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Die neue Nummer eins

Lange für nicht gut genug befunden und jetzt plötzlich DTM-Champion: René Rasts Weg an die Spitze hat beinahe schon märchenhafte Züge.
Siegerpose: René Rast ist der neue DTM-Champion. Foto: Uwe Anspach (dpa) Siegerpose: René Rast ist der neue DTM-Champion.
Hockenheim. 

Als das DTM-Märchen von René Rast perfekt war, gab es für Nico Rosberg in Monaco kein Halten mehr. „Glückwunsch an Rene und das gesamte Team! Super!“, schrieb der zurückgetretene Formel-1-Weltmeister bei Twitter und fügte hinzu: „Ich springe jetzt ins Flugzeug und komme zur Party!“ Was wie ein Scherz klang, war keiner: Rosberg und sein Vater Keke hoppsten tatsächlich in den Privatjet und feierten mit dem DTM-Sensationschampion in Hockenheim bis tief in die Nacht.

Immerhin fährt Rast, der nicht mehr ganz so junge, neue Star am Motorsporthimmel, für das DTM-Team der Familie Rosberg. Der 30-Jährige krönte mit seinem Triumph von Hockenheim nicht nur sein sensationelles Premierenjahr in der DTM, sondern bescherte auch dem Team den größten Erfolg seiner Geschichte. Doch damit hören die Gemeinsamkeiten schon auf, Rosberg und Rast könnten unterschiedlicher kaum sein.

Nicht wie Rosberg

Hier der in Monaco lebende Formel-1-Weltmeister im Ruhestand, dort der Familienvater aus Minden, der über verschiedene Markenpokale völlig unerwartet an die Spitze der DTM geklettert ist. Und im Gegensatz zu Rosberg denkt Rast auch nicht daran, auf dem Höhepunkt zurückzutreten. „Das wäre der Hammer, oder?“, meinte Rast: „Nein, ich werde weitermachen und erneut angreifen.“

Rast feiert Ende Oktober seinen 31. Geburtstag, und in Zeiten immer jünger werdender Spitzenpiloten wie Max Verstappen (20) oder Lance Stroll (18) hat sein Werdegang beinahe schon märchenhafte Züge. Rast wurde Meister im VW Polo Cup, in verschiedenen Porsche-Wettbewerben oder im ADAC GT Masters – der Aufstieg in die ganz großen Serien blieb ihm allerdings lange verwehrt. Seinen Traum von der DTM verlor er nie aus den Augen.

Nur: Bei mehreren DTM-Testfahrten fiel Rast durch. So ein DTM-Auto sei „eben nicht vergleichbar mit anderen Wagen“, sagte der 30-Jährige: „Es benötigt mehr als einen halben Tag, um sein Potenzial zu zeigen. Allerdings: Vielleicht war ich vor fünf Jahren auch noch nicht der Rennfahrer, der ich heute bin.“

Erst das Audi Team Rosberg gab Rast die Chance, die der so ungewöhnliche Rookie wild entschlossen nutzte. Im Team mit Spitzenfahrer Jamie Green lernte er von einem der besten Piloten der Serie und stieg innerhalb kürzester Zeit vom Einsteiger zum Sieger auf.

Höflich und zurückhaltend

„So wirklich ist es noch nicht angekommen, was passiert ist“, sagte Rast, nachdem er den Top-Favoriten Mattias Ekström (Schweden/Audi) auf der Zielgeraden der Saison noch abgefangen hatte: „Bei meinem ersten Sieg habe ich noch an eine Eintagsfliege gedacht, erst später habe ich realisiert, dass etwas möglich ist.“ Das passt zu Rast. Der 30-Jährige ist höflich und zurückhaltend. Er verzichtet auf große Kampfansagen und lässt stattdessen seine Taten auf den Rennstrecken sprechen.

Dafür redete die Konkurrenz umso lieber über den neuen Meister. „Hut ab! Er kommt mit dem richtigen Ansatz in die DTM: Nämlich mit Demut. So werden Champions gemacht“, sagte etwa BMW-Motorsportchef Jens Marquardt. Und der entthronte Champion Marco Wittmann meinte voller Respekt: „Er hat immer abgeliefert, er ist absolut verdient Meister geworden.“

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