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Radrennen "Frankfurt-Eschborn": Die Deutschen fahren hinterher

Von Elf deutsche Profis sind beim Radrennen am 1. Mai gestartet. Unter die Top Ten hat es keiner von ihnen geschafft.
Auch für Emanuel Buchmann lief es auf der Strecke nicht optimal. Dennoch war der 25-Jährige am Ende bester Deutscher. Foto: Huebner/Herkert (imago sportfotodienst) Auch für Emanuel Buchmann lief es auf der Strecke nicht optimal. Dennoch war der 25-Jährige am Ende bester Deutscher.
Frankfurt. 

Es hatte sich schon angedeutet, dass es in diesem Jahr sehr schwer werden könnte, einen deutschen Radrennfahrer beim Klassiker Eschborn - Frankfurt ganz nach vorne zu bringen. Lokalmatador John Degenkolb, 2011 der bislang letzte deutsche Sieger, hatte wegen einer Schleimbeutelentzündung passen müssen, Tony Martin fehlte wegen des bevorstehenden Giros, und auch André Greipel, der lange Zeit optimistisch gewesen war, nach seinem Schlüsselbeinbruch bei Mailand - Sanremo rechtzeitig wieder in Form zu kommen, sah sich noch nicht in entsprechendem Zustand, um sich mit der Konkurrenz zu messen.

Vorsichtige Töne

Von denen, die am Tag der Arbeit in die Pedale traten, waren bereits im Vorfeld nur vorsichtige Töne zu hören gewesen, nachdem die vom zweimaligen Sieger Fabian Wegmann mitgestaltete Strecke noch einmal schwerer geworden war. Sprintspezialist Marcel Kittel sprach aus nationaler Sicht am ehesten noch seinem Teamkollegen bei Katusha Alpecin, Rick Zabel, Chancen auf ein gutes Ergebnis zu. Schließlich war der 24-jährige Sohn von Dreifach-Triumphator Erik Zabel schon im vergangenen Jahr etwas überraschend auf Rang zwei gerollt und heiß darauf, es diesmal noch etwas besser zu machen. „Ich hoffe, dass Rick die Berge gut übersteht“, sagte Kittel, der sich selbst dazu nicht in der Lage sah – und bestätigt wurde. Bereits nach 100 Kilometern verlor der auf ganz anderen Streckenprofilen 14-fache Etappensieger der Tour de France den Anschluss an das Feld und gab kurz danach auf.

Doch auch Rick Zabel bekam angesichts der zusätzlich eingebauten Höhen ziemliche Schwierigkeiten. Im Taunus, genauer beim dritten von diesmal vier Anstiegen zum berühmt-berüchtigten Mammolshainer Berg, musste der ursprünglich aussichtsreichste der elf deutschen Fahrer entkräftet die Spitze davonziehen lassen.

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So war es Emanuel Buchmann vom Team Bora-hansgrohe, der als 18. die stärkste Vorstellung eines Einheimischen lieferte. Und vielleicht sogar noch weiter nach vorne hätte fahren können, wenn sich die Situation kurz vor dem Ziel etwas günstiger für den aktuell besten Bergfahrer seines Landes dargestellt hätte. Drei Kilometer vor der Ankunft vor der Alten Oper befand sich der 25-jährige Ravensburger in einer vierköpfigen Ausreißergruppe. Doch in der, so sollte er später bemängeln, „ist nicht jeder mit Vollgas gefahren“. So wurde das Quartett wieder eingefangen, und der Vorteil war dahin. „Wir hatten auch nicht genug Vorsprung. Zehn Sekunden mehr, dann hätte es vielleicht gereicht“, resümierte Buchmann.

Respekt von Rach

Immerhin erarbeitete sich der 15. der vorjährigen Tour de France weiteren Respekt auch bei deren Veranstalter. Denn Claude Rach, von der Amaury Sport Organisation (ASO) vor eineinhalb Jahren eingesetzter Chef des Frankfurter Radrennens, zählt Buchmann zu denen, die schon jetzt zeigten, dass trotz des aktuellen Tiefs beim eigenen Klassiker auch hiesige Profis das Zeug für einen Sieg in der City hätten. Das würden sie andernorts beweisen, „und sie werden hier auch wieder gewinnen“, betonte Rach mit Blick nicht nur auf die schon länger in der Spitze mitfahrende Generation, sondern auch auf die, die wie der für das Team Sunweb startende Phil Bauhaus noch im Anrollen sind. Doch so ein Erfolg sei ja viel mehr wert, wenn er in einem Weltspitzenfeld gelingen würde. Entsprechend „bin ich trauriger darüber, dass Degenkolb und Greipel verletzungsbedingt hier nicht am Start waren, als über das Ergebnis der Deutschen selbst“.

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