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Confed Cup: Ein etwas wackeliger Weltmeister

Auch beim Confed-Cup-Start der Deutschen kommt der Videobeweis zum Einsatz. Ein Tor der Australier wird gegeben. Trotz eines weitgehend dominanten Auftritts bringt sich Löws unerfahrenes Team beim 3:2 noch in Bedrängnis. Torwart Leno hat daran einen erheblichen Anteil.
Auch ein Sieg beim Confed Cup bereitet Freude: Bundestrainer Joachim Löw nach dem Abpfiff. Foto: Christian Charisius (dpa) Auch ein Sieg beim Confed Cup bereitet Freude: Bundestrainer Joachim Löw nach dem Abpfiff.
Sotschi. 

Joachim Löw riss kurz die Arme in die Höhe und lächelte nach dem positiven Start seines Confed-Cup-Experimentes. Nach dem anfangs dominanten, aber am Ende wackligen 3:2 (2:1) gegen den schwächsten Gruppengegner Australien konnten sich weder der Bundestrainer noch sein unerfahrenes Team am Montagabend in Sotschi lange mit dem Jubeln aufhalten. Der Weltmeister hatte es eilig.

Schon zwei Stunden nach dem Abpfiff sollte der Charterflieger nach Kasan abheben, wo am Donnerstag Löws Turnierfavorit Chile der nächste Gegner ist. „Mit einem Sieg können wir gut leben. Ich bin sehr zufrieden“, resümierte Löw nach 90 turbulenten Fußballminuten im Olympiastadion von Sotschi. „Mit dieser neuen Mannschaft haben einige Ansätze sehr gut geklappt“, lobte der Bundestrainer und bat zugleich, „die Erwartungen auch nicht zu hoch zu stecken.“

Trotz ärgerlicher Gegentore und einigen Wacklern ebnete der Erfolg der unerfahrenen Weltmeistervertretung den Weg Richtung Halbfinale. „Das erste Turnierspiel ist immer wichtig. Wir stehen mit drei Punkten da, und das ist erst mal gut“, sagte Kapitän Julian Draxler. „Man muss der Mannschaft ein Kompliment machen. Es war ein hartes Stück Arbeit“, resümierte Abwehrchef Shkodran Mustafi.

Vor 28 605 Zuschauern schossen der Gladbacher Turnierneuling Lars Stindl (5.), Weltmeister Draxler (44., Foulelfmeter) und der starke Schalker Leon Goretzka (48.) den verdienten Sieg heraus. In einigen Momenten der Schwäche erlaubte das DFB-Team dem limitierten Asienmeister aber auch das 1:1 durch Tommy Rogic (41.) und das 3:2 durch Tomi Juric (56.). Torwart Bernd Leno patzte sowohl beim Distanzschuss von Rogic als auch vor dem Abstauber von Juric. Löw urteilte dennoch nachsichtig: „Der erste Schuss mit Vollspann war nicht so leicht zu halten. Den zweiten Ball könnte er festhalten.“

Löw störte eigentlich nur, dass sein Team gerade in der dominanten ersten Hälfte nicht eine höhere Führung herausschießen konnte. Der eingewechselte Leipziger Timo Werner verpasste später mit einem Pfostenschuss die mögliche frühere Entscheidung (75.). Am Ende geriet der deutsche Erfolg bei einigen guten Aktionen der Australier sogar noch in Gefahr, weshalb Löw nach dem Schlusspfiff neben der Freude auch Erleichterung über den Auftaktsieg anzusehen war.

Die offensive Ausrichtung, die Löw gewählt hatte, zeigte gegen die Australier sofort Wirkung. Der erste gefährliche Angriff führte nach einer sehenswerten Kombination zum Führungstreffer. Eingeleitet vom Leverkusener Leno über Joshua Kimmich ging es sehr schnell über Goretzka zu Julian Brandt, der auf dem rechten Flügel nach vorne stürmte und klug zurückspielte auf Stindl. Mit einem überlegten Schuss schloss der Gladbacher zu seinem ersten Länderspieltor ab.

Auch in diesem Spiel kam der Videobeweis zum Einsatz: Leno ließ vor dem zweiten Gegentor den Ball nach vorne abprallen, so dass Juric zum 3:2 traf. Der Treffer wurde erst nach dem Videobeweis (siehe auch Text auf dieser Seite) wegen des Verdachts auf ein Handspiel gegeben. Löw steht dem neuen technischen Hilfsmittel im übrigen recht positiv gegenüber: „Ich glaube, dass man etwas abwarten muss. Es ist für uns alle etwas ungewohnt, wenn der Schiedsrichter das Spiel für ein, zwei Minuten unterbricht. Aber bislang hat es sich bewährt.“

Australien: Ryan – Degenek, Sainsbury, Wright – Luongo (46. Kruse), Milligan – Mooy, Rogic (71. Troisi) – Leckie, Behich – Juric (87. Cahill). – Deutschland: Leno – Kimmich, Mustafi, Rüdiger, Hector – Goretzka, Rudy – Brandt (63. Süle), Draxler – Stindl (78. Can), Wagner (58. Werner. – SR: Geiger (USA). – Zuschauer: 28 605. – Tor: 0:1 Stindl (5.), 1:1 Rogic (41.), 1:2 Draxler (44., Foulelfmeter), 1:3 Goretzka (48.), 2:3 Juric (56.). – Gelbe Karten: Sainsbury – Goretzka.

(dpa)
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