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Tischtennis: EM-Medaillen im Visier

Trotz gedämpfter Erwartungen seiner Topstars Timo Boll und Dimitrij Ovtcharov hofft der Deutsche Tischtennis-Bund (DTTB) bei der EM in Alicante auf eine Erfolgsbilanz.
<span></span> Bilder > Foto: Binh Truong (imago sportfotodienst)
Alicante/Köln. 

Timo Boll und Dimitrij Ovtcharov haben im Normalfall keine Probleme mit der Favoritenrolle bei Tischtennis-Großereignissen. Im Normalfall. Vor ihren ersten Auftritten ab Donnerstag 20. September) bei der Einzel-Europameisterschaft in Alicante allerdings machen die beiden topgesetzten Stars nach langwierigen Verletzungsproblemen in Understatement. Schenkt man ihnen Glauben, so wäre ein Finale zwischen Europas Spitzenspielern durchaus eine Überraschung. „Ich sehe mich absolut nicht als Topfavorit. Ich weiß wirklich überhaupt nicht, wo ich stehe“, begründete der in Spanien an eins eingestufte Rekordeuropameister Boll vor der Abreise seine gedämpften Erwartungen.

Nach einem einzigen Match seit seinem bislang letzten World-Tour-Turnier vor über drei Monaten und auskurierten Problemen seiner sensiblen Nackenmuskulatur erhofft sich der 37 Jahre Hesse, der in der Bundesliga für Borussia Düsseldorf spielt, zuvorderst Spielpraxis: „Ich will wieder das Adrenalin spüren.“

Parallelen zu vergangenen Erfolgen nach längeren Wettkampfpausen sieht der sechsmalige EM-Champion keinesfalls: „Ich habe mein Trainingspensum zwar schon gesteigert, aber ich bin sicher nicht da, wo ich sein möchte.“

Wenigstens überhaupt wieder da ist Ovtcharov. „Ich bin extrem froh, dass ich die schwere Zeit hinter mir habe“, sagte der Weltcupsieger vom russischen Meister Fakel Orenburg. Wegen eines Stressödems im Oberschenkelhals musste „Dima“ eine insgesamt fast viermonatige Zwangspause in der ersten Jahreshälfte einlegen. „Ich habe mir eine Weile schon Sorgen gemacht, wie es wohl weitergeht“, meinte Ovtcharov. Entsprechend meldet der 30-Jährige nach nur mäßigen World-Tour-Resultaten bei seinem Comeback trotz „100 Prozent Trainingsumfang“ keine klaren Ambitionen auf seinen dritten EM-Titel an: „Ich bin einfach noch nicht in Topform.“

Der Ungewissheit um die Verfassung seines Topduos zum Trotz geht Bundestrainer Jörg Roßkopf von einer erfolgreichen EM aus. Alicante gilt im Lager des Deutschen Tischtennis-Bundes (DTTB) vorrangig als Durchgangsstation zu den Europaspielen 2019 in Minsk, wo gleich die erste Chance zur Olympia-Qualifikation für Tokio 2020 genutzt werden soll. Dennoch stellt Roßkopf für die EM, wo die vier Medaillen von der EM 2016 in Budapest der Maßstab sind, klare Forderungen auf: „Wir wollen in jedem Wettbewerb auf dem Treppchen stehen, denn wir haben in jedem Wettbewerb die besten Spieler Europas am Start.“

Ob einer seiner drei Spieler neben Boll und Ovtcharov aber auch für das sechste Einzelgold bei Roßkopfs siebter EM sorgen kann, muss abgewartet werden. Immerhin Hoffnungen auf einen Coup darf sich Patrick Franziska nach seinem Vorstoß in Europas Spitzenquintett und in die Top 20 der Welt machen. In jedem Fall ein Medaillenfavorit ist der gebürtige Bensheimer im Doppel als Titelverteidiger an der Seite des Dänen Jonathan Groth und im Mixed mit der WM-Dritten Petrissa Solja (Langstadt).

Solja ist auch im Doppel mit Titelverteidigerin Sabine Winter (Kolbermoor) Anwärterin auf einen Podiumsplatz. Für das Einzel indes sind die Erwartungen nach dem Verlust des Mannschaftstitels vor Jahresfrist im Vergleich zu früheren „Golden Girls“-Zeiten etwas zurückgeschraubt. „Unsere Spielerinnen“, formuliert DTTB-Sportdirektor Richard Prause vorsichtig, „gehören zum erweiterten Kreis der Medaillenkandidatinnen.“

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