einer EM-Medaille. Stattdessen holte sich der Italiener Matteo Trentin im Straßenradrennen der European Championships am Sonntag die Goldmedaille. Der zweimalige Tour-de-France-Etappengewinner siegte nach 230,4 Kilometern bei widrigen Verhältnissen mit viel Regen und niedrigen Temperaturen vor dem Niederländer Mathieu van der Poel und dem Belgier Wout van Aert.

Bester Deutscher war Nico Denz, der den neunten Platz belegte. Der AG2R-Profi aus Waldhut-Tiengen verpasste eine bessere Platzierung, nachdem er zehn Kilometer vor dem Ziel als Mitglied der zehnköpfigen Ausreißergruppe gestürzt und nicht mehr nach vorne gekommen war.

Mitfavorit Degenkolb war in der Spitzengruppe nicht vertreten und erreichte das Ziel mit 2:32 Minuten Rückstand auf Platz 31. Dabei waren die Voraussetzungen gar nicht mal schlecht, nachdem Topfavorit Sagan frühzeitig das Rennen aufgegeben hatte.

Erfolgreiche EM für BDR

So ruhten die deutschen Hoffnungen auf Denz, doch der Sturz machte alle Hoffnungen zunichte. „Es lief gut bei mir. Ich habe mich gut gefühlt und wollte eine eigene Attacke setzen, aber dann ist der Holländer in das Gitter gefahren. Ich habe noch versucht zu bremsen“, schilderte Denz sein Malheur. Er stürzte, rappelte sich auf, doch bis er wieder Fahrt aufnahm, war die Spitzengruppe enteilt. Rick Zabel (Unna) wurde 13. (2:22 Minuten zurück), Joshua Huppertz (Aachen) 17. (2:25). Neben Degenkolb rollten zeitgleich Alexander Krieger (Stuttgart/27.) und Jonas Koch (Schwäbisch Hall/36.) ins Ziel. Vorzeitig auf gaben Roger Kluge (Eisenhüttenstadt) und Marcel Meisen (Stolberg). Damit ging der Bund Deutscher Radfahrer ausgerechnet im Hauptrennen leer aus, nachdem in allen Straßenwettbewerben Edelmetall herausgesprungen war. Trotzdem waren es mit 14 Podestplätzen auf Straße und Bahn erfolgreiche Titelkämpfe für den BDR, der der erfolgreichste Fachverband in Glasgow war.

Die Vorentscheidung fiel rund 50 Kilometer vor dem Ziel – ausgerechnet durch eine Tempoverschärfung von Denz. Daraus bildete sich die Spitzengruppe, die schließlich vom Feld nicht mehr eingeholt wurde. Degenkolb, der sprintschnellste Mann im deutschen Team, war dagegen nicht vertreten. Der Oberurseler verpasste somit den zweiten großen Erfolg binnen eines Monats. Vor vier Wochen hatte er bei der 105. Tour de France die fordernde Roubaix-Etappe gewonnen und dabei seinen ersten Tageserfolg bei der Frankreich-Rundfahrt gefeiert.

Für Sagan war das Rennen schon rund 85 Kilometer vor dem Ziel beendet. Der Slowake hatte bei den widrigen Bedingungen sichtlich Probleme und stieg schließlich in der Verpflegungs-Zone vom Rad. „Ich hatte noch starke Schmerzen von meinem Sturz bei der Tour de France. Das Rennen war sehr schwer, sehr technisch“, sagte Sagan und fügte hinzu: „Das Wetter und der Parcours waren ok, aber wenn man nicht die Form hat, geht es nicht.“

Auch Titelverteidiger Alexander Kristoff (Norwegen) gab vorzeitig auf. Beeinträchtigt wurde das Rennen von vielen Defekten. Immer wieder kamen die Materialwagen zum Einsatz.

(dpa)

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