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Die großen Abschiede: Von Xabi Alonso bis Darmstadt 98

Zwei Weltmeister machen beim FC Bayern Platz für zwei Neue, die dafür wiederum emotional in Hoffenheim scheiden. Auch ein Trainer, ein Torjäger und ein besonderer Erstligist sagen Tschüss.
Der SV Darmstadt 98 hat den Abstieg lange hinausgezögert. Die Spieler verabschieden sich nach dem Spiel in Hamburg von ihren Fans. Foto: Daniel Reinhardt Der SV Darmstadt 98 hat den Abstieg lange hinausgezögert. Die Spieler verabschieden sich nach dem Spiel in Hamburg von ihren Fans. Foto: Daniel Reinhardt
Frankfurt/Main. 

Tränen, Dramen, große Emotionen: Am 34.  Spieltag der Fußball-Bundesliga fällt nicht nur die Entscheidung über Titel, Europa und Abstieg, sondern für viele Stars auch der letzte Vorhang. Mit Blumensträußen und Applaus wird den Scheidenden für gewöhnlich gedankt. 

Die Deutsche Presse-Agentur präsentiert die Bundesliga-Abschiede der Saison 2016/2017.

Xabi Alonso (FC Bayern München)

Der ersehnte Champions-League-Coup ist Xabi Alonso beim FC Bayern zwar nicht mehr gelungen, nach drei starken Jahren darf der Welt- und Europameister aber trotzdem stolz in den Ruhestand treten. „Ich wollte meine Karriere auf dem höchsten Niveau beenden und bei Bayern zu spielen, ist das höchste Niveau der Welt”, begründete der 35-Jährige seine Entscheidung im März. Zum Abschied darf „einer der ganz Großen des Weltfußballs” (Karl-Heinz Rummenigge) nochmal Teil einer zünftigen bayerischen Meisterfeier sein.

Clemens Fritz (Werder Bremen)

Karriereende, das zweite. Der Ex-Nationalspieler Clemens Fritz hat zum wiederholten Mal angekündigt, nach der laufenden Spielzeit mit dem Fußball Schluss zu machen. Der vielseitige Profi, der seit 2006 bei Bremen spielt, leidet an erheblichen Problemen mit dem  Sprunggelenk. Es sei ihm trotz aller Lust nicht möglich, „die sportliche Laufbahn mit hundertprozentiger Fitness fortzusetzen”. Im packenden Abstiegskampf der vergangenen Saison hatte der 36-Jährige seine Entscheidung noch einmal revidiert und Werder damit einen emotionalen Schub gegeben.

SV Darmstadt 98

Selten hat sich ein Bundesligist wohl so humorvoll damit abgefunden, sich so sang- und klanglos aus dem Fußball-Oberhaus zu verabschieden.  „Nicht mal absteigen können wir”, twitterten die Lilien nach einem Sieg in Hamburg, der einen direkten Abstieg bereits am 30.  Spieltag verhinderte. Das Team von Trainer Torsten Frings zeigte erst Moral und vor allem spielerisches Können, als es zu spät war. Nun wartet der unangenehme Gang in Liga zwei, wo Darmstadt wohl nicht auf Anhieb zu den Favoriten zählen dürfte.

Klaas-Jan Huntelaar (FC Schalke 04)

Die ganz großen Emotionen zum Abschied hat Klaas-Jan Huntelaar schon hinter sich. Bei seinem letzten Heimspiel für Schalke verabschiedete sich der Niederländer von den Fans, die ihn mit Ovationen und Sprechchören feierten. Seit 2010 spielt der „Hunter” auf Schalke, der Mittelstürmer passte zum Verein und wurde zu einem der Lieblinge. „Schalke ist mein Verein, der geht unter die Haut, und der geht da nicht mehr weg”, sagte Huntelaar zum (Fast-)Abschied. Am Wochenende wartet immerhin noch ein Spiel in Ingolstadt.

Philipp Lahm (FC Bayern München)

Seine Nationalmannschaftskarriere beendete Philipp Lahm 2014 auf dem Podest von Rio de Janeiro als Weltmeister. Seiner Laufbahn als  Fußballer wird er in München mit dem Gewinn seines achten deutschen  Meistertitels ein Ende setzen. Lahm wird zunächst nicht Funktionär, sondern Privatier. Ein Engagement als Sportdirektor unmittelbar nach der Fußballer-Karriere scheiterte. Für den 33-Jährigen, der für eine rationale Karriereplanung steht, ist klar, „dass ich irgendwann in der Zukunft wieder mit dem FCB zusammenarbeiten werde”. 

Tayfun Korkut (Bayer Leverkusen)

Eine Träne hinterherweinen wird Tayfun Korkut in Leverkusen wohl niemand. Zu verheerend ist die Bilanz des Trainers, der eigentlich für die sportliche Wende nach Roger Schmidt sorgen sollte. Zehn Spiele, acht Punkte: Vergangene Woche bestätigte der Verein die Trennung von dem Trainer zum Saisonende. Korkut sagte, er habe das Minimalziel erreicht - und meinte damit den Klassenverbleib mit Bayer Leverkusen.

Sebastian Rudy und Niklas Süle (1899 Hoffenheim)

Um die Abgänge der scheidenden Weltmeister Lahm und Alonso zu kompensieren, setzen die Bayern auf Power aus dem Kraichgau. Die Nationalspieler Rudy und Süle sollen das Team von Trainer Carlo  Ancelotti von der nächsten Saison an verstärken. So ein Transfer sei „auch ein Invest in die Zukunft des FC Bayern”, erklärte Bayerns Vorstandsboss Rummenigge. In Hoffenheim steht dem  Duo nach langen Jahren (jeweils seit 2010 im Verein) ein packender Abschied bevor - womöglich mit der Krönung in Form des direkten  Einzugs in die Champions League.

(Von Patrick Reichardt, dpa)
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