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Ein Wiedersehen mit besonderen Erinnerungen

Von Mit der Eintracht fing für ihn in Mainz alles an. Jetzt erwartet Schmidt als Wolfsburger Trainer den Besuch aus Frankfurt.
Gespannt auf den alten Rhein-Main-Nachbar: Martin Schmidt. Foto: Guido Kirchner (dpa) Gespannt auf den alten Rhein-Main-Nachbar: Martin Schmidt.
Wolfsburg. 

Es wird ein Wiedersehen mit besonderen Erinnerungen. Begegnungen mit Eintracht Frankfurt haben in der Karriere von Martin Schmidt schließlich eine nicht ganz unwichtige Rolle gespielt, und vermutlich wird der Trainer des VfL Wolfsburg an diesem Samstag, wenn er die alten Rhein-Main-Nachbarn in seiner neuen Heimat empfängt, zumindest noch einmal an die Partie vom 13. Mai 2017 zurückdenken, eine, die er nie vergessen wird. „Nach einem 0:2-Rückstand haben wir noch mit 4:2 gewonnen. Die relevanten Parallelspiele an diesem Tag übertrafen die Spannung noch einmal. Es gibt ein Foto von mir, entstanden nach dem Abpfiff des Spieltags, kniend und mit gefalteten Händen auf dem Rasen – ich denke, das spricht für sich“, erinnert sich der 50-jährige Schweizer, wie er am vorletzten Spieltag der vorigen Saison mit Mainz 05 durch einen Heimsieg gegen die Eintracht die Klasse hielt.

Trotz des Verbleibs in der Bundesliga und trotz eines Vertrags bis zum 30. Juni 2018 musste Schmidt danach gehen. Die Nullfünfer wollten, so Manager Rouven Schröder, „einen neuen Impuls“ setzen. Ein Jahr zuvor waren sie mit dem Hobbyjodler aus dem Wallis als Sechster noch in Europa-League eingezogen. Dass er nur auf Umschaltfußball setze und seinem Team bei eigenem Ballbesitz ein Plan B fehle, warfen Kritiker Schmidt beim FSV vor. Lange blieb er nicht ohne Arbeit: Im September war nach der Wolfsburger Trennung von Andries Jonker ein Job in der Autostadt frei. Und Schmidt griff zu, dessen Antritt in der ersten Klasse des deutschen Fußball auch mit der Eintracht zu tun hat.

Das Treffen am 21. Februar 2015, ist ihm auch noch in bester Erinnerung, war es doch sein Erstligadebüt. Der damalige Mainzer und heutige Schalker Manager Christian Heidel hatte den erfolgreichen U23-Coach am Fastnachtsdienstag zum Cheftrainer befördert, pünktlich zum Rhein-Main-Duell. „Damals war ich kurz zuvor noch Nachwuchstrainer und konnte dann als Trainer bei den Profis mein erstes Spiel mit 3:1 gewinnen und damit die so ziemlich emotionalste Woche meines Fußball-Lebens abschließen“, sagt der Mann mit dem Bart und der langen Mähne, dem in den nächsten Monaten auch die Rettung vor dem Abstieg gelingen sollte. Diese beiden Spiele gegen die Eintracht – sein erstes und das vorletzte als Mainzer Bundesligatrainer – beschreibt er als „zwei der intensivsten und wohl emotionalsten in meiner Trainerkarriere.“

Heute sieht der frühere Almhirte, Extrem-Skifahrer, Mechaniker in der deutschen Tourenwagenmeisterschaft, Chef einer Tuningfirma und Besitzer eines Textilunternehmens, den der ehemalige Mainzer Trainer Thomas Tuchel einst bei einem 05-Jugendspiel gegen den FC Thun entdeckt hatte, die Eintracht als „Kandidat für die Europa League-Plätze“ an. „Trainer Niko Kovac hat das Team nicht nur stabilisiert, sondern auch im Spiel nach vorne deutlich verbessert. Die Frankfurter sind nun da, wo sie auch hingehören“, sagt er.

Mit dem VfL wiederum will der „sehr spezielle Typ“, so Schmidt über Schmidt, am Saisonende auf „einem einstelligen Tabellenplatz“ stehen. „Im Moment sind die Chancen noch da und wir kämpfen, um dieses Ziel zu erreichen“, sagt er. Derzeit ist es der zwölfte Rang. Die Remis-Masse – zehn unter seiner Regie, sieben in Folge direkt nach seinem Amtsantritt – ist da sicher hinderlich. „Die vielen Unentschieden zu erklären, ist sehr schwierig. Das muss von Spiel zu Spiel bewertet werden. Unentschieden, die wir auswärts gegen die Topteams der Liga wie Bayern, Leverkusen, Schalke und zuletzt auch in Dortmund geholt haben, gehören zu den guten Unentschieden und dann gibt es einige, wo wir nach Abpfiff zu wenig in der Hand hielten“, sagt Schmidt.

„Es ist hier an der Zeit, Kontinuität reinzubringen, zu stabilisieren und weiter Schritt für Schritt zu gehen. Wir haben eine Entwicklung ausgelöst und werden uns jetzt zeitnah sicher auch für diese harte Arbeit belohnen“, ist der gläubige Katholik überzeugt. „Mittel- und langfristig gehört der VfL mit seinen Möglichkeiten sicher zu den Teams, die im oberen Tabellendrittel mitspielen. Das muss das Ziel sein. In der kommenden Saison wollen wir uns weiter stabilisieren und unsere langfristigen Ziele anpeilen.“ Doch zunächst soll die Eintracht geschlagen werden. „Wir sind zu Hause seit August ungeschlagen. Das nehmen wir zum Anlass, mutig ins Spiel reinzugehen und einen Heimsieg anzustreben“, sagt Schmidt – selbst wenn er nach einem solchen wohl nicht wie im Mai auf die Knie fallen dürfte.

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