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Eishockey: Den runderneuerten Frankfurter Löwen gelingt ein Saisonstart nach Maß

Von Der nach dem großen Umbruch mit Spannung erwartete Löwen-Start ist geglückt. Das freut nicht nur Familie Mitchell.
Trefflicher Löwen-Kapitän: Adam Mitchell (links) setzt gegen Kaufbeuren zum erfolgreichen Torschuss an. Foto: Huebner/Roith (Jan Huebner) Trefflicher Löwen-Kapitän: Adam Mitchell (links) setzt gegen Kaufbeuren zum erfolgreichen Torschuss an.
Frankfurt. 

Zur Feier des Tages blieben Emma und Lina ein bisschen länger auf als sonst. Die beiden Töchter von Adam Mitchell, gerade sieben und bald drei Jahre alt, turnten am Freitagabend zu später Stunde noch durch die Kabine der Frankfurter Löwen – während der Papa nach getaner Arbeit und in noch fast voller Montur einmal kurz die Beine von sich strecken durfte, das hatte er sich verdient. „Es ist immer schön, das erste Spiel zu gewinnen“, sagte der neue Anführer des Löwen-Rudels zufrieden, nicht ohne grinsend anzufügen: „Und es ist immer schön, selbst ein Tor im ersten Spiel zu schießen.“

Nicht nur Familie Mitchell konnte sich über diesen Start in die zweite Klasse des deutschen Eishockey freuen, das ging wohl den allermeisten im Frankfurter Lager so. Nach dem großen Umbruch war der Wiederaufnahme des Spielbetriebs schließlich mit besonderer Spannung entgegengeblickt worden. Da war dieses rassige 5:2 (2:2, 1:0, 2:0) zur stimmungsvollen Premiere daheim am Ratsweg gegen den Mitfavoriten ESV Kaufbeuren eine erste Bestätigung für den Meisterschaftsanwärter, dass der neue Kurs vielleicht kein ganz falscher ist – und das 5:1 (1:0, 2:1, 2:0) am Sonntag bei Aufsteiger Deggendorfer SC machte aus dem ganzen Wochenende einen Auftakt nach Maß.

„Das war ein wichtiger Sieg für uns“, hatte Matti Tiilikainen, als Headcoach ein Teil des finnischen Trainertrios, das nun die Geschicke hinter der Bande leitet, am Freitag bereits geurteilt. Der erste Pflichttermin hatte mit dem Aufeinandertreffen zweier Halbfinalisten aus der vorigen Saison gleich eine interessante Gegenüberstellung geboten: Während bei den Löwen zwei Drittel des Kaders erneuert wurden, war beim Besuch aus dem beschaulichen Kaufbeuren fast alles beim Alten geblieben. Dass Mitchell und Co. sich bei diesem Vergleich schon recht gut eingespielt und einige gute Kombinationen zeigten, wunderte Tiilikainens Coach-Kollege Marko Raita nicht: „Wir hatten fünf, sechs Wochen Zeit, um uns vorzubereiten. Und wir waren bereit“, meinte Raita, nach einem Duell, das genauso intensiv verlief, wie man es erwartet und trainiert hatte.

„Es war ein schweres Spiel“, betonte Tiilikainen, „mit vielen Strafen“. Der eine oder andere hüben wie drüben muss sich noch an die verschärfte Ahndung von Stockschlägen und Hakeln gewöhnen. In jedem Fall schlugen die Löwen mehr Kapital aus Strafzeiten: Sie schossen drei Tore in Überzahl, Kaufbeuren nur zwei. „Die Special-Teams sind in so engen Spielen immer besonders wichtig“, erklärte Raita. Zwar war beim Powerplay nicht immer genug Bewegung im Spiel. Insgesamt aber konnten die Löwen damit sehr zufrieden sein.

Noch grundlegender: Die neue Mischung hinterließ einen guten ersten Eindruck, und sogar die Torschützen passten zu den drei Kader-Schichten. Mit Kapitän Mitchell traf eine der erfahrenen Führungskräfte, mit Tim Schüle und Max Faber zwei Vertreter mittleren Alters – und mit dem 20-jährigen Max Eisenmenger wurde einer der ganz Jungen als doppelter Torschütze gar zum Spieler des Spiels gewählt.

„Das hat er sich in der Vorbereitung verdient“, lobte Tiilikainen. Eisenmenger wurde nach der letzten Sirene besonders von den Fans gefeiert, ein anderer vor dem ersten Bully: Brett Breitkreuz, nach dem wechselhaften Sommer einer der wenigen Verbliebenen, erhielt beim Einlaufen die meisten Ovationen. „Das war unglaublich. So ein Empfang macht schon stolz“, strahlte der Flügelstürmer. Nach vier Wochen Zwangspause konnte er noch nicht in bester Form sein, seine Adduktorenprobleme aber hatte er rechtzeitig in den Griff bekommen.

„Alles wieder gut“, berichtete Breitkreuz. „Ich habe hart gearbeitet, weil ich beim ersten Spiel unbedingt dabei sein wollte.“ Um diese spezielle Frankfurter Atmosphäre zu erleben, auch Coach Tiilikainen war hin und weg. „Das ist einzigartig. Es freut mich, ein Teil davon sein zu dürfen“, schwärmte er. Da freilich kann er sich noch auf einiges gefasst machen. Zu den 4538 Zuschauern gegen Kaufbeuren werden sich am nächsten Freitag ein paar mehr gesellen, wenn früh in der Saison das erste Hessen-Duell mit den Erzrivalen von den Kassel Huskies ansteht und noch eine ordentliche Schippe Stimmung draufgelegt wird. Vielleicht dürfen Emma und Lina dann ja wieder länger aufbleiben. Es könnte sich lohnen.

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