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Basketball: Die Bayern in Schieflage

Die Meisterschaft 2014 verfolgte Uli Hoeneß von der Gefängniszelle aus. Diesmal ist der Bayern-Präsident hautnah dabei.
Bayerns Jared Cunnigham (Mitte) gerät im Berliner Abwehrbollwerk aus dem Gleichgewicht. Foto: Jan Huebner/Martin (imago sportfotodienst) Bayerns Jared Cunnigham (Mitte) gerät im Berliner Abwehrbollwerk aus dem Gleichgewicht.
München. 

Nach dem Coup von München kehrte bei Alba Berlin schnell wieder Normalität ein. Keine Party im Flieger, keine verfrühten Titelträume. „Uns ist schon länger klar, dass wir Bayern schlagen können. Die Mannschaft weiß, dass sie was reißen kann“, sagte Albas Geschäftsführer Marco Baldi gestern. Mit 106:95 setzte Berlin tags zuvor im ersten Finalspiel der Basketball-Bundesliga ein deutliches Ausrufezeichen, auf den Boden zurückholen musste Baldi seine Spieler nicht. „Es wurde nicht gefeiert. Jeder hatte blaue Flecken, jeder weiß, dass es nach dieser Schlacht weitere Schlachten gibt.“

Doch mit dem Sieg übernahmen die Albatrosse den Heimvorteil und können sich am Donnerstag zu Hause in Spiel zwei der Best-of-five-Serie (19 Uhr/Telekom Sport) schon den Matchball holen. „Das ist psychologisch ein Vorteil. Die Fans werden uns nach vorne puschen“, sagte Baldi, der die Chancen für den ersten Titelgewinn seit zehn Jahren weiter „bei 50:50“ sieht. Enttäuscht verfolgte Uli Hoeneß die Partie. Der Bayern-Präsident ist bekanntermaßen Feuer und Flamme für seine Basketballer und will trotz Fußball-WM die entscheidende Partie auf jeden Fall in der Halle live miterleben. „Da kann spielen, wer mag, auch Brasilien gegen Deutschland – ich werde trotzdem beim Basketball sein“, hatte Hoeneß der AZ gesagt.

Der Erfolg der Berliner überraschte auch deshalb ein wenig, weil der Spieler-Etat der Bayern nach Einschätzung von Baldi „mehr als dreimal so hoch ist“ wie der von Alba. „Unser System ist ein anderes. Wir setzen auf den eigenen Nachwuchs, wurden mit der U 14, U 16 und U 19 deutscher Meister“, sagte Baldi. Bei Bayern hingegen gehe es darum, „schnell Titel zu sammeln“.

Als Vater des Berliner Erfolges gilt Trainer Aito Garcia Reneses. Der Spanier gefällt längst auch Hoeneß. „Er ist ein fantastischer Mann, ein toller Basketballlehrer“, lobte der 66-Jährige im Tagesspiegel. Dass Garcia Reneses deshalb – wie viele Spieler – von Alba nach München wechselt, glaubt Baldi nicht. „Die Bayern haben doch schon so viele Trainer. Wenn sie noch einen holen, mache ich mir allmählich Sorgen.“ Im Audi Dome von München vor über 6000 Zuschauern hatte Garcia Reneses wieder das richtige Mittel gefunden. Dank der hervorragenden Distanz-Quote von 64 Prozent verschaffte sich sein junges Team schon früh Vorteile im Spiel. „Wir haben gewonnen, weil wir die Besseren waren“, sagte Marius Grigonis, mit 30 Punkten Topscorer der Berliner.

Reneses warnt

Garcia Reneses weiß, wo er vor dem Spiel am Donnerstag den Hebel ansetzen muss. „Wir müssen es schaffen, mehr Konstanz zu zeigen“, forderte der Spanier. Auch Bayerns Coach Dejan Radonjic meinte mit Blick auf das zweite Duell: „Wir müssen es schaffen, unsere Konzentration über die gesamte Spielzeit hoch zu halten.“ Die Bayern, die im Viertelfinale die Frankfurt Skyliners ausgeschaltet hatten, hoffen weiter auf den ersten Meistertitel seit 2014, an den sich Hoeneß noch bestens erinnern kann. Damals setzten sich die Münchner in der Finalserie mit 3:1 gegen Alba durch. „Das musste ich in der Gefängniszelle anschauen“, berichtete Hoeneß, der 2014 wegen Steuerhinterziehung zu dreieinhalb Jahren Haft verurteilt worden war.

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