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Radsport: Die Suche nach einem deutschen Rundfahrer

Seit der große Doping-Knall um Jan Ullrich bei der Tour de France 2006 hochging, wartet Deutschland auf einen guten Rundfahrer. Doch es gibt drei Profis, die durchaus Hoffnung machen.
Maximilian Schachmann wird viel zugetraut. Der 24-Jährige will 2019 erstmals bei der Tour de Francen an den Start gehen. Foto: Marco Alpozzi/LaPresse (imago sportfotodienst) Maximilian Schachmann wird viel zugetraut. Der 24-Jährige will 2019 erstmals bei der Tour de Francen an den Start gehen.
Paris. 

Dieser Maximilian Schachmann, so ist in der Branche zu hören, der hat die Anlagen. Der Berliner ist ein starker Zeitfahrer, es war im Nachwuchs seine Domäne, und er fährt sehr gut und auch sehr gerne die Berge hoch. Schachmann, so könnte man schlussfolgern, wird bei der Tour de France irgendwann eine Rolle in der Gesamtwertung spielen. Gemach, sagt er selbst, „das ist schwer zu prognostizieren.“

Schachmann (24) befindet sich gerade inmitten seiner zweiten Saison als Radprofi auf höchstem Niveau, er hat mit seinem Etappensieg bei einer Bergankunft des Giro d’Italia in diesem Jahr für Aufsehen gesorgt. Sein Tour-Debüt könnte 2019 folgen. Schachmann weiß längst um die enorme physische und mentale Beanspruchung, die eine große Landesrundfahrt einem Klassement-Fahrer abverlangt, deshalb will er sich „nicht zu viel Druck auf die Schultern legen“.

Als die Tour am Sonntag ihr großes Finale erlebte, beendete Schachmann gerade ein Höhentrainingslager im italienischen Livigno. Der Profi aus der sehr erfolgreichen Mannschaft Quick-Step Floors hat in dieser Saison noch einiges vor, etwa bei der Deutschland-Tour (23. bis 26. August). „Ich arbeite so hart wie ich kann“, sagt Schachmann, denn natürlich hat er die Frankreich-Rundfahrt im Hinterkopf: „Es ist ein Kindheitstraum, dort ganz vorne mitzufahren. Ich will es mindestens einmal versuchen.“

Buchmann macht Umweg

Emanuel Buchmann ist schon ein Stück weiter, er hat die Tour bereits dreimal durchgestanden, 2017 war der Ravensburger immerhin 15. der Gesamtwertung. Diesmal fehlte Buchmann, weil er sich auf die Vuelta in Spanien (25. August bis 16. September) konzentrieren soll, die er als Kapitän bestreiten wird. Seinem Teamchef Ralph Denk bei Bora-hansgrohe brachte der Verzicht auf den 25-Jährigen auch Kritik ein, die Tour ist nunmal die größte Bühne des Radsports.

„Es ist ein Lernprozess, irgendwann kommt er als Kapitän zur Tour zurück, da bin ich ganz sicher“, sagte Denk der Süddeutschen Zeitung. Der eher stille und zurückhaltende Buchmann ist per se keiner für das grelle Rampenlicht, die Strategie des Teams, ihn langsam heranzuführen, daher durchaus schlüssig. „Es war mein Wunsch, in eine Grand Tour als Kapitän zu gehen“, sagte Buchmann vor einer Weile bei Cyclingmagazine.de. Die gemeinsame Wahl fiel erst einmal auf die Vuelta.

Lennard Kämna, der dritte deutsche Radprofi mit dem Potenzial für Rundfahrten, ist derzeit wohl am weitesten von höheren Weihen entfernt. Der Norddeutsche hat eine Schaffenspause eingelegt, nachdem seine Saison von mehreren Krankheiten geprägt war. Diese Unterbrechung, so teilte Kämnas Mannschaft Sunweb mit, sei nötig, um die langfristigen Ziele des 21-Jährigen nicht zu gefährden.

„Ich bin sehr jung Profi geworden, und meine Karriere hat sich rasend schnell entwickelt“, sagte Kämna, der 2017 bereits Weltmeister im Teamzeitfahren wurde. Damals entgegnete er auf die Frage nach seinen Rundfahrtambitionen: „Ich habe keine Lust, mich in eine bestimmte Nische drängen zu lassen. Da ist noch so eine große Lücke zwischen mir und einem guten Rundfahrer.“ Der deutsche Radsport wird also noch Geduld brauchen.

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