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SV Darmstadt 98: Dirk Schusters Herz schlägt für die Lilien

Von Schon am Sonntag in Fürth soll sich der auf einen Relegationsplatz abgerutschte hessische Zweitligist stabiler präsentieren.
Erste Kontaktaufnahme: Darmstadts neuer Trainer Dirk Schuster und sein Spieler Hamit Altintop. Foto: Frank Rumpenhorst (dpa) Erste Kontaktaufnahme: Darmstadts neuer Trainer Dirk Schuster und sein Spieler Hamit Altintop.
Darmstadt. 

Es war das Herz, das bei Dirk Schuster „sofort wieder ansprang“ und ihm den Weg zu den Lilien wies. Eine bereits geplante Reise nach Südeuropa, von wo aus dem 49-jährigen Fußballtrainer ebenfalls ein konkretes Angebot vorlag, sagte er ab. Als am Samstagabend Vereinschef Rüdiger Fritsch den vor zwei Jahren Abgewanderten anrief, um ihn zu Gesprächen über ein neuerliches Engagement beim kriselnden Zweitligisten aus Darmstadt zu bitten, da gab es für den einstigen Erfolgscoach der Südhessen keinen Zweifel mehr, „da habe ich mich riesig gefreut“.

Für diesen bodenständigen Club, den Schuster einst aus der dritten in die Bundesliga führte, empfinde er noch immer etwas, erklärte der Rückkehrer bei seiner Vorstellung am Dienstagmorgen im Stadion am Böllenfalltor. Doch bevor er den neuen, vorerst bis Mitte 2019 laufenden Vertrag unterschrieb, musste erst einmal das Vergangene aufgearbeitet werden. Denn Schuster war damals nach vier erfolgreichen Jahren nicht unbedingt im Guten Richtung Augsburg geschieden. „Wie man das unter Männern macht“, habe man das Gewesene ad acta gelegt. Um einen Neuanfang zu starten, bei Null zu beginnen. Denn auch das, was diese besondere Beziehung zwischen dem Coach und den Lilien einst ausmachte, soll nicht einfach aufgefrischt, sondern wie bei einer ersten Zusammenarbeit neu aufgebaut werden, betonte der Clubchef.

Das Ziel ist klar: Noch in diesem Jahr, beim finalen Auftritt am Sonntag in Fürth, soll sich die zuletzt unter Schusters Vorgänger Torsten Frings auseinandergefallene Mannschaft wieder stabiler präsentieren und die Wende zum Positiven einläuten. „Das wird keine leichte Aufgabe“, ist der neue Mann an der Seitenlinie überzeugt. Aber es sei auch nicht so, dass unter Frings, dem der Ältere „tolle Arbeit“ attestierte, alles schlecht gewesen sei. Die Spielkultur habe „hervorragend funktioniert“, man müsse jetzt nur sehen, „dass die Mannschaft nicht mehr so anfällig ist für gegnerische Chancen, und sie trotzdem torgefährlich halten“. Dabei werde man die guten Sachen von Frings übernehmen und trotzdem neue Ideen einbringen.

Zuerst will Schuster, der seinen Assistenten Sascha Franz und Athletikcoach Frank Steinmetz mitbringt, viele Gespräche führen. Den Werdegang der Lilien habe er zwar verfolgt, aber eben nur das jeweilige Resultat auf dem Feld und nicht, wie es entstand. Zudem gelte es, die Blockade zu lösen, die es offenbar in den Köpfen gebe. „Die Mannschaft muss den Glauben daran wiederfinden, dass sie guten Fußball spielen kann. Doch ich sehe eine große Chance, Darmstadt 98 im bezahlten Fußball zu etablieren.“ Allerdings gehe das nur gemeinsam und mit den Fans, von denen einige, anders als die Vereinsoberen, womöglich noch immer die Misstöne in den Ohren haben, die es bei Schusters Abschied gab.

Gute Wünsche von Frings

Als fairer Sportsmann erwies sich derweil Frings. Seinem Nachfolger auf dem Posten, der für den früheren Nationalspieler der erste als Cheftrainer war, hinterließ der Geschasste gute Wünsche auf der Taktiktafel. Und mit Fritsch, der die Freistellung telefonisch ausgesprochen hatte, soll er am Montag noch einmal Kaffee getrunken haben. „Ich wähnte ihn am Samstag schon auf dem Weg nach Bremen“, wo Frings’ Familie wohnt, erklärte der Jurist. Entsprechend habe er keine andere Möglichkeit gesehen.

Die Verantwortlichen hatten sich am Morgen nach dem 0:1-Debakel in Aue zusammengesetzt. Eigentlich habe man ja an Frings festhalten wollen, „aber endlos kann so etwas nicht laufen“. Deshalb habe man „zum letztmöglichen Zeitpunkt“ die Konsequenzen gezogen. Eine Interimslösung kam nicht infrage; es sei nur abgewogen worden, ob man einem Youngster oder einem erfahrenen Mann den Stab übergeben solle. Aber „Experimente“ helfen dem auf Relegationsplatz 16 stehenden Erstliga-Absteiger nicht weiter. „Wir brauchten sofort die größtmögliche Chance auf die Wende.“ Bei Schuster, der seit seiner eigenen Freistellung in Augsburg vor einem Jahr arbeitslos war, wisse man, „was man bekommt“. Und umgekehrt. Obwohl: Einiges am „Bölle“ ist für den Chemnitzer neu. „Es hat sich hier viel bewegt“, stellte er fest. Nun ist es an ihm, weiteres in Gang zu bringen.

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