E-Paper Abo & Service Immo Stellen Trauer
Anzeige Frankfurt am Main 26°C

HSG Wetzlar: Die Grenzen immer höher schieben

Von Wegen seines kleinen Etats verliert Wetzlar immer wieder wichtige Spieler an andere Vereine. Dennoch gelingt es dem Bundesligisten, sich Stück für Stück weiter nach oben zu arbeiten.
Philipp Pöter (links) und Nationalspieler Jannik Kohlbacher liegen mit Wetzlar voll im Plan. Foto: Huebner/Vogler (imago sportfotodienst) Philipp Pöter (links) und Nationalspieler Jannik Kohlbacher liegen mit Wetzlar voll im Plan.
Wetzlar. 

Mit dem Ziel „frühzeitiger Klassenerhalt“ waren die Handballer der HSG Wetzlar in die Bundesliga-Saison gestartet. Schließlich mussten sie den Verlust von Philipp Weber verkraften: Der Liga-Torschützenkönig war zum SC DHfK Leipzig zurückgekehrt. Und der Plan geht bisher auf. Nach dem gestrigen letzten Spieltag vor der sechswöchigen Liga-Pause rangieren die Hessen mit 16:22 Zählern auf Rang zehn. Der Vorsprung auf Abstiegsrang 17 beträgt neun Punkte. Bis zum 8. Februar pausiert die Bundesliga wegen der EM in Kroatien.

Die gute Zwischenbilanz liegt vor allem daran, dass die Wetzlarer aus den zehn Spielen gegen die Mannschaften ab Platz elf 14:6 Punkte geholt haben. „Wir haben uns in den Big-Point-Spielen nervenstark präsentiert und konnten uns so erstaunlicherweise komplett aus dem Kampf gegen den Abstieg heraushalten“, sagt Trainer Kai Wandschneider. Mit dem 30:22-Erfolg im September über Kiel sorgte seine Mannschaft zudem für einen Paukenschlag und schrammte bei den Niederlagen in Hannover (27:30), gegen Leipzig (22:23) und in Magdeburg (29:31) nur knapp an einem Punkt vorbei. Zudem gelang der HSG mit dem 28:27 bei Zweitliga-Spitzenreiter Bergischer HC der Einzug ins Pokal-Viertelfinale gegen den Tabellen-15. in Stuttgart (4. März). „Wir sind alle heiß auf das Spiel“, sagt der gebürtige Hamburger Wandschneider und hofft auf den Einzug ins Final Four-Turnier in seiner Heimatstadt.

Das würde das Image der Lahnstädter weiter aufpolieren, die den Abgang des Halblinken Weber bisher relativ gut kompensieren konnten. Das lag zum einen daran, dass der österreichische Nationalspieler Alexander Hermann (Bergischer HC) schnell zu einem Faktor im Angriff wurde und der ebenfalls im linken Rückraum eingesetzte Schwede Olle Forsell Schefvert (Sävehof) zuletzt auch in der Offensive immer mehr aufblühte. Geschäftsführer Björn Seipp ist daher bisher „absolut zufrieden. Die Mannschaft hat ein tolles Halbjahr gespielt.“

Das liegt auch daran, dass das Team den Ausfall des Abwehrchefs Evars Klesniks sehr gut kompensierte. Der hinter Nationalspieler Jannik Kohlbacher zweite Kreisläufer, der Schwede Anton Lindskog, übernahm die Rolle des Letten, und auch Forsell Schefvert überzeugte im Innenblock. „Beide haben eine tolle Entwicklung genommen“, sagt Wandschneider. Vor einer Woche gab der „emotionale Leader“, wie Wandschneider Klesniks nennt, nach einem Bandscheibenvorfall dann sein Comeback.

Platz neun als Ziel

Die zweitbeste Abwehr der Liga hinter Spitzenreiter und Meister Rhein-Neckar Löwen stellen die Mittelhessen, während sie im Angriff das zwölftbeste Team sind. Gute Werte angesichts eines Budgets von nur 3,5 Millionen Euro, das Rang 16 in der Etat-Tabelle bedeutet. Zudem haben die Wetzlarer als Aus- und Weiterbildungsverein unter Erfolgscoach Wandschneider zuletzt immer ihre besten Spieler wie Nationalspieler Weber oder die Europameister Andreas Wolff (Kiel) und Steffen Fäth (Berlin) verloren. Nach dieser Spielzeit werden auch der bosnische Nationaltorwart Benjamin Buric (Flensburg) sowie Kohlbacher (Löwen) die HSG verlassen.

Daher freut es Seipp besonders, dass mit dem norwegischen Rechtsaußen und Vizeweltmeister Kristian Björnsen ein Leistungsträger seinen Vertrag wie Forsell Schefvert und Joao Ferraz vorzeitig bis zum 30. Juni 2021 verlängert hat. Der portugiesische Halbrechte vergrößerte nach langer Verletzungspause (Schulteroperation) Wandschneiders Auswahl. Gleiches gilt für den nach einem Kreuzbandriss zurückgekehrten Linksaußen und Siebenmeter-Spezialisten Maximilian Holst. „Wir versuchen unsere Grenzen immer weiter hinauszuschieben“, sagt Wandschneider, was dem Coach mit seiner Mannschaft, „die Wille und Charakter hat“, auch gelingt. Das honorieren auch die Fans. Der Zuschauerschnitt stieg noch leicht von 4220 auf 4240 Besucher an. Während Seipp sagt, „dass wir nur nach unten gucken“ und „noch keine neuen Ziele ausgeben wollen“, wäre für Wandschneider der drei Punkte entfernte „neunte Platz“ nach der vorherigen sensationellen Rekordsaison mit Rang sechs „das Optimum und großartig“.

Zur Startseite Mehr aus Sport

BITTE BEACHTEN SIE: Unser Angebot dient lediglich Ihrer persönlichen Information. Kopieren und/oder Weitergabe sind nicht gestattet. Hier finden Sie Informationen zur Verwendung von Artikeln. Quellen: Mit Material von dpa, afp, kna, AP, SID und Reuters

Archiv ThemenMediadatenKontaktImpressumDatenschutz Über unsere WerbungRSS

© 2018 Frankfurter Neue Presse

Ok

Um Ihnen ein besseres Nutzererlebnis zu bieten, verwenden wir Cookies. Durch Nutzung unserer Dienste stimmen Sie unserer Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen