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Fußball: Deutschlands Chancen auf die EM 2024 steigen

Uefa-Planungen: Bei der EM 2020 wird München drei Vorrundenspiele und ein Viertelfinale ausrichten.
Kämpferisch: Uefa-Präsident Aleksander Ceferin. Foto: GENYA SAVILOV (AFP) Kämpferisch: Uefa-Präsident Aleksander Ceferin.
Kiew. 

Reinhard Grindel verließ die fünfstündige Exekutivsitzung der Uefa bester Laune. Gut vier Monate vor der Vergabe der Fußball-Europameisterschaft 2024 ist der Deutsche Fußball-Bund dem Zuschlag für die Ausrichtung wieder ein Stück näher gekommen. Dass Istanbul das Champions-League-Finale 2020 ausrichten wird, könnte als Trostpreis für die Türkei mit Blick auf den Vergabetermin am 27. September in Nyon gewertet werden.

DFB-Boss Grindel wollte die Entscheidung „nicht bewerten“, zeigte sich nach dem Treffen mit den Exekutivmitgliedern aber zuversichtlich. „Ich gehe davon aus, dass viele meiner Kollegen sich die Frage stellen: Was ist gut für die Uefa? Und gut für die Uefa ist, wenn man einen verlässlichen, erfahrenen Partner und einen Ausrichter hat, der wirtschaftlichen Erfolg für die EM verspricht“, sagte Grindel.

Die Türkei ist im Rennen um die EM 2024 einziger Konkurrent des DFB. Grindel verweist auf die Nachhaltigkeit der DFB-Bewerbung und die Zusammenarbeit mit Transparancy International. Punkte, die die Türkei auch aufgrund der politischen Verhältnisse nicht zu bieten hat.

Uefa-Chef Aleksander Ceferin stellte im Anschluss der Sitzung aber auch fest: „Wir können kein Urteil über die politische Situation fällen. Wir haben unsere Regeln. Politik sollte beim Entscheidungsfindungsprozess keine Rolle spielen.“

Und die WM-Affäre 2006? Grindel ist zuversichtlich, dass dies keinen negativen Einfluss hat. „Der Präsident der Uefa hat dankenswerterweise gesagt, dass es keine Auswirkungen hat, weil alle Mitglieder im Exekutivkomitee wissen, dass die neue Führung des DFB für Transparenz, Good Gouvernance und Compliance steht“, betonte Grindel.

Bevor bei der EM 2024 der Ball womöglich in deutschen Stadien rollt, bekommt München bereits Endrunden-Fußball 2020 zu sehen. In der Arena des FC Bayern finden am 16., 20. und 24. Juni drei von sechs EM-Vorrundenspielen der Gruppe F statt, zudem ist München als Spielort für ein Viertelfinale am 3. Juli vorgesehen. Das geht aus dem Spielplan hervor, den die Uefa verabschiedete.

Das Kontinentalturnier findet in zwölf Ländern mit 24 Teilnehmern statt. Jeweils zwei Städte aus zwei verschiedenen Ländern richten eine von sechs Gruppen aus, Budapest ist dabei Partner von München. Sollte sich eine Gastgebernation qualifizieren, darf sie mindestens zwei Vorrundenspiele vor heimischer Kulisse austragen.

Ceferin hat den Weltverbandschef Gianni Infantino wegen des geplanten Verkaufs von Fußball-Turnieren für 25 Milliarden Dollar scharf attackiert. „Der Fußball steht nicht zum Verkauf. Ich kann nicht akzeptieren, dass einige Leute, einige unserer Kollegen, die vom Profitstreben geblendet sind, darüber nachdenken, die Seele von Fußball-Turnieren an nebulöse private Fonds zu verkaufen“, sagte Ceferin während einer Debatte der Uefa zur Kommerzialisierung im Profisport.

Infantino will die Club-Weltmeisterschaft von sieben auf 24 Teams erweitern und damit zusammen mit der Einführung einer globalen Nations League 25 Milliarden Dollar von Investoren aus Saudi-Arabien kassieren. Diese Pläne waren auf heftige Gegenwehr gestoßen, zumal Infantino kaum Details preisgegeben hatte und das Projekt noch vor der Weltmeisterschaft in Russland durchdrücken wollte. Bereits 2021 sollten die neuen Wettbewerbe beginnen. Wie aber bekannt wurde, hat sich eine schnelle Entscheidung erst einmal zerschlagen.

(dpa)

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