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Dirk wer?

Auch ohne den verletzten Dirk Nowitzki stehlen die Mavericks den Lakers die Show. In der Außenseiterrolle fühlt sich Dallas zum NBA-Auftakt pudelwohl und erntet viel Lob vom deutschen Superstar.
In Dallas geht es derzeit auch ohne Nowitzki (l.) und Kaman.	Foto: dapd In Dallas geht es derzeit auch ohne Nowitzki (l.) und Kaman. Foto: dapd
Los Angeles. 

Dirk Nowitzki konnte sich einen ironischen Kommentar nicht verkneifen. "Wie erwartet", twitterte der Basketball-Superstar nach dem überraschenden Sieg seiner Dallas Mavericks zum NBA-Auftakt in Los Angeles. Von zu Hause aus hatte der am Knie verletzte 34-Jährige das 99:91 verfolgt, und Nowitzki gefiel die Vorstellung beim Titelkandidaten: "Die Jungs", schrieb er weiter, "haben ein großartiges Spiel gemacht."

Obwohl neben dem am Knie arthroskopierten Würzburger auch der deutsche Nationalcenter Chris Kaman verletzt fehlte, entzauberten die Mavs das neu zusammengestellte All-Star-Ensemble der Lakers. Weder Center-Koloss Dwight Howard noch Nowitzki-Kumpel Steve Nash konnten bei ihrem ersten Pflichtspiel vor Schauspieler Jack Nicholson und David Beckham für nachhaltigen Eindruck sorgen.

"Es gibt neue Sheriffs in der Stadt", sagte Dallas-Neuzugang O.J. Mayo über den ersten Erfolg nach sechs sieglosen Saisonspielen gegen die Lakers. Kurz vor dem Sprungball hatte sich deren Kapitän Kobe Bryant noch in großen Worten mit dem Hallenmikrofon an die Heim-Fans gewandt: "Wir werden versuchen, eine weitere Meisterschaft zurück nach nach Los Angeles zu holen. Lasst die Party beginnen! Genießt die Show."

Auf dem Feld brillierten nach einer ausgeglichen ersten Hälfte meist nur noch die Außenseiter. Howard verwandelte katastrophale drei von 14 Freiwürfen, insgesamt trafen die Lakers nur 39 Prozent von der Linie – die schlechteste Leistung eines NBA-Teams bei mindestens 30 Versuchen seit 1985. "Das soll Showtime sein?", spottete "Sports Illustrated".

Dallas überzeugte hingegen mit einer ausgeglichenen Teamleistung. Wie der neue Aufbauspieler Darren Collison (17 Zähler) punkteten auch fünf weitere Mavs-Profis zweistellig. "Wenn die Leute sagen: "Euch fehlt Dirk und ihr habt keine Chance" – dann will man diesen Leuten das Gegenteil beweisen", erklärte Collison den unverhofften Leistungsaufschwung nach einer holprigen Vorbereitung.

"Dirk wer?", meinte Dallas-Besitzer Mark Cuban, als er nach dem Spiel mit einem breiten Grinsen aus der Gästekabine kam. Zwar ist den Mavericks wegen des wochenlangen Ausfalls von Nowitzki noch längst nicht zum Lachen zumute, die Erleichterung war aber zumindest nach dem gelungenen Auftakt groß. "Das ist ein Zeichen unserer Fähigkeiten", meinte Coach Rick Carlisle zum neuen, schnelleren Spielstil seines Teams. "Wenn du es einmal geschafft hast, musst du es wieder und wieder und wieder machen."

Am Samstag hatte Carlisle seinen 53. Geburtstag gefeiert. Das verspätete Geschenk war mit Sicherheit das schönste. Lange genießen konnten die Mavericks den Sieg aber nicht. Schon in der Nacht war der Meister von 2011 in Salt Lake City bei den Utah Jazz gefordert. sid/dpa

(sid,dpa)
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