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Basketball: Ein „Kracher“ für die Gießen 46ers

Der zweifache Bundesliga-MVP John Bryant bei den Gießen 46ers? Mit diesem Transfer hat der hessische Traditions-Club viele Basketball-Experten überrascht. Der neue Trainer ist optimistisch.
Der Neu-Gießener John Bryant. Foto: Sven Kuczera Der Neu-Gießener John Bryant.
Frankfurt. 

Die Saison hat noch nicht begonnen, da haben sich die Gießen 46ers bereits selbst gefeiert. Nicht wegen eines möglichen Testspiel-Erfolgs. Und auch nicht wegen ihres Transfer-Coups John Bryant. Der Traditions-Club aus Hessen beginnt an diesem Wochenende seine 50. Bundesliga-Spielzeit – als erster deutscher Basketball-Verein. Die 46ers gehörten im Jahr 1966 zu den Gründungsmitgliedern der Liga. Und das feierten sie freilich vor anderthalb Wochen auf einer Gala mit rund 300 Gästen, darunter Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier, der selbst einst in Gießen Basketball spielte.

Angestaubt wirkt der Club nicht, wenngleich die Heimspiele immer noch in der altehrwürdigen kleinen Sporthalle Gießen-Ost stattfinden. Nach der positiv verlaufenen vergangenen Saison, mit Platz neun nur knapp die Play-offs verpasst, sehen die 46ers wieder mit großer Zuversicht den kommenden Aufgaben entgegen – auch wenn zum Bundesliga-Auftakt am Samstag mit Titelkandidat FC Bayern gleich eine extrem hohe Hürde wartet.

Völler weiter im Kader

Grund für Optimismus bietet der neue Kader, der inklusive Doppel-Lizenz-Spieler 14 Akteure umfasst. Und über den der neue Trainer Ingo Freyer sagt: „Wir haben viele Optionen und können sehr variabel spielen – von der Position eins bis fünf.“ Sprich: Vom Spielmacher bis zum Center. Ingo Freyer selbst steht vor einem Neustart. Neun Jahre lang, von 2007 bis 2016, hatte er den Bundesligisten Hagen trainiert, ehe er den Club nach dessen Lizenzentzug Richtung Gießen verließ und nun die Nachfolge von Denis Wucherer (Rhein-Stars Köln) antritt.

In Freyers Kader befinden sich nicht nur hoffnungsvolle Spieler und mit Marco Völler weiterhin der Sohn von Fußball-Legende Rudi Völler. Freyer hat auch einen Akteur im Kader, der in Basketball-Deutschland einen großartigen Ruf genießt. John Bryant, vor zwei Wochen verpflichtet. Der 2,11 Meter große Center war 2014 mit dem FC Bayern deutscher Meister geworden und erhielt bereits zahlreiche Auszeichnungen in seinen bisher sechs Bundesliga-Jahren: 2012 und 2013 MVP der Saison und auch wertvollster Spieler des Allstar-Games. 2013 bester Offensivspieler der Bundesliga. Gleich viermal gehörte er zu den fünf besten Spielern der Liga, war je zweimal bester Rebounder und effektivster Spieler der Liga. 2013 wurde er zudem ins „First Team“ des Eurocup gewählt. Bereits am College von Santa Clara sicherte Bryant sich 2009 den Titel des „Spielers des Jahres“ in der West Coast Conference.

Bis vor kurzem schien es undenkbar, dass ein vergleichsweise finanzschwacher Club wie Gießen einen US-Star bezahlen kann, der zu seiner Glanzzeit beim FC Bayern ein Jahresgehalt im höheren sechsstelliges Bereich bezogen haben soll. Der Grund ist, dass Bryants Stern etwas verblasst ist. Er hatte mit Fitnessproblemen zu kämpfen. Offiziell bringt der Koloss 127 Kilo auf die Waage. Zu Beginn der vergangenen Saison wurde er aber bei Valencia Basket in Spanien nach nur zwei Spielen entlassen – wegen Übergewicht. Bryant wechselt zum AS Monaco, und war auch dort nicht lange gefragt, als er in sechs Spielen auf 6,7 Punkte und 4,0 Rebounds im Schnitt kam. Gießens Manager Heiko Schelberg versichert nun: „Er ist fit.“ Seit dem Ende seines Engagements bei den Monegassen im Januar war Bryant vertragslos.

Der Vertrag des 30 Jahre alten Centers bei den 46ers läuft über ein Jahr – angeblich ohne Ausstiegsklausel. Vor den Bayern (2013 bis 2016) spielte der Kalifornier in der Bundesliga noch für Ulm (2010 bis 2013). „John Bryant wird uns mit seiner Qualität taktisch variabler machen“, ist sich Freyer sicher.

46ers-Geschäftsführer Heiko Schelberg betonte auch, er habe Bryant, dessen Familie weiter in München lebt, mit Wohlfühl-Argumenten überzeugen können. „Für ihn war es wichtig, in Deutschland zu bleiben“, so Schelberg, „er hat Kinder, und da konnten wir ihm einfach ein Paket schnüren. Er passt genau bei uns rein, ist nicht arrogant und nicht überheblich. Wir freuen uns auf ihn.“

(joi)
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