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Rugby: Deutsche Nationalmannschaft in der Weltrangliste auf Rang 22 geklettert

Von Der Weltverband fördert den deutschen Rugbysport. Die jüngsten Ergebnisse deuten das Wachstumspotenzial an.
Der 26-jährige Mika Tyumenev (am Ball) will mit der deutschen Nationalmannschaft noch höher hinaus. Foto: imago sportfotodienst (imago sportfotodienst) Der 26-jährige Mika Tyumenev (am Ball) will mit der deutschen Nationalmannschaft noch höher hinaus.
Frankfurt. 

Viel hat Hans-Joachim Wallenwein schon erlebt in Diensten des Deutschen Rugby-Verbands (DRV). Seit 17 Jahren ist der 68-Jährige als Vizepräsident für die Belange der Nationalmannschaft zuständig. Die Zeiten waren gewiss nicht angenehm, als die nationale Auswahl tief in Europas Drittklassigkeit steckte. Doch die Entwicklung ist längst vorangegangen. Inzwischen spielt das DRV-Team wieder auf der Ebene unterhalb der Six Nations, wo sich Hochkaräter wie England, Frankreich, Irland oder Wales tummeln. Auch muss nicht zwangsläufig damit gerechnet werden, dass nach dem Aufstieg ins europäische Unterhaus gleich wieder der Abstieg folgt. Was in der Vergangenheit wegen fehlender Klasse schon der Fall war.

Das deutsche Rugby hat sich interessant gemacht, auch dank Erfolgen in der olympischen Variante mit sieben Spielern. Der Weltverband, der sich seit 2014 schlicht World Rugby nennt (davor International Rugby Board/IRB), sieht in Deutschland Wachstumspotenzial. Auch deshalb wird der internationale Spielbetrieb gefördert, nicht nur logistisch, sondern auch finanziell. Vor drei Jahren gab es ein Gastspiel in Namibia (20:58), 2015 folgte die Brasilien-Tour mit Spielen in Blumenau (29:12) und São Paulo (31:7). Im vorigen Jahr besiegte das DRV-Team in Frankfurt Uruguay (24:21) und zweimal Brasilien (16:6, 36:14).

Am vergangenen Samstag folgte nun gar ein 45:12 über Brasilien. „Ich war überrascht, dass wir so hoch gewonnen haben. Ich kann das Ergebnis noch nicht so richtig einordnen, aber immerhin hat Brasilien zuletzt die USA geschlagen“, sagt Wallenwein. Eben auf dieses Team trifft Deutschland am Samstag (17 Uhr) in Wiesbaden, immerhin der 17. der Weltrangliste.

Zuschauer-Interesse: Noch „Luft nach oben“

Wenn Weltmeisterschaften im Rugby anstehen, sind die Stadien meist ausverkauft. Bei der WM vor zwei Jahren in England sahen fast 2,5 Millionen Fans die 48 Partien, das entspricht einem Durchschnitt von annähernd 52 000.

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Das DRV-Team steht als 22. so gut da wie nie zuvor. Die Defensive, ist sich der in Charly Körbels Herkunfts-Stadt Dossenheim lebende Kurpfälzer sicher, werde richtig gefordert werden. Verstärkung war daher vonnöten: In Hakler Mika Tyumenev und Spielmacher Christopher Hilsenbeck stehen zwei in Frankreich spielende Profis in der Brita-Arena zur Verfügung.

Auslandsprofis bilden eine Säule im Gebilde von Nationaltrainer Kobus Potgieter. Die wichtigste ist freilich das Team, das von Rugby-Liebhaber und -Mäzen Hans-Peter Wild finanziert wird: die Wild Titans, die die vor einer Dekade gegründete Wild Rugby Academy (WRA) repräsentieren. In dieser Mannschaft sind hauptsächlich Bundesliga-Spieler des Meisters Heidelberger RK aktiv. Mit Gastspielern von anderen Bundesligisten nehmen die „Titanen“ am Europapokal teil – zuletzt gab es einen fast schon sensationellen Sieg über Italiens Meister Calvisano.

Doch es gibt seit einigen Monaten auch dunkle Wolken am deutschen Rugby-Himmel. Geldgeber und Milliardär Wild sowie der DRV-Vorstand konnten sich nicht auf eine Linie festlegen, ein Kooperationsvertrag wurde im September nicht verlängert. Auslöser waren Kontroversen über Abstellungen von Spielern für Auswahlteams und eine unerwartete Gegenkandidatur beim Deutschen Rugby-Tag im Juli in Hannover. Der vermeintliche Strohmann von Hans-Peter Wild, der ehemalige DRV-Präsident Ian Rawcliffe aus Rödermark, unterlag in den Wahlen allerdings klar: Klaus Blank (Eppelheim) blieb im Amt. Das Tischtuch ist allerdings nicht ganz zerschnitten: Wild stellt seine Titans – alles Profispieler – dem DRV zur Verfügung.

Auch deshalb habe das Vertragsende zwischen der WRA und dem DRV laut Wallenwein „noch keine direkten negativen Auswirkungen. Wir versuchen nun, Rugby selbst weiterzuentwickeln“, sagt Wallenwein, der dem Heidelberger Bundesligisten TSV Handschuhsheim angehört. Entsprechend belebte der DRV die 2007 gegründete Deutsche Rugby Marketing GmbH. „Der Rugbysport hat großes Potenzial“, hatte der neue zweite Geschäftsführer Michael Elm bei Amtsantritt betont. Ziel sei es, Rugby in Deutschland zu den fünf bekanntesten Ballsportarten zu machen.

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