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Sportschützen: Ein Jahr nach seinem Olympiasieg hat Christian Reitz noch viele Ziele

Von Ein Jahr nach Olympia: Wie hat sich das Leben der hessischen Medaillengewinner verändert? Im zweiten Teil unserer Serie beschäftigen wir uns mit Christian Reitz, der seine sportliche Heimat beim SV Kriftel hat.
Am Ziel seiner olympischen Träume: Christian Reitz gewinnt in Rio die Goldmedaille. Bilder > Foto: Armando Babani (EPA) Am Ziel seiner olympischen Träume: Christian Reitz gewinnt in Rio die Goldmedaille.
Kriftel. 

Es war der 13. August 2016: Der Franzose Jean Quiquampoix hatte seinen letzten Schuss abgegeben, dann war es sicher: Christian Reitz hatte mit seiner Spezialwaffe, der olympischen Schnellfeuerpistole, vor dem Franzosen den Olympiasieg in Rio geholt. Für den Schützen, der mit der Luftpistole für den SV Kriftel in der Bundesliga Nord startet, war dies der größte Erfolg in seiner Karriere.

„Olympia ist etwas Besonderes, da ist der Druck viel höher. Auch die Öffentlichkeit wird bei diesen Wettkämpfen auf uns aufmerksam, was ja bei Welt- und Europameisterschaften nicht so der Fall ist“, erklärt der heute 30 Jahre alte Polizeioberkommissar, der sich bereits vor dem Olympia-Jahr freistellen ließ.

Lange gezittert

Doch es war nicht nur der Olympiasieg, um den Reitz lange zitterte. Bis Juni vergangenen Jahres war nicht sicher, ob er tatsächlich in Rio starten würde. „Eine Weltmeisterschaft hat auch den Rhythmus von vier Jahren, aber da fahren drei Schützen aus jedem Land hin. Bei Olympia sind es maximal zwei, und das auch nur, wenn man sich durch Erfolge beim Weltcup die Quotenplätze sichern konnte“, erklärt Reitz, „wir waren 2016 mit Oliver Geis, Aaron Sauter und mir aber drei sehr starke Schützen, die dicht beisammen lagen. Und es war richtig eng bis zum Weltcup in München“. Am Ende durfte Reitz gemeinsam mit Oliver Geis nach Rio reisen – und gewann. „Ich bin ein Perfektionist und gehe in jeden Wettkampf voll fokussiert rein. Nach dem Sieg in Rio ist der Druck ein anderer geworden: Da werden Erfolge vorausgesetzt, aber das gehört dazu“, berichtet Reitz.

Wie hoch er selbst diesen Erfolg wertschätzt, zeigt sein Umgang mit der Goldmedaille. „Sie liegt bei mir im Schreibtisch mit einigen ausgewählten Stücken wie der Medaille vom Weltcup-Finalsieg, von den European Games in Baku oder der Bronzemedaille von Peking“, erzählt er, „ich pflege sie, denn sie hat für mich einen großen Wert. Sie sieht noch genauso aus wie vor einem Jahr“. Nur selten verlässt sie diesen Ort: „Ich bin nicht der Typ, der mit seinen Medaillen tagelang in der Tasche herumrennt. Wenn sie wirklich einmal herauskommt, dann liegt sie in der originalen Schachtel, damit sie weiter so bleibt wie bisher.“

Christian Reitz ist jemand, der weiß, was er leisten kann. Und er ist jemand, der mit viel Ruhe und sehr offen auf seine Umgebung zugeht, und jemand, der mit beiden Füßen fest auf dem Boden steht. So ist es fast logisch, wenn er sagt: „Geändert hat sich für mich nach dem Olympiasieg nur wenig. Vielleicht bin ich in Sportlerkreisen bekannter geworden. Es gab vielleicht ein paar Einladungen mehr.“

Der richtige Schritt

Mit einem Jahr Abstand sieht er sich in seinem Schritt, sich vom Polizeidienst freistellen zu lassen, bestätigt: „So wie ich es geplant habe, war es gut. Die Sportförderung hat sich für mich und die hessische Polizei gelohnt, denn meines Wissens nach war ich der erste Polizist in Hessen, der eine Goldmedaille geholt hat.“

Ein Ende seiner Sportlerlaufbahn sieht er noch nicht: „So lange ich meinen Sport noch mit diesem Eifer betreiben kann, wird sich daran nichts ändern, dass ich weiter vom Polizeidienst freigestellt bleibe. Und ich gehe in jeden Wettkampf rein wie vor meinem Olympiasieg. Da bleibt immer ein Druck, da ändert auch eine Goldmedaille nichts.“ Der Rest dieses Jahres bleibt gespickt von Höhepunkten. In knapp zwei Wochen schießt er in Suhl bei der deutschen Rangliste, danach geht es zu den deutschen Meisterschaften, wo er – wie meist – in allen Disziplinen an den Start gehen wird. Nach einem Urlaub bereitet er sich auf das Weltcup-Finale im Oktober in Indien vor, ehe Ende Oktober die Bundesliga-Saison der Luftpistolenschützen losgeht. Auch ein Jahr nach dem Olympiasieg: Langweilig wird es Christian Reitz nicht.

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