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Fußball: Deutschland will erstmals seit 1988 wieder eine Europameisterschaft ausrichten

Die Chancen auf einen Zuschlag für den DFB stehen gut. Die technischen Voraussetzungen haben die Uefa-Prüfer überzeugt. Doch der Konkurrent Türkei darf im Schlussspurt nicht unterschätzt werden.
Optimismus und Vorfreude herrschten bei DFB-Präsident Reinhard Grindel (rechts)  bei der Übergabe der Bewerbungsunterlagen für die EM 2024 an Uefa-Generalsekretär Theodore Theodoridis, sowie eines Trikots mit der Rückennummer Uefa Euro 24. Foto: Harold Cunningham (UEFA) Optimismus und Vorfreude herrschten bei DFB-Präsident Reinhard Grindel (rechts) bei der Übergabe der Bewerbungsunterlagen für die EM 2024 an Uefa-Generalsekretär Theodore Theodoridis, sowie eines Trikots mit der Rückennummer Uefa Euro 24.
Nyon. 

Die Entscheidung über den Ausrichter der Fußball-EM 2024 treffen die Mitglieder des Exekutivkomitees der Europäischen Fußball-Union (Uefa) am Donnerstag bei ihrer Sitzung am Genfer See. Hier die wichtigsten Fragen und Antworten dazu:

  Wie sieht das Wahlverfahren aus? Die Entscheidung treffen bis zu 17 Funktionäre aus 15 Ländern in einer geheimen Wahl. Der Kandidat mit den meisten Stimmen gewinnt. Im Falle der Stimmengleichheit ist das Votum von Uefa-Präsident Aleksander Ceferin ausschlaggebend. Der Slowene könnte dann auch losen. Reinhard Grindel, der Präsident des Deutschen Fußball-Bundes (DFB), und sein türkischer Amtskollege Servet Yardimci sind nicht wahlberechtigt. Offen ist noch, ob der Italiener Andrea Agnelli an der Vergabe teilnimmt.

  Wie stehen die Chancen für Deutschland? Eigentlich gut. Der Uefa-Evaluierungsbericht hatte dem DFB das bessere Zeugnis ausgestellt. Auch die Zusammensetzung des Exkos mit vielen Wahlmännern (und einer Frau) aus Westeuropa spricht eher für den DFB. Doch niemand kann den bislang schweigsamen Funktionären in den Kopf gucken. Bis zur letzten Sekunde versucht der DFB deshalb, Überzeugungsarbeit zu leisten. Das mahnende Beispiel: Die WM 2022 ging auch nach Katar, obwohl das Emirat beim Weltverband Fifa mit der schlechtesten Bewertung angetreten war.

  Wo würde 2024 in Deutschland gespielt werden? Um jedem Verdacht der Mauschelei vorzubeugen, band der DFB bei der Wahl seiner Spielorte auch die Organisation Transparency International ein, die sich dem weltweiten Kampf gegen Korruption verschrieben hat. Das Bewerbungsverfahren endete in einem Evaluationsbericht. Letztlich wurden die demnach besten zehn Stadien ausgewählt: Berlin, München, Düsseldorf, Stuttgart, Köln, Hamburg, Leipzig, Dortmund, Gelsenkirchen und Frankfurt.

  Was spricht für die Türkei? Der türkische Verband setzt viel auf die Fußballbegeisterung in dem Land, das zwei Kontinente verbindet. Und auf Geld. Staatschef Recep Tayyip Erdogan verspricht der Uefa Steuerfreiheit und mietfreie Stadien. Geschenke, die die Bundesregierung verweigert hat. Ceferin hatte im ZDF bekräftigt, wie enorm wichtig hohe Gewinne für den Dachverband seien. Allerdings ist offen, ob die Türkei angesichts der Wirtschafts- und Finanzkrise im Land auch alle Versprechen halten könnte.

  Ist dieses Mal alles sauber abgelaufen? Die Erinnerungen an den Sommermärchen-Skandal sind noch frisch, zumal die Affäre weiterhin die Ermittler beschäftigt. Der DFB legte deshalb viel Wert auf Transparenz und stimmte vieles beispielsweise mit Transparency International ab. Sich nicht (abwertend) über den Konkurrenten zu äußern, klappte nicht immer – bei der Türkei aber auch nicht. Zudem hofft der Verband darauf, dass das Uefa-Exko anders ist als das der Fifa im Jahr 2010, welches für Katar verantwortlich war. Das damalige Weltverbands-Gremium mit Franz Beckenbauer als Mitglied gilt als Keimzelle der großen Skandale.

  Was passiert, wenn das Turnier in die Türkei vergeben wird? Dann würde das von Grindel ausgerufene „Leuchtturmprojekt“ in sich zusammenkrachen. Die Kritik am DFB und seinem Präsidenten würde wieder lauter werden, ebenso Rücktrittsforderungen in Richtung Grindel. „Es ist leider normal, dass im Falle eines Misserfolgs wieder Struktur- und Personaldiskussionen geführt werden, auch wenn dies vielleicht nicht immer gerecht ist“, sagte DFB-Generalsekretär Friedrich Curtius der FAZ. Grindel ist noch bis 2019 gewählt – dafür, dass er bei einem Scheitern persönliche Konsequenzen ziehen würde, gibt es bislang keine Anzeichen.

(sid,dpa,red)

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