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WM 2018: Die Weltmeister müssen es richten

Neun Weltmeister stehen im finalen Kader von Bundestrainer Joachim Löw. Die meisten von ihnen sollten sich auch in der ersten Elf wiederfinden: Auf die Helden von Rio de Janeiro könnte es bei der Titelverteidigung besonders ankommen.
Gruppenbild mit Bundeskanzlerin: Für Angela Merkel waren Mats Hummels (von links), Sami Khedira, Thomas Müller, Jerome Boateng, Manuel Neuer und Toni Kroos bei ihrem Besuch am Sonntag im Trainingslager vertraute Gesprächspartner, für Bundestrainer Löw sind seine Weltmeister besonders wichtige Stützen. Foto: Guido Bergmann (Bundesregierung) Gruppenbild mit Bundeskanzlerin: Für Angela Merkel waren Mats Hummels (von links), Sami Khedira, Thomas Müller, Jerome Boateng, Manuel Neuer und Toni Kroos bei ihrem Besuch am Sonntag im Trainingslager vertraute Gesprächspartner, für Bundestrainer Löw sind seine Weltmeister besonders wichtige Stützen.
Eppan. 

Es wurde gelacht und gescherzt. Auch Joachim Löw präsentierte sich bestens gelaunt. Als sich der Weltmeister am Dienstag vor der imposanten Südtiroler Bergkulisse bei strahlendem Sonnenschein zum obligatorischen Mannschaftsfoto aufstellte, war der traurige Abschied der vier Aussortierten um Leroy Sané kaum noch präsent. „Jetzt geht es Richtung Russland. Der Fokus liegt auf unserem ersten Spiel gegen Mexiko. Wir haben noch einiges zu tun, ich bin aber zuversichtlich, dass wir bis dahin in einem sehr guten Zustand sein werden“, sagte der deutsche Fußball-Bundestrainer voller Tatendrang.

Bis zum Ende des Trainingslagers in Eppan am Donnerstag wird er mit seinem finalen 23-köpfigen Kader nun noch intensiver an der Abstimmung arbeiten, bevor am Freitag in Leverkusen gegen Saudi-Arabien die WM-Generalprobe steigt. Das jüngste 1:2 (1:0) in Österreich hatte Löw zumindest eine wichtige Erkenntnis gebracht: Ohne seine neun Weltmeister von Brasilien 2014 in seinem Aufgebot für die WM in Russland vom 14. Juni bis zum 15. Juli dürfte es mit der Mission Titelverteidigung nichts werden.

Da traf es sich gut, dass Champions-League-Triumphator Toni Kroos am Dienstag in der Sportzone Rungg erstmals nach seiner verspäteten Anreise am Mannschaftstraining teilnahm. Auch die Rückkehr des lange Zeit verletzten Jerome Boateng war für Löw ein wichtiges Signal. Der Münchner Innenverteidiger absolvierte nach seiner Muskelverletzung erstmals eine komplette Einheit.

Bei der Pleite in Klagenfurt hatten in Manuel Neuer, Sami Khedira und Mesut Özil, der gestern lediglich im Schongang trainierte, nur drei Weltmeister begonnen. Thomas Müller, Mats Hummels, Boateng und Kroos waren gar nicht im Kader. Julian Draxler und Matthias Ginter saßen auf der Bank. Dies sei eben ein „gut eingespieltes Gerüst, auf das man sich verlassen kann“, sagte Hummels am Dienstag. „Natürlich wissen wir, dass Thomas Müller, Mats Hummels und Jerome Boateng absolute Stützen sind. Natürlich haben sie die Qualität, um das Spiel zu verändern“, ergänzte Khedira auf die Frage, ob es ohne die Weltmeister nicht gehen würde. Aber, fügte er an, „es können während eines Turniers Sperren oder Verletzungen auftreten. Daher brauchen wir Spieler wie Niklas Süle oder Antonio Rüdiger. Es ist wichtig, dass sie sich gezeigt haben“.

Zwei Fragezeichen

Auch Kapitän Neuer, der trotz seiner über achtmonatigen Verletzungspause als Nummer eins nach Russland fahren wird, schränkte ein: „Natürlich müssen es auch die Weltmeister richten, aber auch alle anderen. Jeder Spieler ist wichtig. Das Turnier wird sehr lange sein.“

Deutliche Hinweise auf die erste Startelf sollte die Generalprobe liefern. Im letzten Testspiel vor dem WM-Ernstfall dürfte Löw wie vor früheren Turnieren weitgehend die Elf auflaufen lassen, die auch am 17. Juni in Moskau gegen Mexiko in das WM-Turnier starten soll. Und in dieser Wunschformation gibt es nur noch zwei Fragezeichen. Reicht es für Boateng nach dessen Oberschenkelverletzung schon zum ersten Spiel? Und wer erkämpft sich das Startelf-Mandat auf dem linken Flügel, Favorit Julian Draxler oder der Dortmunder Marco Reus?

Mindestens sieben Helden von Rio de Janeiro dürften unter den ersten Elf sein: Im Tor steht Neuer, die Viererkette davor bilden Joshua Kimmich, Boateng, Hummels und Jonas Hector. Sollte es für Boateng bis zum Mexiko-Spiel nicht reichen, könnte Löw Süle oder Rüdiger verteidigen lassen. Davor steht das Weltmeister-Bollwerk Khedira und Kroos. Thomas Müller, Özil und Draxler oder Reus bilden die offensive Mittelfeldreihe hinter der Sturmspitze Timo Werner.

Der Faktor Löw

Wer auch immer tatsächlich aufläuft: Für Uli Hoeneß, Präsident von Bayern München, ist vor allem der Faktor Löw entscheidend. „Jogi Löw ist es bisher immer gelungen, aus einer Gruppe Individualisten im Laufe des Turniers eine tolle Mannschaft zu formen. Das traue ich ihm auch dieses Mal zu“, betonte Hoeneß. Löw habe einen „überragenden Anteil an den großen Erfolgen der Nationalmannschaft, durch seine ruhige, seine menschliche Art, mit den Jungs umzugehen. Das gefällt mir schon sehr, wie er das macht. Und das ist auch sein Geheimnis, dass er so erfolgreich ist.“

Immerhin gelang es Löw nach dem WM-Titel vor vier Jahren, auch die Abschiede von Leistungsträgern wie Philipp Lahm, Bastian Schweinsteiger oder Miroslav Klose aufzufangen. „Solche großen Spieler nicht mehr im Team zu haben, ist immer ein Verlust“, meint Hoeneß. Aber auf seine verbliebenen Weltmeister sollte sich der Bundestrainer verlassen können. Und dann, darauf weist Uli Hoeneß ebenfalls hin, gibt es ja noch freien Raum für Senkrechtstarter: „Eine WM war immer auch der Beginn von großen neuen Karrieren. Der eine oder andere könnte während der WM zu einem großen Spieler werden.“

(sid,dpa,red)

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