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Finale der Champions League: Die Gefährten werden zu Rivalen

Die deutschen Clubs sind in der Champions League schon lange ausgeschieden, doch das Herz der Fußball-Weltmeister schlägt auch im Finale von Cardiff.
Sami Khedira Foto: imago sportfotodienst (imago sportfotodienst) Sami Khedira
Cardiff. 

Vor dem Finale um Europas Fußball-Krone tauschten die Weltmeister noch schnell ein paar Komplimente aus. „Sami“, lobte Toni Kroos seinen Kollegen Khedira, sei das „beste Beispiel“ für die herausragende Defensive von Juventus Turin. „Toni“, schmeichelte Khedira, sei bei Real Madrid „vom Superspieler zum Weltklassespieler gereift“.

Mit den Nettigkeiten ist jedoch am Samstag (20.45 Uhr/ZDF) Schluss, wenn Kroos in Cardiff mit dem Titelverteidiger aus Spanien auf Khedira mit dem Herausforderer aus Italien trifft. Während Bayern und Dortmunder neidisch nach Wales blicken, schlägt im Millennium Stadium immerhin das Herz der deutschen Weltmeister.

„Es ist nicht unmöglich, dass sich unsere Wege kreuzen. Sonst spielen wir in der Nationalelf ja Seite an Seite“, sagte Kroos der „Bild“: „Jeder kennt den anderen ganz genau.“ Und jeder würde dem anderen den Titel gönnen, wenn da nicht die eigenen Ambitionen wären. Kroos (27) spielt um seinen dritten Triumph in der Königsklasse; feiert er mit Real die historische Titelverteidigung, die bislang in der Champions League keinem Club gelungen ist, reiht er sich ein in die Liste der Bayern-Stars vergangener Tage. Franz Beckenbauer, Uli Hoeneß und Co. gewannen den Europapokal der Landesmeister dreimal in Folge (1974 bis 1976).

„Wenn ich mir heute vorstelle, dass ich aufgrund der Titel irgendwann mit Legenden wie Beckenbauer in einem Atemzug genannt werden könnte, dann ist das schon etwas Außerordentliches“, sagte Kroos im Interview mit der „Sport Bild“. Dennoch sei das nicht sein Antrieb: „Ich will schlicht und einfach den Erfolg, um für meine Arbeit belohnt zu werden.“

Belohnt wurde Kroos in dieser Saison bereits mit dem Meistertitel, Khedira (30) sogar mit dem Double aus Ligatriumph und Pokal. Das Triple würde Juventus die Aufnahme in einen illustren Kreis gewähren. Bislang haben nur sieben Clubs, darunter 2013 der FC Bayern, auf Meisterschaft und Pokalsieg den Titel in der Königsklasse folgen lassen. „Maximaler Erfolg war immer mein Anspruch“, sagt Khedira. Dazu hat er nach seinem Wechsel aus Madrid 2015 trotz einiger Verletzungen viel beigetragen. Wie Kroos ist Khedira in seiner Mannschaft mehr als nur Stammspieler.

Khedira genießt in Turin größere Anerkennung als bei seinem früheren Verein, er passt besser ins taktische Korsett. „Für mich war er eine unglaubliche Offenbarung“, sagte Juve-Legende Gianluigi Buffon dem „kicker“: „Als man damals unter Kumpels kickte und vor dem Spiel die Wahl gewann, hätte ich Sami immer als ersten Spieler für mein Team gewählt.“

Einen ähnlichen Wert besitzt Kroos für Real Madrid. Unter Trainer Zinédine Zidane ist er noch präsenter im Spiel der Königlichen geworden – der Franzose weiß, was er an seinem deutschen Regisseur hat. „Er ist ein außergewöhnlicher Spieler. Ein Akteur mit Ruhe am Ball und schnell im Kopf. Er ist beidfüßig und ein unglaublich intelligenter Spieler“, lobte Zidane.

Kroos und Khedira – in der Nationalelf Gefährten mit dem gemeinsamen Ziel, 2018 in Russland erneut Weltmeister zu werden. In Cardiff sind sie Rivalen für ein Spiel, das wichtigste ihrer Saison. „Danach können wir wieder reden“, sagte Khedira.

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