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Deutscher Ruder-Achter holt Gold

Besser geht's nicht. Der Deutschland-Achter ist im olympischen Finale seiner Favoritenrolle gerecht geworden. Der 36. Sieg in Serie ebnete den Weg zum ersten Gold des Paradebootes seit 1988. Silber im Frauen-Doppelvierer besserte die deutsche Bilanz zusätzlich auf.
Der Ruder-Achter (Archivbild) hat das dritte Gold für Deutschland bei den Olympischen Spielen geholt. Foto: dpa Der Ruder-Achter (Archivbild) hat das dritte Gold für Deutschland bei den Olympischen Spielen geholt. Foto: dpa
Eton. 

Der Mythos lebt. Nach langer olympischer Durststrecke taugt der Deutschland-Achter wieder zum nationalen Erfolgssymbol. In einem packenden Finale auf dem Dorney Lake von Eton gewann das Paradeboot des Deutschen Ruderverbandes (DRV) am Mittwoch das erste Gold seit 1988. Nach starkem Schlussspurt verwies die Crew um Schlagmann Kristof Wilke aus Radolfzell die Konkurrenz aus Kanada und Großbritannien auf die Plätze zwei und drei. Mit der Energieleistung krönte die seit dem Tiefpunkt mit dem letzten Platz in Peking 2008 ungeschlagene Mannschaft von Erfolgscoach Ralf Holtmeyer eine unglaubliche Erfolgsserie von 36 Rennen ohne Niederlage.

"Es waren jetzt vier Jahre, in denen wir alles für den Sport getan haben", sagte Wilke mit tränenerstickter Stimme. Dass das Team nun auf dem olympischen Thron stehe, sei "nicht in Worte zu fassen. Auf den letzten 500 Metern haben wir uns so heiß gemacht und alles rausgehauen", berichtete der Schlagmann. Das Motto im Boot habe während der 2000 Meter gelautet: "Weiter, weiter!"

Wie schon bei den vergangenen drei Weltmeisterschaften erwies sich der deutsche Achter am Ende als übermächtig. Trotz der lautstarken Unterstützung von 25 000 Zuschauern für das britische Boot bewahrten Wilke und Co. bei fairen Bedingungen mit mäßigem Wind und wenig Wellen die Nerven, obwohl die Gastgeber lange Zeit mächtig dagegenhielten. Der WM-Zweite musste dem hohen Tempo im Finish aber Tribut zollen und sogar noch Platz Kanada überlassen.

Stürmischer Jubel in Eton

Der famose Start-Ziel-Sieg nur wenige Minuten nach der Silberfahrt des deutschen Frauen-Doppelvierers wurde stürmisch bejubelt. Anders als vor vier Jahren, als das einst ruhmreiche Großboot als Letzter ein Bild des Jammers abgegeben hatte, überwog diesmal der Stolz. Besondere Genugtuung empfanden die Crew-Mitglieder Wilke und Florian Mennigen (Ratzeburg). Beide waren schon beim letzten Rang in Peking dabei gewesen und hatten sich damals geschworen, diese Pleite vergessen zu machen.

Nicht minder groß war die Freude bei Holtmeyer. 24 Jahre nach dem Triumph von Seoul führte der von der Verbandsspitze zwischenzeitlich in den Frauen-Bereich versetzte Trainer wieder einen Achter zu einem Olympiasieg. Der insgesamt vierte Triumph des Achters neben 1960, 1968 und 1988 machte dem langen Warten der deutschen Ruderer auf eine Goldmedaille ein Ende. Schließlich war der erfolgsverwöhnte Verband bei der historischen Pleite von Peking erstmals seit 52 Jahren ohne Sieg geblieben.

Die Silbermedaille des Frauen-Doppelvierers nur wenige Minuten zuvor machte das DRV-Glück am ersten von vier Finaltagen perfekt. Das Team um Schlagfrau Britta Oppelt (Berlin) musste sich im Endlauf nur dem großen Favoriten aus der Ukraine mit einer Bootslänge Rückstand geschlagen geben, kam aber vor den USA ins Ziel. Damit erreichten die Weltmeisterinnen ihr Minimalziel.

Auch Einer und Doppelvierer auf Medaillenkurs

Auch im Einer gab es aus deutscher Sicht Grund zur Freude. Erstmals seit Sydney (2000) steht Marcel Hacker im Endlauf der olympischen Ruderregatta. Der dritte Rang hinter Weltmeister Mahe Drysdale aus Neuseeland und dem Schweden Lassi Karonen rührte den ehemaligen Skiff-Weltmeister (2002) aus Frankfurt/Main im Zielraum zu Tränen. Anders als beim Halbfinal-Aus in Athen 2004 und in Peking 2008 bewahrte der 35 Jahre alte Routinier diesmal die Nerven. "Das war für mich sehr emotional", kommentierte er, "auf diese Leistung kann ich stolz sein."

Mehr noch als Hacker steuert der Doppelvierer auf Medaillenkurs. Beim Sieg im Halbfinale über Estland und Olympiasieger Polen präsentierte sich das Team um Schlagmann Tim Grohmann (Dresden) in prächtiger Form und geht neben den Kroaten als Mitfavorit in den Endlauf am Freitag. Dagegen war das Halbfinale für den Zweier ohne Steuermann Endstation. Anton Braun (Berlin) und Felix Drahotta (Rostock) brachten sich als Fünfte um die Finalchance.

Erwartungsgemäß ohne Medaillenchance blieb der Zweier ohne Steuerfrau. Im Finale reichte es für Kerstin Hartmann (Ulm) und Marlene Sinnig (Krefeld) nur zum letzten Rang. Dagegen wurde das britische Duo nach dem ersten Olympiasieg für das Gastgeberland stürmisch gefeiert.

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