Lade Login-Box.
E-Paper Abo & Service Immo Stellen Trauer
Anzeige Titelbild Mainova Marathon Laufsport - alles rund um den Mainova IRONMAN Frankfurt 2017 Frankfurt am Main 25°C

Confed Cup: Deutschland gegen Chile: Widerstandskraft bewiesen

Den Härtetest gegen den Südamerikameister Chile haben die Probanden von Joachim Löw nur bedingt bestanden. Phasenweise gerät die deutsche Mannschaft arg unter Druck, doch Stindl rettet dem Weltmeister einen Punkt und eine gute Ausgangsposition im Kampf um das Halbfinale.
Lars Stindl überwindet Chiles Keeper Johnny Herrera in der 41. Minute und erzielt mit dem 1:1 schon seinen zweiten Turniertreffer. Foto: Sergei Grits (AP) Lars Stindl überwindet Chiles Keeper Johnny Herrera in der 41. Minute und erzielt mit dem 1:1 schon seinen zweiten Turniertreffer.
Kasan. 

Ausgepumpt standen die deutschen Spieler auf dem Rasen und waren froh über den wertvollen Punkt. Das junge Perspektivteam von Joachim Löw hat beim Confed Cup nach einem schlimmen Fehlstart noch ein 1:1 (1:1) gegen Südamerikameister Chile erkämpft. Damit würde dem Fußball-Weltmeister bereits ein weiteres Unentschieden am Sonntag im letzten Gruppenspiel gegen Kamerun zum Halbfinal-Einzug reichen. Der starke Gladbacher Lars Stindl sorgte am Donnerstagabend in der 41. Minute nach dem insgesamt schönsten deutschen Angriff mit seinem schon zweiten Turniertreffer für den Ausgleich.

Mit einem Blackout hatte der indisponierte Abwehrchef Shkodran Mustafi vor 38 222 Zuschauern seinem Arsenal-Kollegen Alexis Sanchez in der sechsten Minute das Führungstor ermöglicht. Der ehemalige Hoffenheimer Eduardo Vargas hätte mit einem krachenden Lattenschuss gegen das anfangs überforderte DFB-Team beinahe für Chiles 2:0 gesorgt (20.). Im Laufe des Spiels konnte die DFB-Auswahl das Spiel aber ausgeglichener gestalten, zum 100. Sieg von Bundestrainer Joachim Löw reichte es aber nicht mehr.

„Ich bin insgesamt sehr zufrieden. Das war ein Spiel auf sehr hohem Niveau mit höchsten Ansprüchen. Wir haben es fast das ganze Spiel auch in der Defensive sehr gut gelöst. Zwei, drei Chancen muss man gegen so eine Weltklasse-Mannschaft in Kauf nehmen. Die Mannschaft hat große Widerstandskraft bewiesen“, lobte Löw nach dem Punktgewinn.

Ähnlich äußerten sich seine Spieler. „Wir wussten, dass die Chilenen mit viel Power und Druck kommen. Wir haben aber auch in der zweiten Halbzeit guten Fußball gespielt. Wir haben gezeigt, dass wir so einer Mannschaft Paroli bieten können“, sagte Torschütze Stindl, und Kapitän Julian Draxler ergänzte: „Am Anfang hat man so ein bisschen die Nervosität gemerkt. Leider haben wir dann das dumme Gegentor bekommen, aber danach waren wir auf Augenhöhe. Wir können an unsere eigene Stärke glauben. Wir müssen uns vor so einer starken Mannschaft nicht verstecken.“

Seine große Wertschätzung für den Südamerikameister hatte Löw bereits in der deutschen Aufstellung dokumentiert. Im 3-4-2-1-System fand sich zunächst kein echter Stürmer wieder, der Gladbacher Stindl übernahm den offensiven Part im deutschen Spiel. Insgesamt gab es in der Startelf wie angekündigt vier Änderungen, darunter auch die Hereinnahme von Barcelona-Keeper Marc-André ter Stegen für den zuletzt glücklosen Leverkusener Bernd Leno.

Und ter Stegen musste bereits nach sechs Minuten hinter sich greifen. Einen krassen Abspielfehler von Mustafi in die Füße von Sanchez nutzten die Chilenen eiskalt aus. Über Bayern-Star Arturo Vidal gelangte der Ball wieder zu Sanchez, der aus kurzer Entfernung traf und nun mit 38 Länderspieltoren alleiniger Rekordschütze seines Landes ist.

Glück hatte die deutsche Mannschaft in der 20. Minute, als der Ex-Hoffenheimer Eduardo Vargas mit einem Distanzschuss nur die Latte traf. Dagegen kam die deutsche Mannschaft nur selten zu gefährlichen Offensivaktionen. Auch, weil Kapitän Julian Draxler zu selten das Spiel an sich reißen konnte. Trotzdem belohnten sich die Chilenen nicht für ihren großen Aufwand. Im Gegensatz: Der erste konstruktive Angriff des Weltmeisters führte gleich zum Ausgleich. Ein sehenswerter Pass von Emre Can setzte Jonas Hector auf der linken Außenbahn in Szene. Die direkte Hereingabe verwertete Stindl im Zentrum mit seinem zweiten Turniertor. Es war zugleich die Belohnung für den Gladbacher, der mit klugen Laufwegen zu gefallen wusste.

Im zweiten Durchgang ließ der Druck der Südamerikaner nach, entsprechend kehrte mehr Ordnung ins deutsche Spiel ein. Die Chilenen waren zwar weiterhin die spielbestimmende Mannschaft, ein Freistoß von Sanchez (48.) und ein Kopfball des unermüdlich kämpfenden Vidal (59.) stellten aber keine große Gefahr dar. Auf der Gegenseite war das deutsche Offensivspiel nicht zwingend genug, zu selten kam die DFB-Auswahl in die nähe des chilenischen Tores. Ein Schuss von Stindl stellte da noch die Ausnahme dar (73.).

Deutschland: ter Stegen – Ginter, Mustafi, Süle – Kimmich, Rudy, Can, Hector – Goretzka, Draxler – Stindl. – Chile: Herrera – Isla, Medel (71. Paulo Diaz), Jara, Beausejour – Marcelo Diaz, Aranguiz (90. Silva) – Hernandez, Vidal – Vargas (82. Rodríguez), Sanchez. – SR: Faghani (Iran). – Zuschauer: 38 222. – Tore: 0:1 Sánchez (6.), 1:1 Stindl (41.). – Gelbe Karten: Stindl, Rudy – Sanchez, Beausejour.

(dpa)
Zur Startseite Mehr aus Sport

BITTE BEACHTEN SIE: Unser Angebot dient lediglich Ihrer persönlichen Information. Kopieren und/oder Weitergabe sind nicht gestattet. Hier finden Sie Informationen zur Verwendung von Artikeln. Quellen: Mit Material von dpa, afp, kna, AP, SID und Reuters

Archiv ThemenMediadatenKontaktImpressumDatenschutzRSS

© 2017 Frankfurter Neue Presse