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Handball-EM: Der Frankfurter Steffen Fäth: Mann für die knallharten Würfe

Von Bei den Berliner Füchsen zählt Steffen Fäth, der frühere Jugendspieler des VfL Goldstein, zu den Leistungsträgern. Jetzt will er mit dem Nationalteam bei den Titelkämpfen in Kroatien „weit kommen“.
Wurfgewaltig: Handball-Nationalspieler Steffen Fäth, der aus Frankfurt stammt. Foto: Pressefoto Rudel/Robin Rudel (imago sportfotodienst) Wurfgewaltig: Handball-Nationalspieler Steffen Fäth, der aus Frankfurt stammt.
Frankfurt. 

Mitte Dezember erlebte Steffen Fäth einen ganz schwarzen Tag. Ausgerechnet im Bundesliga-Topduell bei den Rhein-Neckar Löwen, bei denen der gebürtige Frankfurter im Sommer anheuert, um seiner noch immer hier lebenden Familie wieder näher zu sein, vergab der Handballer alle seine sechs Torversuche. „Ich kann mich nicht erinnern, dass mir das schon mal passiert ist“, sagte der 27-Jährige, der derzeit noch in den Diensten der Berliner Füchse steht. Zwar war er mit diesem Problem nicht allein, brachte seine gesamte Mannschaft bei der 23:37-Niederlage nicht viel zustande. Doch für einen, der ansonsten berühmt-berüchtigt ist für seine kraftvollen, kaum haltbaren und scharf platzierten Würfe, war das eine kleine Schmach.

Es sind diese knallharten, oft schnurgerade verlaufenden Angriffe, die den Nationalspieler zum Hingucker machen. Denn ansonsten gehört der Hesse auch im Team von Bundestrainer Christian Prokop eher zu den unauffälligeren Akteuren, setzt mehr die anderen in Szene. Er selbst ist keiner, der große Sprüche kloppt, und vom Körperbau her trotz seiner 1,95 Meter bei einem Gewicht von 95 Kilogramm nicht unbedingt ein Bulle. Zudem gilt er als sensibel.

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In seinen Anfängen in der Hauptstadt vor eineinhalb Jahren machte das dem Europameister zu schaffen, fremdelte er mit der neuen Umgebung und seiner Mannschaft, auch weil ihn private Sorgen drückten. Als schließlich schon Ende 2016 der geplante Abgang zu den Löwen bekannt wurde, sanken im Umfeld der Füchse die Erwartungen an den Neuzugang. Doch Fäth ist auch einer, der weiß, wie man wieder aufsteht, und der mit starken Leistungen zurückzahlt, wenn man es gut mit ihm meint. In Berlin war es der neue Trainer Velimir Petkovic, unter dem der ehemalige Jugendspieler des VfL Goldstein wieder seine Chancen bekam und zur Hochform auflief. Im Nationalteam hatte der vormalige Bundestrainer Dagur Sigurdsson dem Rückraumspieler so sehr vertraut, dass er ihn trotz eines gerade erst überstandenen Mittelhandbruchs als Ersatzmann zu den Olympischen Spielen nach Rio mitgenommen hatte und ihn nach dem verletzungsbedingten Aus von Christian Dissinger zum Viertelfinale für den späteren Bronzemedaillengewinner nachnominierte.

Auch Prokop weiß den sowohl links als auch in der Mitte einsetzbaren Allrounder zu schätzen, zählt ihn zu den wenigen Spielern, „die Matches im Alleingang mit Würfen aus Distanzen jenseits der neun Meter entscheiden können“. Fäths Verbleib in dem Kader, der die deutschen Farben bei der EM in Kroatien vertritt, galt somit schon vor der offiziellen Bekanntgabe des Aufgebots als sicher.

Für Fäth ist es das fünfte große Turnier, das er für Deutschland bestreitet. An das bislang letzte will er keinen Gedanken mehr verschwenden; die auf Rang neun abgeschlossene WM in Frankreich sei abgehakt. Der Fokus richtet sich allein auf die Titelverteidigung. Bei Fäth klingt das bescheiden: „Wir wollen weit kommen“, sagt er nur. Schließlich sei die Leistungsdichte in der Spitze sehr groß, „da entscheidet am Ende die Tagesform“.

Der Modus

Die 16 teilnehmenden Mannschaften spielen bei der Handball-EM in Kroatien (12. bis 28. Januar) in vier Vorrundengruppen. Die ersten drei Mannschaften jeder Gruppe ziehen in die Hauptrunde ein.

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Die war zuletzt bei ihm wieder besser: In den finalen Tests der „Bad Boys“ gegen Island verbuchte der Schütze das Tor des Monats Oktober 2017, insgesamt vier Treffer. Die internationale Konkurrenz ist vor seinen Granaten auf jeden Fall gewarnt. Der Kroate und EM-Kandidat Stipe Mandalinic, den die Füchse im November bereits als Fäths Nachfolger verpflichteten, sollte kürzlich den Spieler mit dem härtesten Wurf in seinem neuen Team aufzeigen. Die Autogrammkarte, die er daraufhin in die Kamera hielt, war die von Steffen Fäth.

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