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Den Titel im Visier

Von Drei Routiniers und viele junge Talente: Das Rhein-Main-Team sieht sich ausgeglichener besetzt als noch vergangene Saison.
Der letzte Neuzugang im Kader der United Volleys Rhein-Main: der japanische Nationalspieler Issei Otake (rechts). Der letzte Neuzugang im Kader der United Volleys Rhein-Main: der japanische Nationalspieler Issei Otake (rechts).
Frankfurt. 

Mit der spektakulären Verpflichtung eines Mitglieds der „Drachengötter“, wie sich die japanische Volleyball-Mannschaft nennt, ist der Kader der United Volleys Rhein-Main zehn Tage vor dem Bundesligastart komplettiert worden. „Wer gegen uns das Finale verliert, ist mir eigentlich egal“, sagte Manager Henning Wegter bei der Vorstellung von Issei Otake (siehe Extra-Text auf dieser Seite). Zwar musste er dabei selbst ein wenig schmunzeln. Doch in dem Scherz steckte auch ein wenig Ernst. Die Hessen haben das Potenzial, Meister zu werden. In ihrem Zwölfer-Kader stehen sieben junge Nationalspieler aus Deutschland (4), Australien, Japan und Rumänien sowie drei ehemalige deutsche Nationalspieler.

Dieses Trio nimmt eine besondere Rolle ein. „Unser neuer Kapitän Sebastian Schwarz, Zuspieler Patrick Steuerwald und Mittelblocker Lukas Bauer sind die Säulen der Mannschaft. Wir haben sehr viele junge Spieler, die geführt werden müssen. Das haben unsere Routiniers gelernt und werden für uns in Training und Spiel so wichtig sein, wie es Christian Dünnes war“, betont Trainer Michael Warm, der davor warnt, sofort Wunderdinge zu erwarten. „Wir brauchen Zeit, um eingespielt zu sein. Wir werden in den ersten Spielen sicher anfällig sein. Aber wir haben Potenzial und werden uns kontinuierlich steigern.“ Und dann sprach der Coach offen aus: „Friedrichshafen und Berlin wollen den Titel holen. Wir auch!“

Variabler und schneller

Das übliche Modell in der Bundesliga ist ein Stamm von sieben bis acht Akteuren, auf die sich die Hauptspielzeit verteilt. „Wir gehen andere Wege. Ich habe zwölf Spieler auf einem vergleichbaren Niveau. Das wird uns helfen. Wenn ich mir die Trainingsqualität vor zwei Jahren und heute anschaue, liegen dazwischen Welten“, erklärt Warm, der ganz anderes Volleyball als in den beiden vergangenen Jahren verspricht. Da hing alles mehr oder weniger vom überragenden Christian Dünnes ab. „Jetzt wird unser Spiel variabler, schneller und dynamischer.“ Die verbliebenen jungen Spieler Tobias Krick, Georg Escher, Adrian Aciobanitei und Jannis Hopt seien in ihrer Entwicklung alle viel weiter. Die neuen Diagonalspieler Issei Otaka und Lincoln Williams sind freilich spielerisch (noch) nicht mit Dünnes vergleichbar. Doch beide springen sehr hoch, haben einen schnellen Arm und verfügen trotz ihren erst 21 Jahren bereits über internationale Erfahrung. Im Außenangriff wird das Spiel laut Warm mit Schwarz, Aciobanitei, Moritz Karlitzek, sporadisch auch mit dessen 18-jährigem Bruder Lorenz, dominanter. Einen 18-jährigen Libero erlaubt sich sonst kein Top-Team. „Aber sie haben auch keinen von solcher Qualität wie wir“, lobt der Coach seinen Youngster, der sich ebenso wie der derzeit verletzte Tobias Krick im EM-Silberteam einen Stammplatz erobert hat. „Es ist zu früh, um über Ziele zu reden. Mein Gefühl ist aber gut“, betont Sebastian Schwarz, der schon erfolgreich in Deutschland, Italien, Russland und Polen Volleyball gespielt hat. „Es wird noch dauern, bis es optimal wird. Aber wir sind auf einem richtigen Weg. Die jungen Spieler haben ein enormes Potenzial.“

Sie zu einem Erfolgsteam zu formen, sei eine Herausforderung, auf die sich Michael Warm freut: „Das Schlechteste im Leistungssport ist Langeweile. Wir waren zwei Jahre lang konstant. Dahin müssen wir wieder kommen. Die spannende Prozedur ermöglicht es uns aber aktuell, bald noch besser zu werden.“

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